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Parasiten18.2.2026

Wurmkur bei Katzen – Wie oft und welche Mittel?

Warum ist eine Wurmkur bei Katzen wichtig?

Würmer gehören zu den häufigsten Parasiten bei Katzen. Sowohl Freigänger als auch reine Wohnungskatzen können sich mit verschiedenen Wurmarten infizieren – Freigänger allerdings deutlich häufiger, da sie beim Jagen Mäuse und Vögel fressen, die als Zwischenwirte dienen. Ein Wurmbefall bleibt oft lange unbemerkt, weil viele Katzen keine offensichtlichen Symptome zeigen. Trotzdem schaden die Parasiten dem Darm, entziehen Nährstoffe und können bei starkem Befall zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen.

Darüber hinaus stellen einige Wurmarten ein Gesundheitsrisiko für den Menschen dar. Spulwürmer der Katze (Toxocara cati) können – ähnlich wie beim Hund – beim Menschen eine Toxokarose auslösen. Der Fuchsbandwurm ist eine seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Zoonose. Regelmäßige Entwurmungen oder Kotuntersuchungen schützen daher nicht nur deine Katze, sondern auch dich und deine Familie.

Welche Würmer befallen Katzen?

Spulwürmer (Toxocara cati)

Spulwürmer sind die häufigsten Darmparasiten bei Katzen. Die erwachsenen Würmer leben im Dünndarm und können bis zu 10 Zentimeter lang werden. Kätzchen infizieren sich häufig über die Muttermilch. Erwachsene Katzen stecken sich über infektiöse Eier aus der Umwelt oder über Beutetiere an.

Hakenwürmer (Ancylostoma tubaeforme)

Hakenwürmer sind kleiner als Spulwürmer und saugen Blut aus der Darmschleimhaut. Sie können Blutarmut, dunklen teerigen Kot und Gewichtsverlust verursachen. Die Ansteckung erfolgt oral oder über die Haut (Larven bohren sich durch die Pfotenballen).

Bandwürmer

Die häufigsten Bandwürmer bei der Katze sind:

  • Gurkenkernbandwurm (Dipylidium caninum): Übertragung über Flöhe. Die Katze verschluckt beim Putzen einen infizierten Floh und infiziert sich so. Erkennbar an reiskornartigen Gliedern am After oder im Kot.
  • Taenia-Arten: Übertragung über Beutetiere (Mäuse, Ratten).
  • Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis): Seltener bei Katzen als bei Hunden, aber möglich. Katzen sind allerdings weniger gute Endwirte.

Lungenwürmer (Aelurostrongylus abstrusus)

Lungenwürmer befallen die Atemwege der Katze und können chronischen Husten, Atemnot und Leistungsminderung verursachen. Die Ansteckung erfolgt über Schnecken oder deren Schleimspuren auf Gras, das die Katze frisst.

Symptome eines Wurmbefalls bei Katzen

Viele Katzen zeigen bei leichtem Befall keine auffälligen Symptome. Bei stärkerem Befall können folgende Anzeichen auftreten:

  • Durchfall, eventuell mit Schleim oder Blut
  • Erbrechen, manchmal mit sichtbaren Würmern
  • Gewichtsverlust trotz normaler oder gesteigerter Futteraufnahme
  • Stumpfes, glanzloses Fell
  • Aufgeblähter Bauch (besonders bei Kätzchen)
  • Sichtbare Wurmglieder am After oder im Kot (Bandwurm)
  • Vermehrtes Schlittenfahren (Rutschen auf dem Po)
  • Bei Lungenwürmern: chronischer Husten, Atembeschwerden
  • Bei starkem Befall: Apathie, Blutarmut, Wachstumsstörungen bei Jungtieren

Welche Wirkstoffe gibt es?

Verschiedene Wirkstoffe werden je nach Wurmart eingesetzt:

Gegen Spulwürmer und Hakenwürmer

  • Pyrantel: Wirkt gegen adulte Spulwürmer und Hakenwürmer im Darm. Gut verträglich, häufig in Kombinationspräparaten.
  • Fenbendazol: Breitbandanthelminthikum, das über mehrere Tage verabreicht wird. Wirkt gegen Spulwürmer, Hakenwürmer und Giardien.
  • Milbemycinoxim: In monatlichen Tabletten oder Spot-on-Präparaten enthalten.
  • Emodepsid: Moderner Wirkstoff in Spot-on-Präparaten, wirkt gegen Rund- und Bandwürmer.

Gegen Bandwürmer

  • Praziquantel: Der Standardwirkstoff gegen alle Bandwurmarten. Wirkt als Einmalgabe und ist in Tabletten, Pasten und Spot-on-Präparaten verfügbar.

Gegen Lungenwürmer

  • Moxidectin: In bestimmten Spot-on-Präparaten enthalten, wirkt gegen Lungenwürmer und andere Parasiten.
  • Fenbendazol: Kann ebenfalls gegen Lungenwürmer eingesetzt werden (Off-Label-Einsatz, tierärztliche Anordnung erforderlich).

Kombinationspräparate

Die meisten modernen Wurmkuren sind Kombinationspräparate, die gegen mehrere Wurmarten gleichzeitig wirken. Gängige Kombinationen sind:

  • Pyrantel + Praziquantel (Tablette)
  • Milbemycinoxim + Praziquantel (Tablette)
  • Emodepsid + Praziquantel (Spot-on)
  • Moxidectin + Fluralaner oder andere Wirkstoffe (Spot-on)

Wie oft solltest du deine Katze entwurmen?

Die europäische Fachgesellschaft ESCCAP gibt klare Empfehlungen, die sich nach dem individuellen Risikoprofil deiner Katze richten:

Reine Wohnungskatze

  • Minimales Risiko: 1-2 Entwurmungen pro Jahr sind in der Regel ausreichend
  • Kotuntersuchung als Alternative: 1-2 Mal jährlich
  • Ausnahme: Wenn die Katze rohes Fleisch (BARF) bekommt, erhöht sich das Risiko

Freigänger ohne Jagdverhalten

  • Mittleres Risiko: 4 Entwurmungen pro Jahr (alle 3 Monate)
  • Oder vierteljährliche Kotuntersuchung und Behandlung nur bei positivem Befund

Freigänger mit Jagdverhalten

  • Hohes Risiko: Monatliche Entwurmung oder monatliche Kotuntersuchung
  • Besonders wichtig, wenn Kinder oder immungeschwächte Personen im Haushalt leben
  • Bei Fuchsbandwurmrisiko (ländliche Gebiete): monatliche Entwurmung mit Praziquantel

Kitten

  • Ab der 3. Lebenswoche: Erste Entwurmung (gegen Spulwürmer)
  • Alle 2 Wochen: Bis 2 Wochen nach dem Absetzen
  • Danach monatlich: Bis zum Alter von 6 Monaten
  • Ab 6 Monaten: Nach individuellem Risikoprofil

Darreichungsformen: Tablette, Paste oder Spot-on?

Die Eingabe einer Wurmkur kann bei Katzen eine echte Herausforderung sein. Zum Glück gibt es verschiedene Darreichungsformen:

Tabletten

  • Können direkt eingegeben, in Leckerli versteckt oder zerkleinert unter das Futter gemischt werden
  • Viele Katzen verweigern Tabletten – Tabletteneingeber aus der Apotheke können helfen
  • Tipp: Es gibt fleischige Tablettenhüllen, die den Geschmack überdecken

Pasten

  • Werden direkt ins Maul gegeben oder aufs Futter gestrichen
  • Für manche Katzen leichter zu verabreichen als Tabletten
  • Dosierung nach Körpergewicht

Spot-on-Präparate

  • Werden in den Nacken auf die Haut aufgetragen
  • Ideal für Katzen, die Tabletten partout nicht nehmen
  • Wirken über die Haut und gelangen über die Blutbahn an den Wirkort
  • Achtung: Nicht anwenden, wenn die Katze nass ist, und nach dem Auftragen nicht baden

Injektionen

  • Nur beim Tierarzt
  • Werden selten eingesetzt, können aber bei besonders widerspenstigen Katzen eine Option sein

Nebenwirkungen von Wurmkuren

Moderne Wurmkuren sind in der Regel sehr gut verträglich. Gelegentlich können leichte Nebenwirkungen auftreten:

  • Kurzzeitig weicher Kot oder Durchfall
  • Leichte Übelkeit oder Erbrechen
  • Verminderte Fresslust für einige Stunden
  • Bei Spot-on-Präparaten: lokale Hautreizung an der Auftragsstelle

Schwere Nebenwirkungen sind selten. Wenn deine Katze ungewöhnlich reagiert, kontaktiere deinen Tierarzt.

Wichtiger Hinweis: Entwurmungsmittel für Hunde dürfen nicht ohne Weiteres bei Katzen angewendet werden. Bestimmte Wirkstoffe, die für Hunde zugelassen sind, können für Katzen giftig sein. Verwende immer nur Präparate, die ausdrücklich für Katzen zugelassen sind.

Kotuntersuchung als Alternative

Wenn du deine Katze nicht regelmäßig entwurmen möchtest, ist die Kotuntersuchung eine sinnvolle Alternative:

  • Sammelkotprobe: Sammle über 3 aufeinanderfolgende Tage Kot deiner Katze
  • Untersuchung: Dein Tierarzt oder ein spezialisiertes Labor untersucht die Probe auf Wurmeier und Larven
  • Behandlung nur bei Bedarf: Erst bei positivem Befund wird entwurmt
  • Vorteil: Kein unnötiger Medikamenteneinsatz
  • Nachteil: Eine negative Probe schließt einen Befall nicht zu 100 % aus (Patenzperiode, unregelmäßige Eiausscheidung)

Die Kotuntersuchung muss im gleichen Intervall durchgeführt werden wie die Entwurmung es wäre. Wenn du vierteljährlich entwurmen müsstest, dann lass auch vierteljährlich untersuchen.

Natürliche Entwurmung bei Katzen?

Kokosöl, Kürbiskerne, Kräuter, Bierhefe – im Internet gibt es zahlreiche Tipps für eine „natürliche" Entwurmung. Leider gibt es dafür keine wissenschaftlichen Belege.

Diese Mittel können eine gesunde Darmflora unterstützen und das allgemeine Wohlbefinden fördern, eine nachgewiesene wurmabtötende Wirkung im lebenden Organismus haben sie jedoch nicht. Bei einem festgestellten Wurmbefall solltest du immer auf zugelassene Tierarzneimittel zurückgreifen.

Tipps für die Entwurmung

  • Katze wiegen: Die richtige Dosierung hängt vom Körpergewicht ab. Unterdosierung kann dazu führen, dass nicht alle Würmer abgetötet werden.
  • Flohbehandlung gleichzeitig: Da Flöhe Bandwürmer übertragen, solltest du bei Bandwurmbefall immer auch gegen Flöhe behandeln.
  • Alle Katzen im Haushalt gleichzeitig entwurmen: So vermeidest du eine gegenseitige Neuansteckung.
  • Katzenklo gründlich reinigen: Nach der Entwurmung das Katzenklo besonders gründlich reinigen und die Streu wechseln.
  • Dokumentieren: Notiere dir die Entwurmungstermine, damit du den Überblick behältst.

Häufige Fragen

Kann meine Wohnungskatze Würmer bekommen?

Ja, auch reine Wohnungskatzen können sich anstecken. Wurmeier können über Schuhe in die Wohnung getragen werden. Außerdem können Flöhe Bandwürmer übertragen. Das Risiko ist zwar geringer als bei Freigängern, aber nicht null.

Wie erkenne ich, ob meine Katze Würmer hat?

Sichtbare Wurmglieder am After oder im Kot, Gewichtsverlust, Durchfall, Erbrechen und stumpfes Fell sind Hinweise. Da viele Katzen symptomlose Träger sind, ist eine regelmäßige Kotuntersuchung der sicherste Weg.

Ist eine Wurmkur schädlich für meine Katze?

Moderne Wurmkuren sind in aller Regel sehr gut verträglich. Die Wirkstoffe werden schnell vom Körper abgebaut. Eine Wurmkur wirkt nicht vorbeugend, sondern tötet nur aktuell vorhandene Würmer ab – deshalb muss sie regelmäßig wiederholt werden.

Muss ich meine Katze nach der Wurmkur von den Kindern fernhalten?

Nein, das ist nicht notwendig. Achte aber darauf, dass Kinder sich nach dem Kontakt mit der Katze die Hände waschen und nicht im Gesicht lecken lassen.

Zusammenfassung

Eine regelmäßige Wurmkur oder Kotuntersuchung gehört zur verantwortungsvollen Katzenhaltung. Wie oft du entwurmen solltest, hängt davon ab, ob deine Katze Freigänger oder Wohnungskatze ist, ob sie jagt und ob besonders gefährdete Personen im Haushalt leben. Kombinationspräparate decken die wichtigsten Wurmarten ab, und verschiedene Darreichungsformen machen die Eingabe auch bei schwierigen Katzen möglich. Sprich mit deinem Tierarzt über das optimale Entwurmungsschema für deine Katze und halte die Intervalle konsequent ein.