Kann ein Hund sich erkälten?
Ja, auch Hunde können sich erkälten! Genau wie beim Menschen handelt es sich dabei um eine Infektion der oberen Atemwege, die meist durch Viren ausgelöst wird. Eine einfache Erkältung beim Hund ist in der Regel harmlos und klingt innerhalb weniger Tage von selbst ab. Allerdings können die Symptome auch auf ernstere Erkrankungen wie Zwingerhusten oder eine Lungenentzündung hindeuten. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du eine Erkältung bei deinem Hund erkennst, was du selbst tun kannst und wann der Gang zum Tierarzt nötig ist.
Symptome einer Erkältung beim Hund
Die Symptome einer Hundeerkältung ähneln denen beim Menschen:
Typische Anzeichen
- Niesen: Gelegentliches oder häufiges Niesen, manchmal in Serien.
- Nasenausfluss: Klarer, wässriger Ausfluss aus der Nase. Bei einer bakteriellen Sekundärinfektion wird der Ausfluss gelblich-grün und dickflüssig.
- Husten: Ein trockener oder feuchter Husten, besonders nach dem Aufstehen oder bei Aufregung.
- Tränende Augen: Vermehrter Tränenfluss oder leicht gerötete Augen.
- Müdigkeit: Dein Hund ist schlapper als gewöhnlich, schläft mehr und ist weniger aktiv.
- Appetitlosigkeit: Leichte Unlust zu fressen, oft weil die Nase verstopft ist und das Futter nicht mehr riecht.
- Leicht erhöhte Temperatur: Die Normaltemperatur beim Hund liegt bei 38,0–39,0 °C. Leicht erhöhte Werte bis 39,5 °C können bei einer Erkältung auftreten. Ab 40 °C spricht man von Fieber.
Erkältung oder etwas Ernsteres?
Nicht jedes Niesen oder Husten ist eine einfache Erkältung. Achte auf folgende Warnsignale, die auf eine ernstere Erkrankung hindeuten:
- Starker, anfallsartiger Husten (oft mit Würgen) → kann auf Zwingerhusten hindeuten
- Eitriger Nasenausfluss (gelblich-grün, zäh) → bakterielle Infektion
- Nasenbluten → Fremdkörper, Tumor oder Gerinnungsstörung
- Atemnot oder pfeifende Atemgeräusche → Lungenentzündung oder Asthma
- Hohes Fieber über 40 °C → ernsthafte Infektion
- Husten mit Auswurf von Blut → sofort zum Tierarzt!
- Länger als eine Woche anhaltende Symptome → keine einfache Erkältung mehr
Ursachen für eine Erkältung beim Hund
Virale Erreger
Die häufigsten Auslöser einer Erkältung beim Hund sind Viren:
- Canine Parainfluenzaviren – einer der Haupterreger des Zwingerhustens
- Canine Adenoviren – können Atemwegsinfektionen verursachen
- Canine respiratorische Coronaviren – nicht zu verwechseln mit dem menschlichen Coronavirus
- Canine Herpesviren – besonders gefährlich für Welpen
Bakterielle Erreger
Bakterien verursachen selten eine primäre Erkältung, können aber als Sekundärinfektion auf eine virale Erkältung aufsetzen:
- Bordetella bronchiseptica – Haupterreger des Zwingerhustens
- Streptokokken und Staphylokokken – bei Sekundärinfektionen
- Mykoplasmen – häufig an Atemwegsinfektionen beteiligt
Begünstigende Faktoren
- Nasskaltes Wetter: Kälte und Nässe schwächen das Immunsystem.
- Zugluft: Hunde, die Zugluft ausgesetzt sind, erkälten sich leichter.
- Geschwächtes Immunsystem: Welpen, alte Hunde und chronisch kranke Hunde sind anfälliger.
- Stress: Umzug, Veränderungen im Haushalt oder Hundegruppen können das Immunsystem belasten.
- Kontakt mit erkrankten Hunden: Erkältungsviren verbreiten sich durch Tröpfcheninfektion und direkten Kontakt.
Hausmittel bei einer Erkältung beim Hund
Eine leichte Erkältung kannst du mit einfachen Maßnahmen zu Hause behandeln:
Ruhe und Wärme
- Ruhephasen einhalten: Reduziere die Spaziergänge auf kurze Runden zum Lösen. Dein Hund braucht jetzt Ruhe, nicht Bewegung.
- Warmer, zugfreier Liegeplatz: Sorge für ein gemütliches, warmes Plätzchen ohne Zugluft. Eine zusätzliche Decke kann helfen.
- Nach dem Spaziergang abtrocknen: Trockne deinen Hund nach nasskalten Spaziergängen gründlich ab, besonders Bauch und Pfoten.
- Hundemantel bei Kälte: Besonders für kurzhaarige, kleine oder ältere Hunde kann ein Hundemantel bei nasskaltem Wetter sinnvoll sein.
Flüssigkeit und Ernährung
- Viel trinken: Stelle sicher, dass dein Hund ausreichend trinkt. Manche Hunde trinken lieber lauwarmes Wasser oder ungewürzte Hühnerbrühe.
- Leicht verdauliche Kost: Bei Appetitlosigkeit kann Schonkost – gekochtes Huhn mit Reis – den Appetit anregen.
- Futter anwärmen: Leicht erwärmtes Futter riecht stärker und kann Hunde mit verstopfter Nase zum Fressen animieren.
Inhalation
Inhalation kann bei verschleimten Atemwegen helfen:
- Koche Wasser auf und lass es leicht abkühlen.
- Stelle den Topf in einen kleinen Raum (z. B. Badezimmer).
- Halte dich mit deinem Hund etwa 10-15 Minuten in dem warmen, feuchten Raum auf.
- Optional: Einen Tropfen Kamille oder Salbeitee zugeben (keine ätherischen Öle!).
- Alternativ: Lasse heißes Wasser in der Dusche laufen und setze dich mit deinem Hund ins dampfige Bad.
Was du NICHT tun solltest
- Keine menschlichen Medikamente geben: Paracetamol, Ibuprofen und Aspirin sind für Hunde giftig!
- Keine ätherischen Öle verwenden: Eukalyptusöl, Teebaumöl und Co. können für Hunde toxisch sein.
- Nicht die Nase mit aggressiven Mitteln reinigen: Ein weiches, feuchtes Tuch genügt, um Nasensekret vorsichtig abzuwischen.
- Keinen Sport oder übermäßige Aktivität: Wie beim Menschen braucht ein erkälteter Hund Ruhe.
Erkältung beim Hund – Dauer und Verlauf
Eine unkomplizierte Erkältung dauert beim Hund in der Regel 5–10 Tage. Der typische Verlauf:
- Tag 1–2: Erste Symptome wie Niesen und leichter Nasenausfluss.
- Tag 3–5: Symptome erreichen ihren Höhepunkt. Der Hund ist müde, frisst weniger, hustet möglicherweise.
- Tag 5–7: Symptome bessern sich langsam.
- Tag 7–10: Vollständige Genesung.
Wenn sich die Symptome nach einer Woche nicht bessern oder verschlimmern, ist ein Tierarztbesuch dringend angeraten.
Kann ich meinen Hund anstecken?
Nein, eine klassische menschliche Erkältung ist nicht auf Hunde übertragbar – und umgekehrt. Die Erkältungsviren von Mensch und Hund sind artspezifisch. Allerdings können sich Hunde untereinander anstecken, besonders in Situationen mit engem Kontakt wie Hundeschulen, Tierpensionen oder Hundegruppen.
Vorbeugung – so schützt du deinen Hund
- Ausgewogene Ernährung: Hochwertiges Futter stärkt das Immunsystem.
- Regelmäßige Bewegung: Angemessene Bewegung an der frischen Luft hält den Hund fit, ohne ihn zu überfordern.
- Impfungen aktuell halten: Besonders die Impfung gegen Zwingerhusten (Parainfluenza/Bordetella) ist wichtig, wenn dein Hund viel Kontakt zu anderen Hunden hat.
- Zugluft vermeiden: Sorge dafür, dass der Schlafplatz deines Hundes zugfrei ist.
- Nasskaltes Wetter berücksichtigen: Bei Regen und Kälte kurze Gassirunden, danach gründlich abtrocknen.
- Stress reduzieren: Chronischer Stress schwächt das Immunsystem.
🚨 Wann zum Tierarzt?
- Wenn die Symptome länger als 7–10 Tage anhalten
- Bei hohem Fieber (über 40 °C)
- Bei eitrigem (gelblich-grünem) Nasenausfluss
- Bei Atemnot oder starker Verschleimung
- Bei anhaltender Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
- Bei Welpen, alten oder chronisch kranken Hunden
- Bei starkem, anfallsartigem Husten (Verdacht auf Zwingerhusten)
- Wenn dein Hund apathisch wirkt und sich kaum bewegt
- Bei Nasenbluten
Zusammenfassung
Eine Erkältung beim Hund ist in den meisten Fällen harmlos und klingt innerhalb einer Woche von selbst ab. Mit Ruhe, Wärme, ausreichend Flüssigkeit und leicht verdaulicher Kost unterstützt du die Genesung deines Hundes optimal. Verzichte auf menschliche Medikamente und ätherische Öle – sie können für Hunde gefährlich sein. Achte auf Warnsignale wie hohes Fieber, eitrigen Nasenausfluss oder Atemnot – in diesen Fällen ist ein Tierarztbesuch unbedingt nötig. Mit einem starken Immunsystem durch gute Ernährung, angemessene Bewegung und aktuelle Impfungen beugst du Erkältungen effektiv vor.