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Katze – Gesundheit18.2.2026

Katze Verstopfung – Ursachen, Hausmittel und Behandlung

Was ist Verstopfung bei Katzen?

Verstopfung (Obstipation) bedeutet, dass deine Katze Schwierigkeiten hat, Kot abzusetzen, oder dass der Stuhlgang seltener und härter als normal ist. Während gesunde Katzen in der Regel ein- bis zweimal täglich Kot absetzen, kann bei einer Verstopfung der Stuhlgang auf alle 2–3 Tage oder noch seltener reduziert sein.

Verstopfung ist bei Katzen relativ häufig und kann harmlos sein – etwa nach einem Futterwechsel. Sie kann aber auch auf ernsthafte Gesundheitsprobleme hindeuten, besonders wenn sie wiederholt auftritt oder deine Katze deutlich leidet.

Normaler Katzenkot vs. Verstopfung

MerkmalNormalVerstopfung
Häufigkeit1–2× täglichSeltener als alle 48 Stunden
KonsistenzFest, aber formbarHart, trocken, kugelig
AbsetzverhaltenProblemlosPressen, Maunzen, langer Aufenthalt im Klo
MengeNormalSehr kleine Mengen oder nichts

Obstipation vs. Megakolon

Es gibt verschiedene Schweregrade:

  • Obstipation: Der Darm ist mit hartem Kot gefüllt, die Katze hat Schwierigkeiten beim Absetzen
  • Megakolon: Der Dickdarm ist dauerhaft erweitert und hat seine Beweglichkeit verloren – chronische, schwere Verstopfung, die oft operativ behandelt werden muss

Ursachen – warum hat meine Katze Verstopfung?

Häufige Ursachen

Zu wenig Flüssigkeit:

  • Die häufigste Ursache! Katzen sind von Natur aus schlechte Trinker.
  • Katzen, die ausschließlich Trockenfutter fressen, nehmen oft zu wenig Flüssigkeit auf.
  • Dehydration durch Erkrankungen (z. B. Niereninsuffizienz)

Haarballen:

  • Verschluckte Haare können den Darm blockieren, besonders bei Langhaarkatzen.
  • Regelmäßiges Bürsten und Malzpaste beugen vor.

Bewegungsmangel:

  • Bewegung regt die Darmtätigkeit an. Wenig aktive Wohnungskatzen neigen eher zu Verstopfung.
  • Besonders ältere, übergewichtige oder arthritische Katzen sind betroffen.

Stress und Veränderungen:

  • Ein neues Katzenklo, ein neuer Standort, Umzug oder ein neues Haustier
  • Manche Katzen meiden das Katzenklo, wenn es nicht sauber genug ist oder die Streu nicht gefällt

Katzenklo-Probleme:

  • Zu wenig Katzentoiletten (Regel: Anzahl Katzen + 1)
  • Unsaubere Toilette – Katzen sind extrem reinlich
  • Ungünstige Position (zu laut, zu wenig Privatsphäre)
  • Haubentoilette bei manchen Katzen unbeliebt

Medizinische Ursachen

  • Chronische Niereninsuffizienz (CNI): Führt zu Dehydration und harten Stuhl
  • Schilddrüsenüberfunktion: Kann paradoxerweise auch Verstopfung verursachen
  • Beckenverletzungen: Alte Frakturen können den Beckenkanal verengen
  • Neurologische Erkrankungen: Probleme mit den Nerven, die den Darm steuern
  • Darmtumoren oder Polypen: Können den Darm verengen
  • Fremdkörper: Verschluckte Gegenstände blockieren den Darmausgang
  • Perineale Hernie: Bei unkastrierten Katern
  • Medikamente: Bestimmte Schmerzmittel (Opioide), Antihistaminika
  • Schmerzen: Katzen mit Arthrose oder Verletzungen im Beckenbereich vermeiden möglicherweise das Pressen

Besonders betroffene Katzen

  • Ältere Katzen (>10 Jahre)
  • Übergewichtige, wenig aktive Katzen
  • Katzen mit Trockenfutter-Ernährung
  • Langhaarkatzen (Haarballen)
  • Katzen mit chronischen Erkrankungen (CNI, Diabetes)

Symptome erkennen

Direkte Anzeichen

  • Häufige Besuche im Katzenklo ohne Ergebnis oder mit nur winzigen Mengen
  • Langes Pressen und Anstrengen – die Katze sitzt lange im Klo und presst
  • Maunzen oder Schreien beim Versuch, Kot abzusetzen
  • Harter, trockener, kugeliger Kot – kleiner als normal
  • Blut am Kot oder um den After – durch das starke Pressen

Indirekte Anzeichen

  • Appetitlosigkeit – eine verstopfte Katze frisst oft weniger
  • Erbrechen – Übelkeit durch den gestauten Darm
  • Lethargie – die Katze wirkt matt und zurückgezogen
  • Aufgeblähter Bauch – fühlbar harte Stellen im Bauch
  • Unsauberkeit – die Katze setzt kleine Mengen außerhalb des Klos ab
  • Vermehrtes Lecken am Hinterteil

Wichtig: Pressen im Katzenklo kann auch auf eine Harnwegsproblematik hindeuten! Wenn dein Kater (besonders!) im Klo sitzt und presst, aber keinen Urin absetzt, ist das ein NOTFALL – es könnte ein Harnröhrenverschluss vorliegen. Sofort zum Tierarzt!

Was du zu Hause tun kannst

Hausmittel bei leichter Verstopfung

Mehr Flüssigkeit:

  • Stelle einen Trinkbrunnen auf – viele Katzen trinken mehr, wenn das Wasser fließt
  • Mehrere Wassernäpfe an verschiedenen Stellen in der Wohnung
  • Nassfutter statt Trockenfutter – oder zusätzlich warmes Wasser über das Trockenfutter geben
  • Ungewürzte Hühnerbrühe (selbst gekocht, ohne Salz) unter das Futter mischen oder zum Trinken anbieten

Ballaststoffe ergänzen:

  • Kürbispüree (reines Kürbisfleisch, KEIN Pumpkin Pie Filling!): 1–2 Teelöffel unter das Futter mischen – Kürbis enthält Ballaststoffe und Wasser
  • Flohsamenschalen: ½ Teelöffel unter das Nassfutter mischen – quellen im Darm und machen den Stuhl weicher. WICHTIG: Immer mit genug Wasser geben!
  • Leinsamen (geschrotet): ½ Teelöffel unter das Futter mischen

Malzpaste:

  • Regelmäßig geben – hilft, Haarballen durch den Darm zu transportieren

Lactulose:

  • Ein mildes Abführmittel, das in der Apotheke erhältlich ist
  • Zieht Wasser in den Darm und macht den Stuhl weicher
  • Dosierung: 0,5–1 ml pro kg Körpergewicht, 2× täglich
  • Besser mit dem Tierarzt absprechen

Mehr Bewegung:

  • Interaktives Spielen mit Federangel oder Laserpointer
  • Kletterstrukturen und erhöhte Plätze anbieten
  • Futter-Suchspiele zur Aktivierung

Bauchmassage:

  • Sanft im Uhrzeigersinn den Bauch massieren – kann die Darmtätigkeit anregen
  • Nur wenn die Katze es zulässt und genießt!

Was du NICHT tun solltest

  • Keine menschlichen Abführmittel geben (können gefährlich sein!)
  • Kein Rizinusöl – ist für Katzen giftig!
  • Nicht selbst Einläufe machen – Verletzungsgefahr, gehört in tierärztliche Hände
  • Nicht abwarten, wenn die Katze seit mehr als 3 Tagen keinen Stuhl abgesetzt hat

🚨 Wann zum Tierarzt?

  • Deine Katze hat seit mehr als 48 Stunden keinen Kot abgesetzt
  • Sie presst stark und hat sichtbar Schmerzen
  • Erbrechen kommt hinzu
  • Die Katze frisst nicht mehr
  • Blut am Kot oder am After
  • Deine Katze ist apathisch oder hat einen aufgeblähten Bauch
  • Es handelt sich um ein wiederkehrendes Problem
  • Du bist unsicher, ob es sich um Verstopfung oder eine Harnwegsproblematik handelt

Was macht der Tierarzt?

  • Abtasten: Der Tierarzt kann den angestauten Kot im Bauch fühlen
  • Röntgen: Zeigt die Menge und Verteilung des Kots im Darm
  • Einlauf: Vorsichtige Spülung des Darms unter Sedierung
  • Manuelle Ausräumung: Bei schwerem Kotstau unter Narkose
  • Infusionstherapie: Bei Dehydration
  • Blutuntersuchung: Nierenwerte, Schilddrüse, Elektrolyte
  • Lactulose oder andere Abführmittel als Langzeittherapie
  • Prokinetika: Medikamente, die die Darmbewegung anregen (z. B. Cisaprid)

Bei chronischer Verstopfung / Megakolon

  • Subtotale Kolektomie: Chirurgische Entfernung des Dickdarms – als letzter Ausweg bei Megakolon, wenn alle anderen Therapien versagen. Die meisten Katzen kommen danach gut zurecht.

Vorbeugung

  • Nassfutter bevorzugen oder Trockenfutter mit Wasser anreichern
  • Trinkbrunnen aufstellen und mehrere Wasserstellen anbieten
  • Regelmäßig bürsten – weniger verschluckte Haare = weniger Haarballen
  • Malzpaste 2–3× pro Woche geben
  • Bewegung fördern – Spielen, Klettern, Futtersuchspiele
  • Katzenklo immer sauber halten und genug Toiletten bereitstellen
  • Gewicht im Normalbereich halten
  • Regelmäßige Vorsorge – Nierenwerte ab dem 7. Lebensjahr kontrollieren lassen

Zusammenfassung

Verstopfung bei Katzen ist ein häufiges Problem, das du oft mit einfachen Maßnahmen wie mehr Flüssigkeit, Ballaststoffen und Bewegung in den Griff bekommst. Der wichtigste Faktor ist eine ausreichende Wasseraufnahme – Nassfutter und Trinkbrunnen sind hier deine besten Verbündeten. Wenn deine Katze seit mehr als 48 Stunden keinen Stuhl abgesetzt hat, dabei presst, erbricht oder nicht frisst, geh zum Tierarzt. Bei wiederkehrender Verstopfung sollte die Ursache abgeklärt werden, um ernsthafte Erkrankungen wie ein Megakolon rechtzeitig zu erkennen.