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Katze – Gesundheit18.2.2026

Ragdoll – Charakter, Haltung und Gesundheit

Die Ragdoll – Die entspannteste Katze der Welt

Die Ragdoll gilt als eine der sanftmütigsten und verschmustesten Katzenrassen überhaupt. Ihren ungewöhnlichen Namen verdankt sie der Eigenschaft, beim Hochheben völlig zu erschlaffen – wie eine Stoffpuppe (englisch: rag doll). Diese große, elegante Katze mit den leuchtend blauen Augen und dem seidigen Fell hat in den letzten Jahren einen wahren Popularitätsboom erlebt und zählt mittlerweile zu den beliebtesten Rassekatzen weltweit.

In diesem Ratgeber von Haustier-Guru erfährst du alles über den einzigartigen Charakter der Ragdoll, ihre Haltungsanforderungen und die gesundheitlichen Besonderheiten, die du als Ragdoll-Besitzer kennen solltest.

Steckbrief: Ragdoll auf einen Blick

  • Herkunft: Kalifornien, USA (1960er Jahre)
  • Größe: Groß – eine der größten Hauskatzenrassen
  • Gewicht: Kater 6,5–10 kg, Katzen 4,5–7 kg
  • Lebenserwartung: 12–15 Jahre
  • Fell: Halblang bis lang, seidig, mit wenig Unterwolle
  • Fellfarben: Colourpoint, Mitted, Bicolor in Seal, Blue, Chocolate, Lilac, Red, Cream
  • Augenfarbe: Immer blau
  • Wesen: Sanft, verschmust, gelassen, anhänglich, verspielt, hundeähnlich

Charakter und Wesen der Ragdoll

Die Stoffpuppen-Katze

Das namensgebende Merkmal der Ragdoll ist ihre ungewöhnliche Entspannung beim Hochheben. Sie lässt sich aufnehmen und hängt völlig entspannt in den Armen – ein Verhalten, das bei kaum einer anderen Katzenrasse in dieser Ausprägung vorkommt. Diese extreme Gelassenheit zeigt sich auch im Alltag: Ragdolls sind selten hektisch, gestresst oder aggressiv.

Extreme Menschenbezogenheit

Ragdolls sind ausgesprochen menschenbezogen und anhänglich – manche Besitzer beschreiben sie als „Klettverschluss-Katzen". Sie folgen ihrem Menschen überallhin, warten vor der Badezimmertür und begrüßen ihn an der Haustür. Einsamkeit vertragen Ragdolls schlecht.

Die „Hundekatze"

Ragdolls werden oft als „Hundekatzen" bezeichnet, weil sie viele hundetypische Verhaltensweisen zeigen:

  • Sie folgen ihrem Menschen von Raum zu Raum
  • Sie kommen, wenn sie gerufen werden
  • Sie apportieren mit Begeisterung
  • Sie können an der Leine geführt werden
  • Sie begrüßen Besucher freundlich

Sanftmut und Geduld

Die Geduld der Ragdoll ist bemerkenswert. Sie ist tolerant gegenüber Kindern, anderen Katzen und sogar Hunden. Konflikte vermeidet sie und zieht sich lieber zurück, als sich zu streiten.

Leiser Charakter

Ragdolls sind keine lauten Katzen. Sie miauen selten und wenn, dann leise und melodisch. Ihre Kommunikation ist subtil und feinfühlig.

Haltung der Ragdoll

Reine Wohnungshaltung bevorzugt

Die meisten Ragdoll-Züchter und -Experten empfehlen eine reine Wohnungshaltung oder gesicherten Freigang. Ragdolls sind oft zu vertrauensselig und arglos gegenüber Gefahren wie Autos, Hunden oder fremden Menschen. Ihr geringes Fluchtverhalten macht sie im Freien verwundbar.

Platzbedarf

Als große Katze braucht die Ragdoll ausreichend Platz. Ein stabiler, großer Kratzbaum, Klettermöglichkeiten und gemütliche Liegeplätze sind wichtig. Die Wohnung sollte genug Raum für Spiel und Bewegung bieten.

Gesellschaft ist Pflicht

Ragdolls sollten niemals als Einzelkatze gehalten werden. Ihre extreme Sozialbezogenheit macht eine zweite Katze zur Pflicht – idealerweise eine ähnlich ruhige, verschmuste Rasse. Auch eine zweite Ragdoll ist eine wunderbare Wahl.

Beschäftigung

  • Apportierspiele: Viele Ragdolls lieben es, Bällchen oder Spielzeug zu bringen
  • Intelligenzspielzeug: Fummelbretter, Futterbälle
  • Federangeln und Spielmäuse
  • Kuscheleinheiten: Die wichtigste „Beschäftigung" für eine Ragdoll
  • Clickertraining: Ragdolls lernen gerne Tricks

Fellpflege der Ragdoll

Seidiges Fell mit wenig Unterwolle

Das Fell der Ragdoll ist halblang bis lang, seidig und hat weniger Unterwolle als viele andere Langhaarkatzen. Das ist ein großer Vorteil: Das Fell verfilzt weniger leicht als z. B. bei der Perserkatze.

Pflegetipps

  • Bürsten: 2–3 Mal pro Woche genügt in der Regel. Während des Fellwechsels täglich.
  • Kamm: Ein grobzinkiger Kamm eignet sich gut, um Verfilzungen zu lösen.
  • Besondere Stellen: Hinter den Ohren, unter den Achseln und am Bauch auf Knoten prüfen.
  • Baden: Normalerweise nicht nötig.
  • Augen: Ragdolls neigen gelegentlich zu tränenden Augen – sanft reinigen.
  • Ohren: Wöchentliche Kontrolle und Reinigung bei Bedarf.

Ernährung der Ragdoll

Hoher Nährstoffbedarf

Als große, aktive Katze hat die Ragdoll einen hohen Nährstoffbedarf. Hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil ist wichtig.

Fütterungstipps

  • Hochwertiges Nassfutter als Hauptnahrung
  • Auf ausreichend Proteingehalt achten – wichtig für Muskelmasse
  • Portionen an Gewicht und Aktivität anpassen
  • Ausreichend Trinkwasser bereitstellen
  • Gewicht regelmäßig kontrollieren – auch Ragdolls können übergewichtig werden
  • Weitere Informationen findest du in unserem Katzenfutter-Ratgeber

Rassetypische Krankheiten der Ragdoll

Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)

HCM ist die häufigste und gefährlichste erbliche Erkrankung der Ragdoll. Der Herzmuskel verdickt sich, was die Pumpfunktion beeinträchtigt. Bei der Ragdoll wurde eine spezifische Mutation im MYBPC3-Gen (R820W) identifiziert, für die ein Gentest verfügbar ist.

Vorsorge:

  • Gentest auf die MYBPC3-Mutation vor der Zucht
  • Regelmäßiger Herzultraschall (Echokardiographie) ab dem 1. Lebensjahr
  • Auch gengetestete Katzen sollten regelmäßig geschallt werden – es gibt weitere, noch unbekannte HCM-Mutationen
  • Mehr Informationen in unserem Ratgeber zu Herzerkrankungen bei Katzen

Blasensteine und Harnwegsprobleme

Ragdolls neigen zu Kalziumoxalat-Blasensteinen und anderen Harnwegsproblemen. Symptome sind häufiges Harnabsetzen, Blut im Urin oder Schmerzäußerungen beim Toilettengang.

Vorbeugung:

  • Ausreichend Flüssigkeitsaufnahme fördern (Trinkbrunnen, Nassfutter)
  • Hochwertiges Futter mit angepasstem Mineralstoffgehalt
  • Regelmäßige Urinuntersuchungen

Feline Infektiöse Peritonitis (FIP)

Ragdolls scheinen eine genetische Prädisposition für FIP zu haben. Mehr Informationen findest du in unserem Ratgeber zu FIP bei Katzen.

Polyzystische Nierenerkrankung (PKD)

PKD kommt bei der Ragdoll seltener vor als bei der Perserkatze, ist aber möglich. Ein Gentest und Ultraschall geben Klarheit.

Fettleibigkeit

Durch ihre gemächliche Art und den gesunden Appetit neigen einige Ragdolls zu Übergewicht. Konsequente Portionskontrolle ist wichtig.

Lebenserwartung und Gesundheitsvorsorge

Die Lebenserwartung der Ragdoll liegt bei 12–15 Jahren. Mit guter Gesundheitsvorsorge können manche Ragdolls auch älter werden.

Vorsorgeempfehlungen

  • Herzultraschall regelmäßig ab dem 1. Lebensjahr
  • Jährliche Tierarztuntersuchung mit Blut- und Urincheck
  • Gewichtskontrolle – regelmäßig wiegen
  • Zahnkontrolle mindestens jährlich
  • Impfungen gemäß Impfplan
  • Ausreichend Trinken sicherstellen

Die verschiedenen Ragdoll-Muster

Ragdolls kommen in drei Zeichnungsmustern:

  • Colourpoint: Dunkle Farbe an Ohren, Gesicht, Pfoten und Schwanz, keine weißen Abzeichen
  • Mitted: Wie Colourpoint, aber mit weißen „Handschuhen" an den Vorderpfoten und weißen „Stiefeln" an den Hinterbeinen
  • Bicolor: Dunkle Ohren und Schwanz, umgekehrtes V im Gesicht, weißer Bauch und Beine

Alle Muster gibt es in den Farben Seal, Blue, Chocolate, Lilac, Red und Cream.

Häufig gestellte Fragen

Ist die Ragdoll eine Anfängerkatze?

Ja, die Ragdoll ist dank ihres unkomplizierten, sanften Wesens hervorragend für Katzenanfänger geeignet. Die Fellpflege ist weniger aufwendig als bei der Perserkatze.

Stimmt es, dass Ragdolls keinen Schmerz empfinden?

Nein, das ist ein Mythos! Ragdolls empfinden Schmerz genauso wie jede andere Katze. Ihre Gelassenheit bedeutet nicht, dass sie schmerzunempfindlich sind. Achte genau auf Verhaltensänderungen als mögliche Schmerzzeichen.

Kann man eine Ragdoll an der Leine führen?

Ja, viele Ragdolls lassen sich an ein Geschirr und eine Leine gewöhnen. Beginne früh mit dem Training und hab Geduld.

Sind Ragdolls wirklich so verschmust?

Ja, die meisten Ragdolls sind ausgesprochen verschmust und suchen aktiv die Nähe ihrer Menschen. Es gibt natürlich individuelle Unterschiede, aber die Rasse ist insgesamt für ihre Menschenbezogenheit bekannt.

Zusammenfassung

Die Ragdoll ist eine wunderschöne, sanftmütige und verschmuste Katzenrasse, die sich ideal als Familienkatze eignet. Ihre wichtigsten gesundheitlichen Risiken sind die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) und Harnwegsprobleme. Mit einem verantwortungsvollen Züchter, der HCM-Tests durchführt, regelmäßigen Herzuntersuchungen und einer ausgewogenen, feuchtigkeitsreichen Ernährung kannst du deiner Ragdoll ein langes, gesundes und glückliches Leben ermöglichen. Vergiss nicht: Ragdolls sind extrem sozial und sollten niemals allein gehalten werden – eine zweite Katze ist ein Muss.