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Katze – Gesundheit18.2.2026

Maine Coon – Charakter, Pflege und rassetypische Krankheiten

Die Maine Coon – Sanfte Riesin mit wilder Schönheit

Die Maine Coon ist eine der größten und eindrucksvollsten Hauskatzenrassen der Welt. Mit ihrem buschigen Schwanz, den markanten Luchspinseln an den Ohren und ihrem imposanten Erscheinungsbild wirkt sie wie eine kleine Wildkatze – doch hinter der wilden Fassade verbirgt sich ein ausgesprochen sanftes, freundliches und geselliges Wesen. Nicht umsonst wird die Maine Coon liebevoll als „Gentle Giant" – der sanfte Riese – bezeichnet.

In diesem umfassenden Ratgeber von Haustier-Guru erfährst du alles über den Charakter der Maine Coon, ihre Pflege und die rassetypischen Gesundheitsrisiken, die du kennen solltest.

Steckbrief: Maine Coon auf einen Blick

  • Herkunft: Nordosten der USA (Maine)
  • Größe: Eine der größten Hauskatzenrassen – Kater bis 120 cm Gesamtlänge (Nase bis Schwanzspitze)
  • Gewicht: Kater 6–10 kg (manche auch schwerer), Katzen 4–6,5 kg
  • Lebenserwartung: 12–15 Jahre
  • Fell: Halblang, wasserabweisend, mit dichter Unterwolle
  • Fellfarben: Fast alle Farben und Zeichnungen (außer Colourpoint, Chocolate, Lilac, Cinnamon, Fawn)
  • Wesen: Freundlich, gesellig, verspielt, intelligent, anhänglich, gesprächig

Charakter und Wesen der Maine Coon

Der „Gentle Giant"

Maine Coons sind trotz ihrer imposanten Größe ausgesprochen sanftmütig. Sie sind selten aggressiv, gehen Konflikten eher aus dem Weg und zeigen eine bemerkenswerte Geduld. Ihr freundliches Wesen macht sie zu idealen Familienkatzen, die auch mit Kindern und anderen Tieren gut zurechtkommen.

Gesellig und sozial

Anders als das Klischee der einzelgängerischen Katze vermuten lässt, sind Maine Coons ausgesprochen gesellig. Sie suchen aktiv die Nähe ihrer Menschen, folgen ihnen von Raum zu Raum und beteiligen sich am Familienleben. Einsamkeit vertragen sie schlecht – eine zweite Katze als Gesellschaft ist daher dringend empfehlenswert.

Die „sprechende" Katze

Maine Coons sind für ihre außergewöhnliche Lautäußerung bekannt. Statt des typischen „Miau" kommunizieren sie mit einem breiten Repertoire an Trillern, Gurren, Zwitschern und leisen Maunzlauten. Viele Maine Coon Besitzer berichten, dass ihre Katzen regelrechte „Gespräche" mit ihnen führen.

Intelligenz und Verspieltheit

Maine Coons sind hochintelligent und bleiben bis ins hohe Alter verspielt. Sie lernen schnell Tricks, öffnen Türen und Schubladen und lassen sich sogar an der Leine führen. Manche Maine Coons apportieren mit Begeisterung – ein Verhalten, das ihnen den Spitznamen „Hundekatze" eingebracht hat.

Wasserbegeisterung

Ungewöhnlich für eine Katze: Viele Maine Coons haben eine Faszination für Wasser. Sie spielen mit dem Wasserstrahl, tunken ihre Pfoten in den Wassernapf oder beobachten fasziniert das Tropfen des Wasserhahns.

Haltung der Maine Coon

Platzbedarf

Als große und aktive Katze braucht die Maine Coon ausreichend Platz. Eine kleine Einzimmerwohnung reicht nicht aus. Die Wohnung sollte genügend Klettermöglichkeiten, Rückzugsorte und Spielflächen bieten.

Kratzbaum und Klettermöglichkeiten

Der Kratzbaum für eine Maine Coon muss stabil und groß sein. Standard-Kratzbäume aus dem Zoofachhandel sind oft zu klein und wackelig für eine 8+ kg schwere Katze. Investiere in einen deckenhohen, massiven Kratzbaum oder baue Wandbretter und Kletterregale an.

Freigang oder Wohnungshaltung?

Maine Coons können sowohl als Freigänger als auch als Wohnungskatzen gehalten werden. Bei Freigang besteht allerdings ein erhöhtes Diebstahlrisiko, da die imposanten Tiere begehrt sind. Viele Halter entscheiden sich für einen gesicherten Balkon oder ein Freigehege als Kompromiss.

Gesellschaft

Maine Coons sollten nicht als Einzelkatzen gehalten werden. Sie brauchen den Kontakt zu mindestens einer weiteren Katze. Idealerweise wächst die zweite Katze zusammen mit der Maine Coon auf, aber auch eine Vergesellschaftung im Erwachsenenalter kann funktionieren.

Beschäftigung

  • Intelligenzspielzeug: Fummelbretter, Snackbälle, Puzzlespielzeug
  • Jagdspiele: Federangeln, Laserpointer (Leckerli zum Abschluss!), Spielmäuse
  • Clickertraining: Maine Coons lernen begeistert Tricks
  • Apportieren: Viele Maine Coons bringen Bälle oder Spielzeug zurück
  • Wasser-Spiele: Eine Schüssel mit Wasser und schwimmenden Bällen

Fellpflege der Maine Coon

Das Maine-Coon-Fell

Das Fell der Maine Coon ist halblang, wasserabweisend und hat eine dichte Unterwolle. Es ist an den Schultern kürzer und wird zum Bauch und zu den Hinterbeinen hin länger. Charakteristisch sind auch die „Schneeschuhe" – die Haarbüschel zwischen den Zehen – und der imposante, buschige Schwanz.

Pflegetipps

  • Bürsten: 2–3 Mal pro Woche mit einem grobzinkigen Kamm und einer Unterwollbürste. Während des Fellwechsels täglich.
  • Verfilzungen: Besonders hinter den Ohren, unter den Achseln und an der Hose prüfen. Verfilzungen vorsichtig mit einem Entfilzungskamm lösen – nie reißen.
  • Baden: In der Regel nicht nötig. Maine Coons pflegen ihr Fell selbst. Nur bei starker Verschmutzung mit mildem Katzenshampoo waschen.
  • Ohren: Wöchentlich kontrollieren und bei Bedarf vorsichtig reinigen.
  • Krallen: Regelmäßig kontrollieren – trotz Kratzbaum können sie zu lang werden.
  • Augen: Bei manchen Maine Coons tränen die Augen leicht. Mit einem feuchten Tuch vorsichtig reinigen.

Haarballen

Durch das halblange Fell neigen Maine Coons zu Haarballen. Regelmäßiges Bürsten reduziert die verschluckte Haarmenge. Malzpaste oder spezielles Anti-Haarballen-Futter kann zusätzlich helfen.

Ernährung der Maine Coon

Hoher Energiebedarf

Durch ihre Größe und Aktivität hat die Maine Coon einen höheren Energiebedarf als kleinere Katzenrassen. Das Futter sollte hochwertig sein und einen hohen Fleischanteil haben.

Fütterungsempfehlungen

  • Hochwertiges Nassfutter als Hauptnahrung (hoher Fleischanteil, wenig pflanzliche Füllstoffe)
  • Trockenfutter nur als Ergänzung oder für Intelligenzspielzeug
  • Ausreichend Wasser – ein Trinkbrunnen motiviert viele Katzen zum Trinken
  • Portionen an Größe und Aktivität anpassen – nicht jede Maine Coon braucht die gleiche Menge
  • Bei Übergewicht die Ration reduzieren und mit dem Tierarzt besprechen
  • Einen umfassenden Vergleich zwischen Nass- und Trockenfutter findest du in unserem Katzenfutter-Ratgeber

Wachstumsphase beachten

Maine Coons wachsen deutlich langsamer als andere Katzenrassen und sind erst mit 3–4 Jahren vollständig ausgewachsen. In der langen Wachstumsphase brauchen sie ein hochwertiges Futter mit ausreichend Proteinen und Mineralstoffen für den Knochenaufbau.

Rassetypische Krankheiten der Maine Coon

Wie bei jeder Rassekatze gibt es auch bei der Maine Coon genetisch bedingte Erkrankungen, die du kennen solltest.

Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)

HCM ist die häufigste und gefährlichste rassetypische Erkrankung der Maine Coon. Dabei verdickt sich der Herzmuskel, was die Pumpfunktion des Herzens beeinträchtigt und im schlimmsten Fall zum plötzlichen Herztod führen kann. Detaillierte Informationen findest du in unserem Ratgeber zur Herzerkrankung bei Katzen.

Symptome (oft erst spät erkennbar):

  • Schnelle Ermüdung
  • Atemnot oder beschleunigte Atmung
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
  • Plötzliche Lähmung der Hinterbeine (durch Thromboembolie)
  • Im schlimmsten Fall: plötzlicher Tod ohne Vorwarnung

Vorsorge:

  • Gentest auf die MyBPC3-Mutation (A31P) – verantwortungsvolle Züchter testen beide Elterntiere
  • Regelmäßiger Herzultraschall (Echokardiographie) ab dem 1. Lebensjahr, mindestens alle 1–2 Jahre
  • Auch gengetestete Katzen können HCM entwickeln – der Gentest deckt nur eine bekannte Mutation ab

Hüftgelenksdysplasie (HD)

Ja, auch Katzen können HD bekommen – und bei der Maine Coon kommt sie überdurchschnittlich häufig vor. Die Fehlbildung des Hüftgelenks kann zu Schmerzen, Lahmheit und Arthrose führen.

Symptome:

  • Verminderte Sprungfähigkeit
  • Steifer Gang, besonders nach dem Aufstehen
  • Schmerzen bei Berührung der Hüfte
  • Vermeidung von Aktivitäten wie Klettern oder Springen

Spinale Muskelatrophie (SMA)

SMA ist eine erbliche Erkrankung, bei der die Nervenzellen im Rückenmark degenerieren, die die Skelettmuskulatur steuern. Betroffene Katzen zeigen ab dem Alter von 3–4 Monaten Muskelschwund und -schwäche, besonders in der Hinterhand. Ein Gentest ist verfügbar.

Polyzystische Nierenerkrankung (PKD)

Bei PKD bilden sich flüssigkeitsgefüllte Zysten in den Nieren, die das gesunde Nierengewebe verdrängen und schließlich zu Nierenversagen führen. Mehr über Nierenprobleme bei Katzen erfährst du in unserem Ratgeber zur Niereninsuffizienz bei Katzen.

Patellaluxation

Die Kniescheibe springt aus ihrer normalen Position – bei einer so großen und schweren Katze ein besonders belastendes Problem.

Gingivitis und Zahnprobleme

Maine Coons neigen zu Zahnfleischentzündungen und FORL (Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen).

Lebenserwartung und Gesundheitsvorsorge

Die Lebenserwartung der Maine Coon liegt bei 12–15 Jahren, wobei gut gezüchtete Tiere mit regelmäßiger Vorsorge durchaus älter werden können.

Vorsorgeempfehlungen

  • Herzultraschall ab dem 1. Lebensjahr, dann alle 1–2 Jahre
  • Jährliche Tierarztuntersuchung mit Blutbild
  • Gewichtskontrolle – Übergewicht belastet Gelenke und Herz
  • Zahnkontrolle mindestens einmal jährlich
  • Impfungen gemäß Impfplan für Katzen
  • Nierenwerte regelmäßig überprüfen, besonders ab dem 7. Lebensjahr

Den richtigen Züchter finden

Die Gesundheit deiner Maine Coon beginnt bei der Zuchtauswahl. Angesichts der erblichen Erkrankungen ist ein verantwortungsvoller Züchter besonders wichtig.

Kriterien:

  • Mitglied in einem anerkannten Katzenzuchtverein
  • HCM-Gentest und regelmäßiger Herzultraschall der Elterntiere
  • SMA- und PKD-Gentest
  • HD-Röntgen der Zuchttiere
  • Offene Kommunikation über Gesundheitsprobleme in der Zuchtlinie
  • Abgabe frühestens mit 12–14 Wochen, geimpft und entwurmt
  • Sozialisierung der Kätzchen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Maine Coon eine Anfängerkatze?

Ja, die Maine Coon eignet sich dank ihres freundlichen, unkomplizierten Wesens auch für Katzenanfänger. Du solltest dir allerdings der gesundheitlichen Besonderheiten bewusst sein und den höheren Pflegeaufwand für das halblange Fell einplanen.

Kann man eine Maine Coon alleine halten?

Eine Maine Coon sollte nicht alleine gehalten werden. Sie ist eine sehr gesellige Rasse, die den Kontakt zu einer weiteren Katze braucht. Auch wenn du viel zu Hause bist, ersetzt menschliche Gesellschaft keine Katzengesellschaft.

Wie groß wird eine Maine Coon?

Kater erreichen typischerweise 6–10 kg und eine Gesamtlänge von bis zu 120 cm. Einzelne Exemplare können auch größer und schwerer werden. Maine Coons wachsen bis zum Alter von 3–4 Jahren.

Sind Maine Coons laut?

Maine Coons sind gesprächig, aber nicht laut im klassischen Sinne. Ihre Triller und Gurrlaute sind eher leise und angenehm. Manche Maine Coons „antworten" auf Ansprache.

Zusammenfassung

Die Maine Coon ist eine faszinierende Katzenrasse, die durch ihre Größe, ihr wildes Aussehen und ihr sanftes Wesen begeistert. Ihre wichtigsten gesundheitlichen Risiken sind die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), Hüftgelenksdysplasie und Spinale Muskelatrophie. Mit einer sorgfältigen Zuchtauswahl, regelmäßigen Herzuntersuchungen, ausgewogener Ernährung und artgerechter Haltung mit ausreichend Platz und Gesellschaft kannst du deiner Maine Coon ein langes, glückliches Leben ermöglichen. Achte auf einen Züchter, der Gesundheitstests ernst nimmt, und genieße das Zusammenleben mit einer der faszinierendsten Katzenrassen der Welt.