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Katze – Gesundheit18.2.2026

Katze erbricht – Ursachen, Behandlung und Warnsignale

Warum erbricht meine Katze?

Katzen erbrechen vergleichsweise häufig – und nicht jedes Mal steckt eine ernsthafte Erkrankung dahinter. Dennoch solltest du als Katzenbesitzer die verschiedenen Ursachen kennen, denn in manchen Fällen ist schnelles Handeln gefragt. In diesem Ratgeber erfährst du, warum deine Katze sich übergibt, was du tun kannst und wann der Tierarzt ins Spiel kommen muss.

Harmlose Ursachen

  • Haarballen (Trichobezoar): Die häufigste Ursache, besonders bei Langhaarkatzen. Beim Putzen verschluckt deine Katze Haare, die sich im Magen zu Ballen formen und irgendwann herausgewürgt werden. Das klingt dramatisch, ist aber völlig normal.
  • Zu schnelles Fressen: Manche Katzen schlingen ihr Futter herunter und erbrechen es kurz darauf nahezu unverdaut wieder. Das Futter hatte keine Zeit, den Magen richtig zu erreichen.
  • Futterumstellung: Ein plötzlicher Wechsel des Futters kann den empfindlichen Katzenmagen irritieren.
  • Grasfressen: Auch Wohnungskatzen fressen gerne Katzengras. Die unverdaulichen Halme reizen die Magenschleimhaut und lösen einen Brechreflex aus – oft, um gleichzeitig Haarballen loszuwerden.
  • Stress: Katzen sind sensible Tiere. Ein Umzug, ein neues Haustier, Veränderungen im Tagesablauf oder laute Geräusche können zu stressbedingtem Erbrechen führen.

Ernstzunehmende Ursachen

  • Chronische Niereninsuffizienz (CNI): Eine der häufigsten Erkrankungen bei älteren Katzen. Die nachlassende Nierenfunktion führt zu Übelkeit und Erbrechen.
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Vor allem bei Katzen ab dem 8. Lebensjahr. Symptome: Erbrechen, Gewichtsverlust trotz guten Appetits, Unruhe.
  • Diabetes mellitus: Katzen mit Diabetes erbrechen häufig, trinken vermehrt und verlieren an Gewicht.
  • Entzündliche Darmerkrankung (IBD): Chronisches Erbrechen und/oder Durchfall können auf eine Entzündung des Darms hindeuten.
  • Fremdkörper: Katzen verschlucken gerne Fäden, Bänder, Haargummis oder kleine Spielzeuge. Ein Fremdkörper im Magen oder Darm ist ein Notfall.
  • Vergiftung: Lilien, bestimmte Zimmerpflanzen, ätherische Öle oder Reinigungsmittel können für Katzen giftig sein.
  • Tumoren: Im Magen-Darm-Trakt oder Lymphome, besonders bei älteren Katzen.
  • Pankreatitis: Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse kommt bei Katzen häufiger vor als oft angenommen.
  • Infektionskrankheiten: Katzenschnupfen, FIP oder FIV können Erbrechen als Begleitsymptom verursachen.

Katze erbricht Schaum – was bedeutet das?

Wenn deine Katze weißen oder gelblichen Schaum erbricht, hat sie meist einen leeren Magen. Die Magensäure und der Schleim vermischen sich zu Schaum.

Häufige Ursachen für schaumiges Erbrechen:

  • Leerer Magen (zu lange nichts gefressen)
  • Haarballen, die sich nicht lösen können
  • Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
  • Stress oder Aufregung

Gelegentliches schaumiges Erbrechen ist selten ein Grund zur Sorge. Wenn es aber regelmäßig auftritt, solltest du die Katze beim Tierarzt vorstellen.

Katze erbricht unverdautes Futter

Wenn deine Katze kurz nach dem Fressen unverdautes Futter auswirft, handelt es sich oft um Regurgitieren statt echtes Erbrechen. Die Nahrung kommt direkt aus der Speiseröhre zurück, ohne dass der Magen sie verarbeitet hat.

Mögliche Ursachen:

  • Zu schnelles Fressen
  • Futternapf steht ungünstig (zu hoch oder zu tief)
  • Futterunverträglichkeit
  • Megaösophagus (seltene Erkrankung der Speiseröhre)
  • Stress durch Futterneid bei mehreren Katzen

Tipps gegen zu schnelles Fressen:

  • Kleinere Portionen, dafür häufiger füttern
  • Anti-Schling-Napf verwenden
  • In Mehrkatzenhaushalt: getrennte Futterplätze
  • Futter auf Raumtemperatur bringen (nicht direkt aus dem Kühlschrank)

Was tun, wenn die Katze erbricht?

Bei einmaligem Erbrechen

  1. Beobachten: Ist die Katze danach munter und frisst normal? Dann ist wahrscheinlich alles in Ordnung.
  2. Wasser anbieten: In kleinen Mengen, damit der Magen nicht überfordert wird.
  3. Nächste Mahlzeit ausfallen lassen: 6-12 Stunden fasten lassen, danach eine kleine Portion Schonkost.

Bewährte Hausmittel

  • Schonkost: Gekochtes Hühnchen (ohne Haut und Knochen, ungewürzt) in kleinen Mengen
  • Katzengras anbieten: Hilft beim natürlichen Ausscheiden von Haarballen
  • Malzpaste gegen Haarballen: Regelmäßig geben, besonders bei Langhaarkatzen
  • Regelmäßig bürsten: Reduziert die Menge verschluckter Haare – bei Langhaarkatzen täglich, bei Kurzhaarkatzen 1-2 Mal pro Woche

Schonkost für Katzen

  • Gekochtes, mageres Hühnchen oder Truthahn (ungewürzt)
  • Gekochter weißer Fisch ohne Gräten
  • Kleine Portionen, 4-5 Mal am Tag
  • 2-3 Tage Schonkost, dann langsam normales Futter einmischen

Wichtig: Katzen dürfen nicht länger als 24-48 Stunden fasten! Bei Katzen kann bereits eine Fastenperiode von 2-3 Tagen zu einer lebensbedrohlichen hepatischen Lipidose (Fettleber) führen. Besonders gefährdet sind übergewichtige Katzen.

🚨 Warnsignale – sofort zum Tierarzt!

Bring deine Katze umgehend zum Tierarzt, wenn:

  • Blut im Erbrochenen (rot oder kaffeesatzartig)
  • Erbrechen hält länger als 24 Stunden an
  • Katze frisst nicht und wirkt teilnahmslos
  • Gewichtsverlust über einen längeren Zeitraum
  • Gleichzeitig Durchfall und Erbrechen (Dehydrierungsgefahr!)
  • Verdacht auf Fremdkörper (Faden, Band, Spielzeug verschluckt)
  • Verdacht auf Vergiftung (Pflanze angeknabbert, Zugang zu giftigen Substanzen)
  • Katze würgt dauerhaft, ohne dass etwas herauskommt
  • Vermehrtes Trinken und häufiges Urinieren (Hinweis auf Nierenprobleme oder Diabetes)
  • Fieber (Normaltemperatur Katze: 38-39 °C)

Erbrechen bei Katzen vorbeugen

  • Regelmäßiges Bürsten: Weniger verschluckte Haare = weniger Haarballen
  • Malzpaste oder Hairball-Futter: Unterstützt die Haarballenausscheidung
  • Langsam fressen lassen: Anti-Schling-Napf, flache Teller, mehrere kleine Mahlzeiten
  • Katzengras bereitstellen: Für Wohnungskatzen besonders wichtig
  • Futterumstellungen langsam durchführen: Über 7-10 Tage mischen
  • Giftige Pflanzen entfernen: Lilien, Weihnachtssterne, Efeu und viele andere Pflanzen sind für Katzen giftig
  • Fäden und Bänder sichern: Katzen lieben es, mit Schnüren zu spielen, aber das Verschlucken kann lebensbedrohlich sein
  • Regelmäßige Vorsorge: Jährliche Blutuntersuchung ab dem 7. Lebensjahr, um Nieren- und Schilddrüsenprobleme frühzeitig zu erkennen

Zusammenfassung

Erbrechen bei Katzen ist häufig und oft harmlos – Haarballen, zu schnelles Fressen oder Stress sind die üblichen Verdächtigen. Mit regelmäßigem Bürsten, Malzpaste und angepasster Fütterung kannst du viel vorbeugen. Achte aber auf Warnsignale wie Blut, Apathie, Gewichtsverlust oder anhaltendes Erbrechen und scheue dich nicht, zum Tierarzt zu gehen.