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Hund – Gesundheit18.2.2026

Dackel – Charakter, Pflege und rassetypische Gesundheitsrisiken

Der Dackel – Kleiner Jäger mit großer Persönlichkeit

Der Dackel – auch Teckel oder Dachshund genannt – ist eine der ältesten deutschen Hunderassen und ein Hund, der weit mehr ist als sein markantes Äußeres vermuten lässt. Hinter den kurzen Beinen und dem langen Körper steckt ein mutiger, intelligenter und eigensinniger Jagdhund, der auch heute noch in vielen Teilen Deutschlands aktiv zur Jagd eingesetzt wird. Gleichzeitig hat er sich als beliebter Familienhund und Begleiter etabliert.

In diesem Ratgeber von Haustier-Guru erfährst du alles über den Charakter des Dackels, die richtige Haltung und Pflege und vor allem über die rassetypischen Gesundheitsrisiken, die du als Dackelbesitzer unbedingt kennen solltest.

Steckbrief: Dackel auf einen Blick

  • Herkunft: Deutschland
  • FCI-Gruppe: Gruppe 4 – Dachshunde
  • Größen: Standard (Brustumfang über 35 cm), Zwerg (30–35 cm), Kaninchen (unter 30 cm)
  • Gewicht: Standard 7–14 kg, Zwerg ca. 4–8 kg, Kaninchen ca. 3–4 kg
  • Lebenserwartung: 12–16 Jahre
  • Fellvarianten: Kurzhaar, Langhaar, Rauhhaar
  • Fellfarben: Rot, Schwarz-loh, Schokobraun-loh, Gestromt, Gefleckt (Tiger)
  • Wesen: Mutig, eigensinnig, intelligent, lebhaft, anhänglich, jagdpassioniert

Charakter und Wesen des Dackels

Mut und Selbstbewusstsein

Der Dackel wurde gezüchtet, um eigenständig Dachse und Füchse in ihrem Bau zu stellen – allein unter der Erde, ohne die Hilfe seines Menschen. Diese Aufgabe erfordert enormen Mut, Selbstständigkeit und Entschlossenheit. Genau diese Eigenschaften hat der Dackel bis heute bewahrt. Er ist ein Hund, der keine Angst vor deutlich größeren Artgenossen hat und sich nicht leicht einschüchtern lässt.

Eigensinn und Sturheit

Der Dackel ist kein Hund, der blind gehorcht. Sein ausgeprägter Eigensinn macht ihn einerseits charmant, andererseits zur Herausforderung in der Erziehung. Wenn ein Dackel beschließt, dass er etwas nicht tun möchte, braucht es viel Geduld und Kreativität, um ihn umzustimmen. Druck und Härte sind beim Dackel völlig kontraproduktiv.

Intelligenz und List

Dackel sind äußerst intelligent und einfallsreich. Sie finden Wege, um an Futter zu gelangen, die man kaum für möglich hält, und sind Meister der Manipulation – ein trauriger Dackelblick hat schon so manchen Besitzer um den Finger gewickelt.

Jagdtrieb

Der Jagdtrieb ist beim Dackel tief verankert und sollte nicht unterschätzt werden. Er kann auf Spaziergängen plötzlich einer Fährte folgen und dabei alles um sich herum vergessen. Ein zuverlässiger Rückruf ist beim Dackel eine besondere Herausforderung.

Anhänglichkeit und Charme

Trotz – oder gerade wegen – seines Eigensinns ist der Dackel ein ausgesprochen charmanter und anhänglicher Hund. Er baut eine tiefe Bindung zu seiner Familie auf und ist ein treuer Begleiter, der seine Menschen liebt.

Haltung und Beschäftigung

Mehr Auslastung als gedacht

Viele unterschätzen den Dackel, weil er so klein ist. Doch der Dackel ist ein Jagdhund mit entsprechendem Bewegungsbedarf. Er braucht mindestens 1 bis 1,5 Stunden Bewegung täglich, verteilt auf mehrere Spaziergänge.

Geeignete Beschäftigung

  • Nasenarbeit: Der Dackel hat eine hervorragende Nase – Suchspiele, Fährtenarbeit oder Mantrailing sind ideal.
  • Erdarbeit/Schliefenarbeit: Für jagdlich geführte Dackel die klassische Beschäftigung.
  • Dummyarbeit: Auch als Nicht-Jäger kann der Dackel Spaß am Apportieren haben.
  • Intelligenzspielzeug: Fordert den klugen Dackelkopf.
  • Agility: In angepasster Form möglich, aber rücken- und gelenkschonend gestalten!

Erziehung

Die Erziehung eines Dackels erfordert Geduld, Konsequenz und eine gute Portion Humor. Der Dackel akzeptiert nur eine Führung, die er respektiert – nicht eine, die auf Zwang basiert. Positive Verstärkung, kurze Trainingseinheiten und ein gewisses Maß an Nachsicht gegenüber seinem Eigensinn sind der Schlüssel.

Der Dackel und Kinder

Dackel können gute Familienhunde sein, allerdings mit Einschränkungen. Sie sind weniger tolerant als ein Labrador oder Golden Retriever und setzen klare Grenzen. Kinder müssen lernen, den Dackel zu respektieren und ihn nicht als Spielzeug zu betrachten. Hochheben und Tragen sollte vermieden werden, da dies den Rücken belastet.

Wohnsituation

Der Dackel eignet sich aufgrund seiner Größe gut für die Wohnungshaltung. Allerdings sollte die Wohnung möglichst wenig Treppen haben, da häufiges Treppensteigen den Rücken belastet. Rampen für Sofa, Bett oder Auto sind eine sinnvolle Investition.

Fellpflege beim Dackel

Je nach Fellvariante unterscheidet sich der Pflegeaufwand:

Kurzhaar-Dackel

  • Pflegeleichteste Variante
  • Wöchentliches Bürsten mit einem Gummistriegel genügt
  • Haart moderat

Langhaar-Dackel

  • Längeres, seidiges Fell mit Befederung an Ohren, Beinen und Rute
  • 2–3 Mal pro Woche bürsten, um Verfilzungen zu vermeiden
  • Haart stärker als Kurzhaar

Rauhhaar-Dackel

  • Drahtiges, hartes Deckhaar mit dichter Unterwolle
  • Muss regelmäßig getrimmt werden (2–3 Mal pro Jahr)
  • Bürsten 1–2 Mal pro Woche

Allgemeine Pflegetipps

  • Ohren: Hängeohren wöchentlich kontrollieren und reinigen
  • Krallen: Regelmäßig kontrollieren – durch die kurzen Beine nutzen sich die Krallen weniger ab
  • Zähne: Regelmäßige Zahnpflege gegen Zahnstein
  • Analdrüsen: Dackel haben gelegentlich Probleme mit den Analdrüsen

Ernährung des Dackels

Übergewicht ist der größte Feind des Dackelrückens

Übergewicht belastet die ohnehin anfällige Wirbelsäule des Dackels enorm und erhöht das Risiko einer Dackellähme dramatisch. Gewichtsmanagement ist daher beim Dackel nicht nur wünschenswert, sondern lebenswichtig.

Fütterungstipps

  • Hochwertiges Futter in genau abgemessenen Portionen
  • Leckerlis konsequent von der Tagesration abziehen
  • Kein Tischfutter – auch nicht bei noch so traurigem Dackelblick!
  • Regelmäßig wiegen und den Körperzustand kontrollieren
  • Angepasste Portionen je nach Alter, Aktivität und Größenvariante
  • Einen Überblick über gutes Futter gibt unser Hundefutter-Ratgeber

Rassetypische Krankheiten beim Dackel

Dackellähme (Diskopathie / IVDD)

Die Dackellähme ist die bekannteste und gefürchtetste rassetypische Erkrankung des Dackels. Der lange Rücken in Kombination mit den kurzen Beinen (Chondrodystrophie) belastet die Bandscheiben überdurchschnittlich stark. Im Laufe der Zeit degenerieren die Bandscheiben und können vorfallen, was auf das Rückenmark drückt. Ausführliche Informationen findest du in unserem Ratgeber zum Bandscheibenvorfall beim Hund.

Risikofaktoren:

  • Übergewicht (der wichtigste vermeidbare Faktor!)
  • Häufiges Treppensteigen
  • Springen von erhöhten Flächen (Sofa, Bett, Auto)
  • Ruckartiges Hochheben
  • Mangelnde Rückenmuskulatur

Symptome – sofortiger Tierarztbesuch!

  • Plötzliche Schmerzäußerungen (Aufschreien)
  • Steifer Gang oder Verweigerung von Bewegung
  • Hochgekrümmter Rücken
  • Berührungsempfindlichkeit im Rücken-/Nackenbereich
  • Schwankender Gang der Hinterhand
  • Teilweise oder vollständige Lähmung der Hinterbeine
  • Verlust der Blasen-/Darmkontrolle

Vorbeugung:

  • Gewicht konsequent im Normalbereich halten
  • Rampen für Sofa, Bett und Auto verwenden
  • Treppensteigen minimieren oder ganz vermeiden
  • Rückenmuskulatur durch kontrollierte Bewegung stärken
  • Schwimmen als gelenkschonende Aktivität
  • Keine ruckartigen Spiele (Zerrspiele, wildes Toben)

Patellaluxation

Die Kniescheibe springt aus ihrer normalen Position und verursacht Lahmheit. Besonders häufig bei Zwerg- und Kaninchendackeln.

Progressive Retinaatrophie (PRA)

Eine erbliche Augenerkrankung, die zur fortschreitenden Erblindung führt. Besonders bei Langhaardackeln vorkommend.

Epilepsie

Dackel gehören zu den Rassen mit erhöhtem Epilepsierisiko. Mehr Informationen findest du in unserem Ratgeber zur Epilepsie beim Hund.

Herzerkrankungen

Ältere Dackel neigen zu Mitralklappeninsuffizienz – einer Erkrankung der Herzklappen, die zu einer Herzinsuffizienz führen kann.

Cushing-Syndrom

Eine Überproduktion von Cortisol durch die Nebennieren, die zu vermehrtem Trinken, Fressen, Haarausfall und Fettbauch führt. Beim Dackel überdurchschnittlich häufig.

Zahnprobleme

Durch den kleinen Kiefer stehen die Zähne oft eng zusammen, was Zahnstein und Zahnfleischentzündungen begünstigt.

Lebenserwartung und Gesundheitsvorsorge

Der Dackel gehört zu den langlebigsten Hunderassen mit einer Lebenserwartung von 12–16 Jahren. Einige Dackel werden sogar deutlich älter.

Gesundheitsvorsorge

  • Gewichtskontrolle – der wichtigste Faktor für einen gesunden Dackelrücken
  • Jährliche Tierarztuntersuchung mit Rücken-Check
  • Regelmäßige Zahnkontrolle und professionelle Zahnreinigung bei Bedarf
  • Herzuntersuchung ab dem 7. Lebensjahr
  • Augenuntersuchung bei Langhaar-Dackeln
  • Regelmäßige Impfungen und Parasitenprophylaxe

Dackel-Varianten

Standard-, Zwerg- und Kaninchendackel

Die drei Größenvarianten unterscheiden sich hauptsächlich in der Größe:

  • Standard-Dackel: Brustumfang über 35 cm, Gewicht 7–14 kg
  • Zwerg-Dackel: Brustumfang 30–35 cm, Gewicht ca. 4–8 kg
  • Kaninchen-Dackel: Brustumfang unter 30 cm, Gewicht ca. 3–4 kg

Je kleiner die Variante, desto häufiger treten Patellaluxation und Zahnprobleme auf. Alle Varianten teilen das Risiko der Dackellähme.

Fell-Varianten und Temperament

Erfahrene Dackelhalter berichten von Temperamentsunterschieden je nach Fellvariante:

  • Kurzhaar: Tendenziell der eigenständigste und jagdpassionierteste Typ
  • Langhaar: Oft etwas weicher und anhänglicher im Wesen
  • Rauhhaar: Häufig der verspielteste und clownesk-fröhlichste Typ

Häufig gestellte Fragen

Ist der Dackel ein Anfängerhund?

Bedingt. Sein Eigensinn und Jagdtrieb erfordern Erfahrung in der Hundeerziehung. Wenn du als Anfänger einen Dackel möchtest, besuche unbedingt eine gute Hundeschule und sei auf einen Hund vorbereitet, der nicht blind gehorcht.

Kann ein Dackel Treppen steigen?

Gelegentliches Treppensteigen in Maßen ist akzeptabel, sollte aber nicht zur täglichen Routine werden. In Wohnungen ohne Aufzug solltest du deinen Dackel die Treppe tragen oder eine Rampe verwenden.

Wie viel Bewegung braucht ein Dackel?

1 bis 1,5 Stunden täglich, verteilt auf mehrere Spaziergänge. Dazu geistige Auslastung durch Nasenarbeit oder Intelligenzspielzeug.

Bellen Dackel viel?

Dackel haben eine für ihre Größe erstaunlich tiefe, laute Stimme und neigen dazu, bei jeder Gelegenheit Gebrauch davon zu machen. Konsequentes Training von Anfang an kann das Bellen in den Griff bekommen.

Zusammenfassung

Der Dackel ist ein charmanter, mutiger und eigensinniger Hund mit einer großen Persönlichkeit in einem kleinen Körper. Seine größte gesundheitliche Herausforderung ist die Dackellähme (Bandscheibenvorfall), deren Risiko durch konsequentes Gewichtsmanagement, rückenschonende Haltung und ausreichend Bewegung deutlich reduziert werden kann. Mit der richtigen Pflege, einem respektvollen Umgang und etwas Humor für seinen Eigensinn wird der Dackel zu einem treuen, unterhaltsamen und langlebigen Begleiter, der sein Familienleben mit Charakter und Charme bereichert.