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Hund – Ernährung18.2.2026

Hundefutter – Nassfutter vs. Trockenfutter im Vergleich

Nassfutter oder Trockenfutter – was ist besser?

Die Frage nach dem besten Hundefutter beschäftigt jeden Hundebesitzer. Nassfutter oder Trockenfutter? Oder vielleicht sogar BARF? Die Meinungen gehen weit auseinander und die Auswahl im Handel ist riesig. In diesem Ratgeber vergleichen wir Nassfutter und Trockenfutter objektiv, erklären die Vor- und Nachteile und helfen dir, die richtige Entscheidung für deinen Hund zu treffen.

Nassfutter – Vorteile und Nachteile

Nassfutter (Dosenfutter, Schälchen, Beutel) enthält einen hohen Wasseranteil von ca. 70-85 % und wird durch Erhitzen in der Dose oder Schale haltbar gemacht.

Vorteile von Nassfutter

  • Hoher Wasseranteil: Unterstützt die Flüssigkeitsversorgung – besonders vorteilhaft für Hunde, die wenig trinken, oder bei Nierenproblemen
  • Hohe Akzeptanz: Nassfutter riecht und schmeckt für die meisten Hunde intensiver und wird oft lieber gefressen
  • Weniger Kohlenhydrate: Nassfutter enthält in der Regel weniger Getreide und Kohlenhydrate als Trockenfutter
  • Gut für zahnlose oder ältere Hunde: Weiche Konsistenz ist leichter zu kauen und zu schlucken
  • Weniger Konservierungsstoffe: Durch die Sterilisation in der Dose sind weniger Konservierungsmittel nötig
  • Sättigender: Durch den hohen Wassergehalt wird der Magen stärker gefüllt – gut für Hunde, die auf ihre Figur achten müssen
  • Geringere Kaloriendichte: Pro Gramm weniger Kalorien – hilfreich bei übergewichtigen Hunden

Nachteile von Nassfutter

  • Höherer Preis: Pro Mahlzeit deutlich teurer als Trockenfutter
  • Kürzere Haltbarkeit nach dem Öffnen: Muss innerhalb von 2-3 Tagen im Kühlschrank verbraucht werden
  • Mehr Verpackungsmüll: Dosen, Schalen und Beutel erzeugen mehr Abfall
  • Weniger gut für die Zähne: Die weiche Konsistenz bietet keinen mechanischen Abrieb auf den Zähnen
  • Höheres Gewicht: Beim Einkaufen und Lagern aufwändiger
  • Geruch: Nassfutter kann intensiv riechen – nicht jeder Mensch empfindet das als angenehm
  • Dosierung schwieriger: Durch den hohen Wasseranteil braucht man deutlich mehr Futter (nach Gewicht)

Trockenfutter – Vorteile und Nachteile

Trockenfutter (Kroketten, Pellets) enthält nur etwa 8-12 % Feuchtigkeit und wird durch Extrusion oder Pressen hergestellt.

Vorteile von Trockenfutter

  • Günstiger: Pro Mahlzeit deutlich kostengünstiger als Nassfutter
  • Lange Haltbarkeit: Mehrere Monate haltbar, auch nach dem Öffnen (kühl und trocken lagern)
  • Praktisch: Leicht zu dosieren, zu lagern und mitzunehmen (Reisen, Ausflüge)
  • Zahnpflege: Die Kroketten bieten einen gewissen mechanischen Abrieb auf den Zähnen, was Zahnstein reduzieren kann
  • Weniger Geruch: Trockenfutter riecht weniger intensiv
  • Weniger Verpackungsmüll: Ein großer Sack reicht oft Wochen
  • Konstante Kotqualität: Trockenfutter führt oft zu festerem, besser geformtem Kot

Nachteile von Trockenfutter

  • Geringer Wassergehalt: Der Hund muss entsprechend mehr trinken, was nicht alle Hunde ausreichend tun
  • Mehr Kohlenhydrate: Die meisten Trockenfutter enthalten einen höheren Anteil an Getreide oder stärkehaltigen Zutaten (produktionsbedingt)
  • Geringere Akzeptanz: Manche Hunde finden Trockenfutter weniger schmackhaft
  • Aufquellen im Magen: Kann bei Hunden, die schlingen, zu Magenbeschwerden führen
  • Mehr Konservierungsstoffe: Werden häufig mit Antioxidantien behandelt, um die Haltbarkeit zu gewährleisten
  • Höhere Kaloriendichte: Pro Gramm mehr Kalorien – Überfütterung ist leichter möglich

Der direkte Vergleich

KriteriumNassfutterTrockenfutter
Wassergehalt70-85 %8-12 %
Kaloriengehalt pro 100 g70-120 kcal300-400 kcal
Proteingehalt (TS)Oft höherVariiert
KohlenhydrateWenigerMehr
AkzeptanzHochGut
Preis pro TagHöherNiedriger
Haltbarkeit2-3 Tage (geöffnet)Wochen-Monate
ZahngesundheitNeutralLeicht positiv
FlüssigkeitsversorgungSehr gutGering
PraktikabilitätMittelHoch

Wichtiger Hinweis: Um Nassfutter und Trockenfutter fair zu vergleichen, muss man die Nährstoffe auf die Trockensubstanz (TS) umrechnen. Ein Nassfutter mit 10 % Protein und 80 % Wasser hat umgerechnet auf die Trockensubstanz 50 % Protein – das ist deutlich mehr als es auf den ersten Blick scheint.

Mischfütterung – das Beste aus beiden Welten?

Viele Hundebesitzer entscheiden sich für eine Mischfütterung – und das ist eine ausgezeichnete Lösung:

  • Morgens Trockenfutter, abends Nassfutter (oder umgekehrt)
  • Oder das Trockenfutter mit einem Löffel Nassfutter aufpeppen
  • Kombiniert die Vorteile beider Futterarten
  • Mehr Abwechslung für den Hund

Worauf achten:

  • Die Gesamtfuttermenge anpassen – nicht einfach beides in voller Menge füttern!
  • Orientiere dich an den Fütterungsempfehlungen beider Futter und rechne anteilig
  • Manche Hunde mit empfindlichem Magen vertragen die Kombination nicht gut

Worauf du bei der Futterwahl achten solltest

Die Zusammensetzung – was muss rein?

Ein gutes Hundefutter erkennt man an der Zusammensetzungsliste (Deklaration):

Gute Zeichen:

  • Fleisch oder Fleischmehl an erster Stelle – das bedeutet, es ist die Hauptzutat
  • Offene Deklaration: Jede Zutat einzeln aufgelistet (z. B. "Hühnerfleisch 40 %, Reis 20 %, Karotten 5 %")
  • Hoher Fleischanteil im Nassfutter: mindestens 60-70 %
  • Klar benannte tierische Quellen: "Hühnerfleisch" statt "tierische Nebenerzeugnisse"
  • Zusatz von Vitaminen und Mineralstoffen für eine vollständige Versorgung

Warnzeichen:

  • "Tierische Nebenerzeugnisse" ohne Spezifikation: Kann alles enthalten
  • Zucker oder Karamell: Hat in Hundefutter nichts zu suchen
  • Geschlossene Deklaration: Nur Gruppenangaben wie "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" ohne Prozentangaben
  • Getreide an erster Stelle bei Trockenfutter: Deutet auf hohen Füllstoffanteil hin
  • Künstliche Farb- und Aromastoffe: Unnötig und potenziell schädlich

Alleinfutter vs. Ergänzungsfutter

  • Alleinfuttermittel: Deckt den gesamten Nährstoffbedarf deines Hundes ab. Das sollte die Basis sein.
  • Ergänzungsfuttermittel: Nur als Zusatz gedacht (z. B. Leckerlis, Kauartikel). Nicht als alleinige Nahrung geeignet.

Achte auf der Verpackung immer darauf, dass es sich um ein Alleinfuttermittel handelt!

Individuelle Bedürfnisse

Das richtige Futter hängt von vielen Faktoren ab:

  • Alter: Welpe, Adult oder Senior – jede Lebensphase hat andere Nährstoffanforderungen
  • Größe und Rasse: Ein Chihuahua hat andere Bedürfnisse als eine Deutsche Dogge
  • Aktivitätslevel: Arbeitshunde, Sporthunde oder Couchkartoffeln brauchen unterschiedlich viel Energie
  • Gesundheitszustand: Bei Allergien, Nierenerkrankungen oder Verdauungsproblemen ist Spezialfutter nötig
  • Individuelle Vorlieben: Nicht jeder Hund mag jedes Futter

BARF – eine Alternative?

BARF (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter) ist eine Fütterungsmethode, bei der der Hund rohes Fleisch, Innereien, Knochen, Gemüse und Obst bekommt.

Vorteile:

  • Volle Kontrolle über die Inhaltsstoffe
  • Keine Konservierungsstoffe
  • Manche Hunde mit Allergien vertragen BARF besser
  • Weniger verarbeitetes Futter

Nachteile:

  • Hoher Aufwand: Rationsberechnung, Einkauf, Zubereitung
  • Risiko von Nährstoffmangel: Ohne fachkundige Beratung leicht möglich
  • Hygienische Risiken: Rohes Fleisch kann Salmonellen, Campylobacter oder Parasiten enthalten
  • Teurer als fertiges Futter
  • Nicht für jeden Hund geeignet: Immungeschwächte Hunde, Welpen oder Hunde in Haushalten mit immunsupprimierten Menschen

Wenn du barfen möchtest, lass die Ration von einem Fachtierarzt für Tierernährung berechnen, um Mangelerscheinungen zu vermeiden.

Futterumstellung richtig durchführen

Egal ob du von Trockenfutter auf Nassfutter umstellst oder die Marke wechselst – stelle das Futter langsam um:

  • Tag 1-3: 75 % altes Futter + 25 % neues Futter
  • Tag 4-6: 50 % altes Futter + 50 % neues Futter
  • Tag 7-9: 25 % altes Futter + 75 % neues Futter
  • Ab Tag 10: 100 % neues Futter

So gibst du dem Magen-Darm-Trakt Zeit, sich an die neue Nahrung zu gewöhnen, und vermeidest Durchfall oder Erbrechen.

Wie viel Futter braucht mein Hund?

Die richtige Futtermenge hängt von vielen Faktoren ab. Als grober Richtwert:

KörpergewichtNassfutter (pro Tag)Trockenfutter (pro Tag)
5 kg300-400 g80-100 g
10 kg500-700 g130-170 g
20 kg800-1.100 g200-280 g
30 kg1.100-1.400 g270-360 g
40 kg1.300-1.700 g330-430 g

Beachte: Das sind nur Richtwerte! Die tatsächliche Menge hängt vom Aktivitätslevel, Alter, Stoffwechsel und dem konkreten Futter ab. Orientiere dich primär an den Fütterungsempfehlungen des Herstellers und passe die Menge an das Gewicht deines Hundes an. Das Idealgewicht erkennst du daran, dass du die letzten Rippen mit leichtem Druck fühlen, aber nicht sehen kannst.

Zusammenfassung

Es gibt nicht DAS perfekte Hundefutter – sowohl Nassfutter als auch Trockenfutter können eine ausgezeichnete Ernährung bieten, wenn die Qualität stimmt. Achte auf eine offene Deklaration, einen hohen Fleischanteil und die Kennzeichnung als Alleinfuttermittel. Eine Mischfütterung ist für viele Hunde ideal. Das Wichtigste: Dein Hund sollte sein Futter gerne fressen, einen festen Kot haben, ein glänzendes Fell und ein gesundes Gewicht halten. Im Zweifel berät dich dein Tierarzt oder ein Fachtierarzt für Tierernährung.