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katze-ernaehrung18.2.2026

Katzenfutter – Nassfutter vs. Trockenfutter im Vergleich

Katzenfutter – Der große Vergleich zwischen Nassfutter und Trockenfutter

Die Frage nach dem richtigen Katzenfutter beschäftigt jeden Katzenbesitzer: Nassfutter oder Trockenfutter? Oder beides? Die Meinungen gehen weit auseinander, und die Auswahl im Zoofachhandel ist überwältigend. In diesem umfassenden Ratgeber von Haustier-Guru vergleichen wir beide Futterarten objektiv und helfen dir, die beste Entscheidung für deine Katze zu treffen.

Die Katze als Ernährungstyp – was braucht sie?

Bevor wir die Futterarten vergleichen, ist es wichtig, die besonderen Ernährungsbedürfnisse der Katze zu verstehen. Katzen sind obligate Karnivoren – das bedeutet, sie sind auf tierische Nahrung angewiesen und können ihren Nährstoffbedarf nicht aus pflanzlichen Quellen decken.

Besonderheiten des Katzenstoffwechsels

  • Hoher Proteinbedarf: Katzen brauchen deutlich mehr Protein als Hunde oder Menschen. Ein Großteil ihrer Energie gewinnen sie aus Aminosäuren.
  • Essenzielle Aminosäure Taurin: Katzen können Taurin nicht selbst synthetisieren und müssen es über die Nahrung aufnehmen. Taurinmangel führt zu Herzerkrankungen, Blindheit und Fortpflanzungsproblemen.
  • Arachidonsäure: Eine essenzielle Fettsäure, die nur in tierischen Fetten vorkommt.
  • Vitamin A: Katzen können Beta-Carotin nicht in Vitamin A umwandeln und brauchen daher präformiertes Vitamin A aus tierischen Quellen.
  • Geringer Kohlenhydratbedarf: Der Katzenstoffwechsel ist schlecht auf die Verwertung von Kohlenhydraten ausgerichtet. Getreide und pflanzliche Stärke sind kein natürlicher Bestandteil der Katzenernährung.
  • Geringes Durstgefühl: Katzen stammen von Wüstentieren ab und decken einen Großteil ihres Wasserbedarfs über die Nahrung. Sie trinken von Natur aus wenig.

Nassfutter – Vor- und Nachteile

Was ist Nassfutter?

Nassfutter enthält ca. 70–85 % Feuchtigkeit und wird in Dosen, Schalen, Beuteln oder Tetrapacks angeboten. Es gibt große Qualitätsunterschiede – von minderwertigen Produkten mit wenig Fleisch bis hin zu hochwertigen Alleinfuttermitteln.

Vorteile von Nassfutter

Hoher Feuchtigkeitsgehalt – der wichtigste Vorteil

Der hohe Wasseranteil im Nassfutter ist der entscheidende Vorteil für die Katzengesundheit. Da Katzen von Natur aus wenig trinken, nehmen sie über Nassfutter deutlich mehr Flüssigkeit auf als über Trockenfutter. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist essenziell für:

Höherer Fleischanteil möglich

Hochwertiges Nassfutter enthält oft einen höheren Anteil an echtem Fleisch und Innereien als Trockenfutter. Die natürliche Textur kommt der natürlichen Beute der Katze näher.

Geringerer Kaloriengehalt

Durch den hohen Wasseranteil hat Nassfutter pro Gramm weniger Kalorien als Trockenfutter. Das ist vorteilhaft für Katzen mit Neigung zu Übergewicht.

Höhere Akzeptanz

Die meisten Katzen bevorzugen Nassfutter gegenüber Trockenfutter – der intensive Geruch und die weiche Textur sind für Katzen attraktiver.

Geringerer Kohlenhydratgehalt

Hochwertiges Nassfutter enthält deutlich weniger Kohlenhydrate als Trockenfutter, was dem natürlichen Stoffwechsel der Katze besser entspricht.

Nachteile von Nassfutter

  • Kürzere Haltbarkeit nach dem Öffnen: Geöffnetes Nassfutter muss im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb von 24–48 Stunden verbraucht werden.
  • Höhere Kosten: Pro Kalorie ist Nassfutter teurer als Trockenfutter.
  • Geruch: Nassfutter riecht intensiver als Trockenfutter – nicht jeder Mensch mag das.
  • Zahnpflege: Nassfutter hat keinen reinigenden Effekt auf die Zähne. Regelmäßige Zahnkontrolle und -pflege sind wichtig.
  • Nicht als Snack geeignet: Für Intelligenzspielzeug oder als Belohnung ist Nassfutter weniger praktisch.

Trockenfutter – Vor- und Nachteile

Was ist Trockenfutter?

Trockenfutter (auch Kroketten) enthält nur ca. 8–12 % Feuchtigkeit. Die Zutaten werden gemahlen, gemischt, unter hohem Druck und hoher Temperatur extrudiert und anschließend getrocknet. Viele Trockenfutter werden abschließend mit Fett und Geschmacksverstärkern besprüht.

Vorteile von Trockenfutter

  • Praktisch und bequem: Lange haltbar, einfach zu portionieren, kein Geruch.
  • Günstigere Kosten: Pro Kalorie deutlich günstiger als Nassfutter.
  • Für Intelligenzspielzeug geeignet: Ideal für Fummelbretter, Snackbälle und als Belohnung.
  • Reise und unterwegs: Leicht zu transportieren und zu lagern.
  • Kann stehen bleiben: Anders als Nassfutter verdirbt Trockenfutter nicht so schnell im Napf.

Nachteile von Trockenfutter

Geringer Feuchtigkeitsgehalt – der größte Nachteil

Trockenfutter enthält nur 8–12 % Feuchtigkeit. Katzen, die hauptsächlich Trockenfutter fressen, nehmen deutlich weniger Flüssigkeit auf als Nassfutter-Katzen – selbst wenn sie mehr trinken. Der Wasserverlust wird durch Trinken selten vollständig ausgeglichen. Chronische leichte Dehydration kann langfristig zu Nieren- und Harnwegsproblemen beitragen.

Hoher Kohlenhydratgehalt

Trockenfutter benötigt für den Herstellungsprozess (Extrusion) einen Mindestanteil an Stärke, meist 20–40 %. Dieser hohe Kohlenhydratgehalt entspricht nicht den natürlichen Bedürfnissen der Katze und kann zu Übergewicht und Diabetes beitragen.

Hohe Energiedichte

Durch den geringen Wassergehalt ist Trockenfutter extrem kalorienreich. Eine kleine Menge Kroketten enthält überraschend viele Kalorien – ein häufiger Grund für Übergewicht, besonders wenn Trockenfutter zur freien Verfügung steht.

Verarbeitungsgrad

Trockenfutter ist ein hochverarbeitetes Produkt. Durch die hohen Temperaturen bei der Herstellung gehen Nährstoffe verloren, die anschließend synthetisch wieder zugesetzt werden müssen.

Zahnreinigungseffekt – ein Mythos

Entgegen der weit verbreiteten Annahme hat Trockenfutter keinen nennenswerten Zahnreinigungseffekt. Die meisten Katzen schlucken die Kroketten ganz oder zerbeißen sie nur oberflächlich. Ein Vergleich: Kekse essen reinigt auch keine Menschenzähne.

Der direkte Vergleich

KriteriumNassfutterTrockenfutter
Feuchtigkeitsgehalt70–85 % ✅8–12 % ❌
KohlenhydratanteilNiedrig ✅Hoch ❌
Fleischanteil (hochwertig)Hoch ✅Oft niedriger
Kaloriengehalt pro GrammNiedrig ✅Hoch ❌
Preis pro KalorieHöher ❌Niedriger ✅
HaltbarkeitKürzer ❌Länger ✅
PraktischWenigerMehr ✅
AkzeptanzHöher ✅Variiert
NierengesundheitBesser ✅Schlechter ❌
ZahnreinigungKeineKaum (Mythos)

Die ideale Fütterung – unsere Empfehlung

Nassfutter als Hauptnahrung

Aufgrund des hohen Feuchtigkeitsgehalts und des niedrigeren Kohlenhydratanteils empfehlen die meisten Tierärzte und Ernährungsexperten Nassfutter als Hauptnahrung für Katzen. Die natürliche Feuchtigkeitsaufnahme über das Futter ist der wichtigste Faktor für die langfristige Nieren- und Harnwegsgesundheit.

Trockenfutter als Ergänzung

Trockenfutter kann als Ergänzung eingesetzt werden – zum Beispiel in Intelligenzspielzeug, als kleine Belohnung oder als Beschäftigung. Es sollte aber nicht die Hauptnahrungsquelle sein.

Mischfütterung

Eine Mischfütterung (Hauptanteil Nassfutter + kleiner Anteil Trockenfutter) ist eine praxistaugliche Lösung, die die Vorteile beider Futterarten nutzt:

  • Morgens: Nassfutter
  • Tagsüber: Etwas Trockenfutter im Fummelbrett
  • Abends: Nassfutter

Worauf du bei der Futterauswahl achten solltest

Deklaration lesen

Die Zutatenliste ist dein wichtigstes Werkzeug bei der Futterauswahl. Achte auf:

Gute Zeichen:

  • Fleisch und Innereien als erste Zutaten (z. B. „Hühnerfleisch 60 %, Hühnerleber 10 %")
  • Offene Deklaration: Jede Zutat einzeln aufgelistet mit Prozentangabe
  • Hoher Gesamtfleischanteil (mindestens 60 %, besser 70 %+)
  • Wenige Zutaten – ein gutes Futter braucht keine 30 Inhaltsstoffe

Warnzeichen:

  • „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" ohne Angabe, was genau enthalten ist
  • Getreide oder pflanzliche Nebenerzeugnisse als Hauptzutat
  • Zucker oder Karamell (wird zur Farbgebung verwendet – unnötig!)
  • „Mindestens 4 % Huhn" – das bedeutet, der Rest kann alles Mögliche sein
  • Geschlossene Deklaration: Zutaten in Gruppen zusammengefasst ohne Details
  • Lange Liste von Zusatzstoffen

Analytische Bestandteile verstehen

  • Rohprotein: Sollte bei Nassfutter mindestens 8–12 % betragen (bezogen auf die Feuchtmasse). Hochwertiges Futter hat oft 10–14 %.
  • Rohfett: 4–8 % bei Nassfutter ist normal.
  • Rohasche: Der Mineralstoffgehalt. Unter 2,5 % ist gut, über 3 % deutet auf minderwertige Zutaten hin.
  • Rohfaser: Sollte unter 1 % liegen. Hohe Werte deuten auf viel pflanzliches Material hin.
  • Feuchtigkeit: Bei Nassfutter 75–82 %.

Trockensubstanz-Berechnung

Um Nass- und Trockenfutter fair zu vergleichen, musst du die Werte auf die Trockensubstanz umrechnen:

Formel: Nährstoff-% ÷ (100 % − Feuchtigkeit-%) × 100 = Trockensubstanz-%

Beispiel Nassfutter: 10 % Rohprotein bei 80 % Feuchtigkeit → 10 ÷ 20 × 100 = 50 % Protein in der Trockensubstanz

Beispiel Trockenfutter: 30 % Rohprotein bei 10 % Feuchtigkeit → 30 ÷ 90 × 100 = 33 % Protein in der Trockensubstanz

In diesem Beispiel hat das Nassfutter trotz des niedrigeren Rohprotein-Wertes auf der Dose tatsächlich einen höheren Proteingehalt in der Trockensubstanz!

Fütterungsregeln für Katzen

Feste Fütterungszeiten vs. Ad libitum

  • Feste Zeiten (empfohlen): 2–3 Mahlzeiten pro Tag zu festen Zeiten. Reste nach 20–30 Minuten entfernen. Gibt dir Kontrolle über die Futtermenge.
  • Ad libitum (freie Verfügung): Funktioniert nur bei Katzen, die sich selbst regulieren – viele Katzen fressen zu viel und werden übergewichtig.

Portionsgrößen

Die richtige Menge hängt von Gewicht, Alter, Aktivität und Kastrationsstatus ab:

  • Erwachsene Katze, 4 kg, kastriert, Wohnungshaltung: Ca. 200–250 g hochwertiges Nassfutter pro Tag
  • Aktive Freigängerkatze, 5 kg: Ca. 250–350 g Nassfutter pro Tag
  • Kitten: Nach Bedarf füttern – Kitten regulieren ihren Bedarf meist selbst

Wasser

Unabhängig von der Futterart sollte immer frisches Wasser zur Verfügung stehen:

  • Trinkbrunnen: Viele Katzen trinken mehr aus fließendem Wasser
  • Mehrere Trinkstellen: An verschiedenen Orten in der Wohnung
  • Nicht neben dem Futter: Katzen bevorzugen Wasser, das nicht direkt neben der Futterstelle steht
  • Täglicher Wasserwechsel: Frisches Wasser mindestens einmal täglich

Spezialfutter

Kitten-Futter

Kitten haben einen höheren Energie- und Nährstoffbedarf als erwachsene Katzen. Spezielles Kitten-Futter enthält mehr Protein, Fett, Kalzium und Phosphor für das Wachstum. Kitten-Futter sollte bis zum Alter von ca. 12 Monaten gefüttert werden.

Senior-Futter

Ältere Katzen (ab 7–10 Jahren) haben oft einen reduzierten Energiebedarf, brauchen aber mehr leicht verdauliches Protein und weniger Phosphor (Nierenschutz). Regelmäßige Blutuntersuchungen helfen, die Ernährung optimal anzupassen.

Diätfutter

Bei bestimmten Erkrankungen kann der Tierarzt ein spezielles Diätfutter empfehlen:

  • Nierendiät: Reduzierter Phosphorgehalt bei Niereninsuffizienz
  • Diabetikerdiät: Niedriger Kohlenhydratgehalt bei Diabetes
  • Harnwegsdiät: Angepasster pH-Wert und Mineralstoffgehalt bei Blasenentzündung
  • Hypoallergenes Futter: Bei Futtermittelallergien

Häufig gestellte Fragen

Ist teures Katzenfutter automatisch besser?

Nicht zwingend, aber in der Regel schon. Der Preis korreliert meist mit der Qualität der Zutaten. Billiges Futter enthält oft mehr pflanzliche Füllstoffe und weniger hochwertiges Fleisch. Entscheidend ist die Deklaration, nicht der Preis.

Muss ich meiner Katze Taurin zufüttern?

Nein, wenn du ein hochwertiges Alleinfuttermittel fütterst. Alle als Alleinfutter deklarierten Katzenfutter enthalten per Gesetz ausreichend Taurin.

Meine Katze frisst nur Trockenfutter – ist das schlimm?

Wenn deine Katze ausschließlich Trockenfutter frisst, erhöht sich das Risiko für Nieren- und Harnwegsprobleme langfristig. Versuche, langsam Nassfutter einzuführen: Mische zunächst etwas Wasser oder Hühnerbrühe unter das Trockenfutter, biete parallel kleine Mengen Nassfutter an und probiere verschiedene Marken und Sorten.

Wie stelle ich das Futter um?

Stelle das Futter schrittweise über 7–10 Tage um: Mische anfangs 25 % neues Futter unter das alte, steigere den Anteil alle 2–3 Tage. Eine abrupte Umstellung kann zu Durchfall oder Futterverweigerung führen.

Dürfen Katzen Hundefutter fressen?

Gelegentlich ist es nicht schlimm, aber als Dauerernährung ist Hundefutter für Katzen ungeeignet. Es enthält zu wenig Taurin, zu wenig Protein und zu viele Kohlenhydrate für den Katzenstoffwechsel.

Zusammenfassung

Nassfutter ist für die meisten Katzen die bessere Wahl als Hauptnahrung – vor allem wegen des hohen Feuchtigkeitsgehalts, der für die Nieren- und Harnwegsgesundheit essenziell ist. Trockenfutter kann als Ergänzung eingesetzt werden, sollte aber nicht die Hauptnahrungsquelle sein. Achte bei der Futterauswahl auf eine offene Deklaration, einen hohen Fleischanteil und wenig pflanzliche Füllstoffe. Biete deiner Katze immer ausreichend frisches Wasser an und kontrolliere regelmäßig das Gewicht. Die richtige Ernährung ist einer der wichtigsten Faktoren für ein langes, gesundes Katzenleben – investiere hier lieber etwas mehr, um langfristig Tierarztkosten zu sparen und deiner Katze ein Höchstmaß an Lebensqualität zu bieten.