Der Malteser im Überblick
Der Malteser gehört zu den ältesten Hunderassen der Welt. Schon im antiken Griechenland und Rom wurden diese kleinen weißen Hunde als Begleiter geschätzt. Heute ist der Malteser ein beliebter Familien- und Wohnungshund, der mit seinem freundlichen Wesen und seinem seidigen Fell Herzen erobert.
Steckbrief
- Herkunft: Zentraler Mittelmeerraum (FCI-Patronat: Italien)
- Größe: 20–25 cm (Rüden), 20–23 cm (Hündinnen)
- Gewicht: 3–4 kg
- Lebenserwartung: 12–15 Jahre
- Fell: Lang, seidig, reinweiß
- FCI-Gruppe: Gruppe 9 – Gesellschafts- und Begleithunde
Charakter und Wesen
Der Malteser ist ein fröhlicher, anhänglicher und intelligenter Hund. Trotz seiner geringen Größe hat er ein selbstbewusstes Auftreten und kann durchaus mutig sein. Typische Charaktereigenschaften:
- Menschenbezogen: Malteser binden sich eng an ihre Bezugsperson und sind echte Schattenhunde
- Verspielt: Auch im höheren Alter behalten sie ihre spielerische Art
- Wachsam: Sie schlagen zuverlässig an, wenn jemand an der Tür klingelt – Bellfreudigkeit sollte man früh in den Griff bekommen
- Anpassungsfähig: Sie fühlen sich in der Stadtwohnung genauso wohl wie im Haus mit Garten
- Verträglich: In der Regel kommen sie gut mit anderen Hunden und auch Katzen aus
Für wen eignet sich ein Malteser?
Der Malteser ist ein idealer Hund für Erstbesitzer, Senioren und Familien mit älteren Kindern. Für sehr kleine Kinder ist er aufgrund seiner zierlichen Statur weniger geeignet – unsachgemäßes Hochheben kann zu Verletzungen führen. Wichtig: Malteser brauchen trotz ihrer Größe ausreichend Beschäftigung und Sozialkontakt. Ganztägiges Alleinsein verträgt diese Rasse nicht.
Fellpflege – Der Kern der Malteser-Haltung
Das seidige, weiße Fell des Maltesers ist sein Markenzeichen – und seine größte Pflegeherausforderung. Ohne regelmäßige Pflege verfilzt es innerhalb weniger Tage.
Tägliche Pflege
- Kämmen: Täglich mit einem grobzinkigen Kamm durchkämmen, anschließend mit einem feineren Kamm nacharbeiten
- Knoten lösen: Verfilzungen niemals herausreißen, sondern vorsichtig mit den Fingern oder einem Entfilzungsspray lösen
- Augenpartie: Die Tränenflüssigkeit kann bei weißem Fell bräunliche Verfärbungen hinterlassen. Täglich mit einem weichen, feuchten Tuch reinigen
Baden
Alle 2–4 Wochen solltest du deinen Malteser baden. Verwende ein mildes Hundeshampoo für weißes Fell. Gründliches Ausspülen ist entscheidend – Shampooreste verursachen Juckreiz und Verfilzungen.
Frisuren und Schnitte
Viele Malteser-Besitzer lassen das Fell in einem pflegeleichten Welpenschnitt (Puppy Cut) auf 3–5 cm kürzen. Das ist für den Alltag praktischer als das bodenlange Showfell. Ein Besuch beim Hundefriseur alle 6–8 Wochen hält den Schnitt in Form.
Zahnpflege
Kleine Rassen wie der Malteser neigen besonders zu Zahnstein und Zahnproblemen. Tägliches Zähneputzen mit einer Hundezahnpasta ist die beste Vorbeugung. Beginne damit am besten schon im Welpenalter, dann gewöhnt sich dein Malteser schnell daran.
Ernährung
Der Malteser hat keinen besonders großen Appetit, ist aber oft wählerisch. Einige Grundregeln:
- Hochwertiges Futter: Achte auf einen hohen Fleischanteil und wenig Getreide
- Kleine Portionen: 2–3 Mahlzeiten am Tag sind besser als eine große
- Leckerlis einrechnen: Bei 3–4 kg Körpergewicht machen ein paar Leckerlis schnell einen großen Anteil der Tagesration aus
- Kein Übergewicht: Jedes Gramm zu viel belastet die kleinen Gelenke. Regelmäßig wiegen und die Gewichtstabelle als Orientierung nutzen
- Frisches Wasser: Immer verfügbar. Manche Malteser trinken wenig – ein Trinkbrunnen kann helfen
Unverträglichkeiten
Malteser reagieren häufiger als andere Rassen empfindlich auf bestimmte Proteinquellen oder Getreide. Wenn dein Malteser sich viel kratzt, Durchfall hat oder die Ohren ständig entzündet sind, könnte eine Futtermittelallergie dahinterstecken. Eine Ausschlussdiät unter tierärztlicher Begleitung bringt Klarheit.
Rassetypische Krankheiten
Der Malteser ist grundsätzlich eine robuste, langlebige Rasse. Dennoch gibt es einige gesundheitliche Schwachstellen, die du kennen solltest:
Patellaluxation
Die Kniescheibenverrenkung ist das häufigste orthopädische Problem beim Malteser. Die Kniescheibe springt aus ihrer Führung und verursacht kurzzeitiges Hüpfen auf drei Beinen. Bei leichten Formen (Grad 1–2) genügen Gewichtskontrolle und Muskelaufbau, bei schweren Formen ist eine OP nötig.
White Shaker Syndrom
Diese Erkrankung betrifft vor allem kleine, weiße Hunde. Betroffene Hunde zeigen plötzliches Ganzkörperzittern, das sich bei Aufregung verstärkt. Die genaue Ursache ist unklar, vermutet wird eine Entzündung im Kleinhirn. Die Behandlung mit Kortison zeigt in der Regel gute Ergebnisse.
Tränenfluss und Augenprobleme
Viele Malteser haben chronisch tränende Augen. Das liegt an der Kopfform und den verengten Tränenkanälen. Neben dem kosmetischen Problem (braune Verfärbungen im Fell) können ständig feuchte Augenwinkel zu Hautreizungen führen.
Trachealkolaps
Die Luftröhre kann bei kleinen Rassen instabil werden und zusammenfallen. Typisch ist ein hustenanfall-artiges Würgen, besonders bei Aufregung oder Zug am Halsband. Verwende statt eines Halsbands immer ein Geschirr.
Herzerkrankungen
Im höheren Alter entwickeln Malteser häufig eine Mitralklappeninsuffizienz. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Tierarzt helfen, Herzprobleme frühzeitig zu erkennen.
Zahnprobleme
Wie bereits erwähnt: Kleine Rassen sind besonders anfällig für Zahnstein, Zahnfleischentzündungen und frühzeitigen Zahnverlust. Professionelle Zahnreinigungen beim Tierarzt können nötig werden.
Erziehung
Malteser sind intelligent und lernwillig, aber auch eigensinnig. Sie haben ein feines Gespür dafür, wann ihr Mensch nachgibt – und nutzen das gerne aus.
Tipps für die Erziehung
- Konsequenz: Kein Sonderrecht, weil er so klein und süß ist. Regeln gelten immer
- Positive Verstärkung: Malteser reagieren empfindlich auf Härte. Lob, Leckerlis und Spiel funktionieren am besten
- Frühe Sozialisierung: Im Welpenalter mit vielen verschiedenen Menschen, Hunden und Umgebungen in Kontakt bringen
- Bellverhalten: Frühzeitig an Geräusche und Besuch gewöhnen, damit das Bellen nicht zum Dauerproblem wird
- Stubenreinheit: Kann bei kleinen Rassen länger dauern. Geduld und ein fester Rhythmus sind entscheidend
Bewegung und Beschäftigung
Ein Malteser braucht keine Marathonstrecken, aber tägliche Spaziergänge von insgesamt 45–60 Minuten sollten es sein. Ergänze den Auslauf mit:
- Suchspielen: Leckerlis im Garten oder in der Wohnung verstecken
- Intelligenzspielzeug: Fummelbretter und Strategiespiele fordern den cleveren Malteser
- Tricktraining: Malteser lernen gerne kleine Kunststücke – das stärkt nebenbei die Bindung
- Hundesport: Agility in der Mini-Variante oder Rally Obedience sind geeignet
Malteser vom Züchter oder aus dem Tierschutz?
Seriöser Züchter
Wenn du dich für einen Welpen vom Züchter entscheidest, achte auf:
- VDH/FCI-Mitgliedschaft
- Gesundheitstests der Elterntiere (Patella, Augen, Herz)
- Welpen wachsen im Haus auf und sind gut sozialisiert
- Der Züchter stellt Fragen und möchte wissen, wohin seine Welpen kommen
- Preis: 1.500–2.500 Euro ist realistisch
Tierschutz
Auch im Tierschutz warten Malteser und Malteser-Mischlinge auf ein neues Zuhause. Gerade ältere Hunde sind oft bereits stubenrein und grunderzogen. Rassespezifische Vereine und Pflegestellen vermitteln gezielt.
Häufige Fragen
Haaren Malteser?
Malteser haben kein Unterfell und haaren sehr wenig. Allerdings verlieren sie trotzdem Haare – ähnlich wie Menschen. Für Allergiker sind sie daher etwas verträglicher, aber nicht garantiert allergenfrei.
Können Malteser allein bleiben?
Malteser sind sehr menschenbezogen und sollten nicht länger als 4–5 Stunden allein sein. Trainiere das Alleinsein schrittweise, am besten schon im Welpenalter.
Wie alt werden Malteser?
Mit 12–15 Jahren gehören Malteser zu den langlebigen Rassen. Bei guter Pflege und Gesundheitsvorsorge erreichen manche sogar 16–17 Jahre.
Sind Malteser für Anfänger geeignet?
Grundsätzlich ja. Der Malteser ist freundlich, anpassungsfähig und gut erziehbar. Die aufwendige Fellpflege solltest du aber einplanen – wer dafür keine Zeit oder Lust hat, ist mit einer pflegeleichteren Rasse besser beraten.
