Zurück zum Ratgeber
💰
allgemein18.2.2026

Tierarztkosten – Übersicht, GOT und Spartipps

Tierarztkosten – Was kosten Behandlungen und wie kannst du sparen?

Ein Haustier bringt Freude, Liebe und Gesellschaft – aber auch Kosten. Neben Futter und Zubehör gehören die Tierarztkosten zu den größten regelmäßigen Ausgaben für Haustierbesitzer. Ob Impfung, Kastration, Zahnbehandlung oder Notfall-OP – die Kosten können sich schnell summieren und manchmal unerwartet hoch ausfallen. In diesem Ratgeber erfährst du, wie die Tierarztkosten berechnet werden, was häufige Behandlungen kosten und mit welchen Spartipps du die finanzielle Belastung im Griff behältst.

Die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT)

Was ist die GOT?

Die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) ist die gesetzliche Grundlage für die Abrechnung tierärztlicher Leistungen in Deutschland. Sie legt fest, welche Gebühr für jede einzelne Leistung mindestens und höchstens berechnet werden darf. Die GOT wurde zuletzt zum 22. November 2022 grundlegend reformiert, was zu teilweise deutlichen Preisanpassungen geführt hat.

Wie funktioniert die GOT?

Die GOT arbeitet mit einem Gebührensatz-System:

  • Einfacher Satz (1-fach): Der Basispreis für eine Leistung. Dies ist die Untergrenze – kein Tierarzt darf weniger berechnen.
  • Zweifacher Satz (2-fach): Das Doppelte des Basispreises. Wird häufig bei erhöhtem Aufwand oder besonderen Umständen berechnet.
  • Dreifacher Satz (3-fach): Die Obergrenze für die meisten Leistungen. Wird bei besonders aufwendigen Fällen oder im Notdienst angewandt.
  • Vierfacher Satz (4-fach): Gilt für den tierärztlichen Notdienst (nachts, Wochenende, Feiertage) als Obergrenze.

Der Tierarzt wählt den Satz je nach:

  • Schwierigkeit des Falls
  • Zeitaufwand
  • Wert des Tieres
  • Örtlichen Verhältnissen

Wichtig zu wissen

  • Der Tierarzt ist verpflichtet, nach GOT abzurechnen – Pauschalangebote oder Dumpingpreise sind grundsätzlich nicht erlaubt
  • Du hast das Recht auf eine detaillierte Rechnung, die jede einzelne Leistung mit dem angewandten Gebührensatz aufschlüsselt
  • Im Notdienst kommt zusätzlich eine Notdienstgebühr von aktuell 50 Euro (netto) hinzu, und die Leistungen können bis zum 4-fachen Satz berechnet werden

Was kosten häufige Behandlungen?

Die folgenden Preise sind Orientierungswerte auf Basis der GOT 2022. Die tatsächlichen Kosten variieren je nach Region, Tierarzt und Einzelfall.

Grundleistungen

BehandlungPreisspanne (ca.)
Allgemeine Untersuchung (Hund/Katze)25 bis 75 Euro
Impfung (inkl. Untersuchung)50 bis 120 Euro
Wurmkur (Tablette)10 bis 30 Euro
Entwurmung (Kot-Untersuchung)25 bis 50 Euro
Zeckenentfernung10 bis 25 Euro
Mikrochip einsetzen35 bis 60 Euro
EU-Heimtierausweis10 bis 15 Euro

Operationen beim Hund

OperationPreisspanne (ca.)
Kastration Rüde150 bis 400 Euro
Kastration Hündin300 bis 700 Euro
Zahnsteinentfernung120 bis 350 Euro
Kreuzband-OP1.200 bis 3.500 Euro
Magendrehung-OP (Notfall)1.500 bis 4.000 Euro
Tumor-Entfernung400 bis 2.000 Euro
Fremdkörper-OP800 bis 2.500 Euro
Bandscheibenvorfall-OP2.000 bis 5.000 Euro
Hüftgelenks-OP1.500 bis 4.500 Euro

Operationen bei der Katze

OperationPreisspanne (ca.)
Kastration Kater80 bis 200 Euro
Kastration Katze150 bis 400 Euro
Zahnsteinentfernung100 bis 300 Euro
Zahnextraktion (pro Zahn)20 bis 80 Euro
Fremdkörper-OP600 bis 2.000 Euro
Knochenbruch-OP800 bis 2.500 Euro

Diagnostik

UntersuchungPreisspanne (ca.)
Blutuntersuchung (großes Blutbild)50 bis 120 Euro
Röntgenaufnahme40 bis 100 Euro (pro Aufnahme)
Ultraschall50 bis 150 Euro
CT (Computertomografie)400 bis 1.200 Euro
MRT (Magnetresonanztomografie)500 bis 1.500 Euro
Urinuntersuchung20 bis 50 Euro
Allergie-Test100 bis 300 Euro
Herzultraschall80 bis 200 Euro

Notdienst

LeistungKosten
Notdienstgebühr (Pflicht)50 Euro (netto)
Allgemeine Untersuchung im Notdienst75 bis 225 Euro
Notfall-OP (einfach)500 bis 2.000 Euro
Notfall-OP (komplex)2.000 bis 6.000 Euro
Stationäre Aufnahme (pro Tag)20 bis 60 Euro

Jährliche Kosten im Überblick

Hund (durchschnittliche jährliche Kosten)

PostenKosten (ca.)
Grundimmunisierung / Auffrischimpfungen50 bis 120 Euro
Parasitenschutz (Wurmkur + Zeckenschutz)80 bis 200 Euro
Jährlicher Gesundheitscheck25 bis 75 Euro
Summe (ohne Erkrankungen)155 bis 395 Euro

Katze (durchschnittliche jährliche Kosten)

PostenKosten (ca.)
Auffrischimpfungen40 bis 100 Euro
Parasitenschutz50 bis 150 Euro
Jährlicher Gesundheitscheck25 bis 75 Euro
Summe (ohne Erkrankungen)115 bis 325 Euro

Diese Summen decken nur die Routineversorgung ab. Jede Erkrankung oder Verletzung kommt hinzu.

Spartipps für Tierarztkosten

1. Vorsorge statt Nachsorge

Die beste Investition ist Vorsorge:

  • Halte Impfungen aktuell – Infektionskrankheiten zu behandeln ist um ein Vielfaches teurer
  • Regelmäßige Zahnpflege zu Hause spart teure Zahnbehandlungen unter Narkose
  • Parasitenschutz konsequent durchführen – Parasitenerkrankungen behandeln ist aufwendiger als vorbeugen
  • Jährliche Gesundheitschecks decken Probleme frühzeitig auf, wenn sie noch günstig zu behandeln sind

2. Gewichtskontrolle

Übergewicht ist einer der größten Kostentreiber in der Tiermedizin. Ein übergewichtiges Tier hat ein deutlich höheres Risiko für:

  • Gelenkerkrankungen
  • Diabetes
  • Herzprobleme
  • Krebs
  • Lebensverkürzung

Normalgewicht halten kostet nichts – und spart langfristig Tausende Euro.

3. Tierkrankenversicherung

Eine Tierkrankenversicherung kann bei schweren Erkrankungen oder Unfällen vor finanzieller Überlastung schützen. Vergleiche sorgfältig und achte auf:

  • Erstattungshöhe und Selbstbeteiligung
  • Wartezeiten
  • Ausschlüsse und Deckungssummen
  • Erstattung nach GOT-Satz

4. Rücklagen bilden

Wenn du keine Versicherung abschließen möchtest, lege monatlich einen festen Betrag (mindestens 30 bis 50 Euro) auf ein separates „Tierkonto" zurück. So bist du bei unerwarteten Kosten zumindest teilweise abgesichert.

5. Preise vergleichen – aber richtig

Tierärzte berechnen unterschiedliche GOT-Sätze. Ein Vergleich lohnt sich, aber:

  • Wähle den Tierarzt nicht nur nach dem Preis, sondern auch nach Kompetenz und Vertrauen
  • Lange Anfahrtswege kosten ebenfalls (Benzin, Stress für das Tier)
  • Spezialkliniken sind teurer, bieten aber bei komplexen Fällen bessere Diagnostik und Behandlung
  • Tierkliniken an Universitäten (Tiho Hannover, LMU München, FU Berlin, JLU Gießen, Uni Leipzig) können eine Option sein – oft moderatere Preise bei Spezialbehandlungen

6. Zweitmeinung einholen

Bei teuren Behandlungen oder empfohlenen Operationen lohnt es sich, eine Zweitmeinung einzuholen. Manche Erkrankungen können konservativ (ohne OP) behandelt werden.

7. Ratenzahlung ansprechen

Viele Tierarztpraxen bieten Ratenzahlung an, besonders bei größeren Beträgen. Frage offen danach – es ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von verantwortungsvollem Umgang mit der Situation.

8. Rechnung prüfen

Prüfe die Tierarztrechnung auf:

  • Korrekte Leistungsbeschreibung
  • Angewandter GOT-Satz (1-fach, 2-fach, 3-fach)
  • Einzelauflistung aller Posten
  • Korrekte Medikamentenberechnung

Bei Unklarheiten scheue dich nicht, beim Tierarzt nachzufragen.

Notdienst – Warum es so teuer ist

Die Notdienstgebühr und die erhöhten Sätze im Notdienst sorgen regelmäßig für Überraschungen. Doch der Hintergrund ist nachvollziehbar:

  • Tierärzte im Notdienst arbeiten nachts, an Wochenenden und Feiertagen
  • Personal, Praxisräume und Geräte müssen rund um die Uhr bereitgehalten werden
  • Die GOT-Reform 2022 hat die Notdienstgebühr bewusst eingeführt, um den tierärztlichen Notdienst wirtschaftlich tragbar zu halten

Tipp: Nicht jeder Fall ist ein Notfall. Wenn du unsicher bist, ob dein Tier sofort behandelt werden muss oder bis zur regulären Sprechstunde warten kann, ruf vorher in der Notdienstpraxis an und schildere die Symptome. Das spart im Zweifel die Notdienstgebühr.

Wann du nicht sparen solltest

Bei allem Sparsinn gibt es Situationen, in denen jeder Euro gut investiert ist:

Zusammenfassung

Tierarztkosten sind ein wesentlicher Teil der Tierhaltung und können je nach Situation erheblich sein. Die GOT bildet den gesetzlichen Rahmen und sorgt für Transparenz – nutze dein Recht auf eine detaillierte Rechnung. Investiere in Vorsorge, halte dein Tier schlank und fit, bilde Rücklagen und prüfe eine Tierkrankenversicherung. So bist du für den normalen Alltag und für unerwartete Situationen gerüstet, ohne dass die Tierarztrechnung zur finanziellen Krise wird.