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Katze – Gesundheit18.2.2026

Birma-Katze – Charakter, Haltung und rassetypische Krankheiten

Die Birma-Katze – Elegante Schönheit mit sanftem Wesen

Die Birma-Katze, auch Heilige Birma genannt, gehört zu den schönsten und beliebtesten Katzenrassen. Mit ihrem seidigen Halblanghaar, den markanten blauen Augen und den charakteristischen weißen „Handschuhen" an den Pfoten ist sie ein echter Hingucker. Doch die Birma besticht nicht nur durch ihre Optik – ihr sanftes, ausgeglichenes Wesen macht sie zu einer idealen Familienkatze. In diesem Ratgeber erfährst du alles über den Charakter der Birma, die richtige Haltung und die rassetypischen Gesundheitsthemen.

Steckbrief der Birma-Katze

  • Herkunft: Frankreich (trotz der Legende um birmanische Tempelkatzen)
  • Gewicht: 3 bis 6 kg (Katzen), 4 bis 7 kg (Kater)
  • Lebenserwartung: 12 bis 16 Jahre
  • Fell: Halblang, seidig, wenig Unterwolle, daher kaum verfilzend
  • Farben: Point-Zeichnung in Seal, Blue, Chocolate, Lilac, Red, Cream und Tabby-Varianten – immer mit weißen Pfoten
  • Augen: Immer tiefblau
  • Wesen: Sanft, anhänglich, ausgeglichen, gesellig, ruhig, neugierig
  • Besonderheit: Die weißen „Handschuhe" an den Vorderpfoten und „Sporen" an den Hinterpfoten sind ein Rassemerkmal

Charakter und Wesen der Birma-Katze

Sanftmut und Ausgeglichenheit

Die Birma ist die goldene Mitte unter den Katzenrassen – weder so aktiv und fordernd wie eine Siamkatze noch so zurückhaltend wie eine Perserkatze. Sie ist ausgeglichen, ruhig und harmonisch. Ihr sanftes Wesen macht sie zu einer angenehmen Mitbewohnerin, die weder hektisch noch laut ist. Die Birma hat eine leise, melodische Stimme und setzt sie dosiert ein – zum Plaudern mit ihrem Menschen, nicht zum Fordern.

Anhänglichkeit und Geselligkeit

Birma-Katzen bauen eine enge Bindung zu ihren Menschen auf und suchen deren Nähe. Sie sind keine distanzierten Einzelgänger, sondern echte Familienkatzen, die am Geschehen teilhaben möchten. Die Birma folgt ihrem Lieblingsmenschen durchs Haus, liegt in seiner Nähe und genießt ausgedehnte Streicheleinheiten.

Einzelhaltung ist bei der Birma nicht empfehlenswert – sie braucht eine gleichgesinnte Katzengesellschaft. Ideal ist eine zweite Birma oder eine andere ruhige, gesellige Katzenrasse.

Familienfreundlichkeit

Die Birma kommt gut mit Kindern aus, solange diese respektvoll mit ihr umgehen. Ihre Geduld und Gelassenheit machen sie zu einer verlässlichen Familienkatze. Auch mit Hunden verträgt sie sich meist problemlos, wenn die Einführung behutsam erfolgt.

Verspieltheit

Die Birma ist verspielt, ohne hektisch zu sein. Sie spielt gerne mit Federspielzeugen, Bällen und interaktiven Spielzeugen und genießt gemeinsame Spielzeiten mit ihren Menschen. Ihre Verspieltheit bleibt auch im Alter erhalten.

Haltung der Birma-Katze

Wohnungshaltung

Die Birma eignet sich hervorragend als Wohnungskatze. Ihr ruhiges Temperament und ihre Genügsamkeit machen sie in einer gut eingerichteten Wohnung glücklich. Freigang ist möglich, birgt aber Risiken (Verkehr, Diebstahl, Parasiten). Ein gesicherter Balkon oder Garten ist ein guter Kompromiss.

Einrichtung

  • Klettermöglichkeiten: Ein stabiler Kratzbaum mit verschiedenen Ebenen
  • Ruheplätze: Kuschelige Körbchen, Höhlen und erhöhte Liegeplätze
  • Aussichtsplätze: Am Fenster, damit sie die Welt beobachten kann
  • Spielzeug: Abwechslungsreiches Spielzeug für Jagd- und Fangspiele
  • Kratzmöglichkeiten: Mehrere Kratzbäume oder Kratzbretter an verschiedenen Stellen

Beschäftigung

Die Birma braucht tägliche Spieleinheiten und geistige Anregung:

  • Interaktive Spielzeuge und Fummelbretter
  • Gemeinsame Spielzeiten mit Federangeln oder Laserpointer (zum Abschluss immer ein greifbares Spielzeug anbieten)
  • Intelligenzspielzeug und Futterversteckspiele
  • Gesellschaft einer zweiten Katze

Vergesellschaftung

Die Birma ist eine äußerst soziale Katze. Eine zweite Katze ist nicht nur empfehlenswert, sondern fast schon notwendig, besonders wenn du tagsüber arbeiten gehst. Gute Partner sind:

Pflege der Birma-Katze

Fellpflege

Die gute Nachricht: Trotz ihres halblangen Fells ist die Birma pflegeleicht. Durch ihre geringe Unterwolle verfilzt das Fell kaum. Dennoch freut sie sich über regelmäßige Pflege:

  • Ein- bis zweimal wöchentlich bürsten mit einer weichen Bürste oder einem Kamm
  • Während des Fellwechsels (Frühjahr und Herbst) häufiger bürsten
  • Besondere Aufmerksamkeit für die Bereiche hinter den Ohren und am Bauch
  • Baden ist normalerweise nicht nötig – bei Verschmutzung reicht warmes Wasser

Vergleiche auch unseren Ratgeber zur Katzenfellpflege für ausführliche Tipps.

Augenpflege

Birma-Katzen neigen zu leichtem Tränenfluss, der bräunliche Spuren unter den Augen hinterlassen kann (besonders bei hellen Farbschlägen). Tägliches Abwischen mit einem feuchten Tuch oder spezieller Augenpflege hält die Augenpartie sauber.

Ohrenpflege

Die Ohren sollten wöchentlich kontrolliert und bei Bedarf mit einem sanften Ohrenreiniger gereinigt werden. Achte auf Rötungen oder ungewöhnlichen Geruch als Zeichen einer Infektion.

Krallenpflege

Die Krallen bei Wohnungskatzen regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf kürzen.

Zahnpflege

Regelmäßige Zahnkontrolle und idealerweise Zahnpflege beugen Zahnfleischentzündungen und FORL vor.

Ernährung der Birma-Katze

Die Birma stellt keine außergewöhnlichen Anforderungen an ihre Ernährung:

  • Hochwertiges Katzenfutter mit hohem Fleischanteil
  • Nassfutter als Hauptnahrung – es liefert Flüssigkeit und ist artgerecht
  • Trockenfutter nur als Ergänzung oder zur Zahnpflege
  • Frisches Wasser immer verfügbar – ein Trinkbrunnen animiert zum Trinken
  • Gewichtskontrolle: Die Birma neigt nicht so stark zu Übergewicht wie manche anderen Rassen, aber regelmäßiges Wiegen ist dennoch sinnvoll

Rassetypische Krankheiten und Gesundheit

Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)

HCM ist die häufigste Herzerkrankung bei Katzen und kommt auch bei der Birma vor. Der Herzmuskel verdickt sich, was die Pumpfunktion beeinträchtigt. Regelmäßige Herzultraschalluntersuchungen sind empfehlenswert. Seriöse Züchter lassen ihre Zuchttiere kardiologisch untersuchen.

Polyzystische Nierenerkrankung (PKD)

Bei PKD bilden sich Zysten in den Nieren, die die Nierenfunktion langsam zerstören und zu Niereninsuffizienz führen. Ein Gentest kann die Veranlagung nachweisen – verantwortungsvolle Züchter testen ihre Tiere und schließen Träger von der Zucht aus. Regelmäßige Nierenultraschall-Untersuchungen und Blutuntersuchungen helfen, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen.

Feline Infektiöse Peritonitis (FIP)

Birma-Katzen haben eine gewisse Veranlagung für FIP, eine schwere Viruserkrankung. Eine gute Hygienepraxis und ein stressarmes Umfeld können das Risiko reduzieren.

Augenerkrankungen

  • Hornhautdystrophie: Eine erbliche Erkrankung, bei der sich Ablagerungen in der Hornhaut bilden
  • Schielen (Strabismus): Bei einigen Birma-Katzen kann ein leichtes Schielen auftreten – das ist meist harmlos

Harnwegserkrankungen

Birma-Katzen können anfällig für Blasenentzündungen und andere Harnwegserkrankungen sein. Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist die wichtigste Vorbeugung.

Congenitale Hypotrichose

Selten, aber rassetypisch: Einige Birma-Kitten werden mit stark reduziertem Fell geboren und entwickeln im Laufe der Zeit immunologische Probleme.

Vorsorge und Tierarztbesuche

  • Jährliche Gesundheitschecks mit Blutuntersuchung
  • Regelmäßige Herzultraschall-Untersuchungen (besonders wichtig bei dieser Rasse)
  • Impfungen aktuell halten
  • Entwurmung regelmäßig durchführen, besonders bei Freigängern
  • Gewichts- und Zahnkontrolle bei jedem Tierarztbesuch

Eine gesunde Birma finden

  • Seriöser Züchter: Achte auf Mitgliedschaft in einem anerkannten Zuchtverein
  • Gesundheitstests: PKD-Gentest und HCM-Ultraschall der Elterntiere
  • Sozialisierung: Kitten sollten in der Familie aufwachsen
  • Abgabe ab der 14. bis 16. Lebenswoche: Gut sozialisiert, geimpft und entwurmt
  • Stammbaum: Ein seriöser Züchter stellt einen Stammbaum aus

Zusammenfassung

Die Birma-Katze ist eine wunderbare Katzenrasse für alle, die eine sanfte, anhängliche und pflegeleichte Katze suchen. Ihr ausgeglichenes Wesen macht sie zur idealen Familienkatze, die sich in Wohnungshaltung wohlfühlt und gut mit Kindern und anderen Tieren auskommt. Die rassetypischen Gesundheitsrisiken – insbesondere HCM und PKD – machen die Wahl eines seriösen Züchters mit Gesundheitstests wichtig. Mit regelmäßiger Pflege, hochwertiger Ernährung, einer katzengerechten Umgebung und Gesellschaft einer zweiten Katze schenkst du deiner Birma ein glückliches, gesundes Leben für viele gemeinsame Jahre.