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Hund – Ernährung18.2.2026

Schonkost für den Hund – Rezepte und Tipps bei Magen-Darm-Problemen

Wann braucht dein Hund Schonkost?

Schonkost ist das wichtigste Hausmittel bei Magen-Darm-Problemen beim Hund. Sie gibt dem gereizten Verdauungstrakt die Möglichkeit, sich zu erholen, und versorgt deinen Hund gleichzeitig mit leicht verdaulicher Energie und Nährstoffen.

Typische Situationen für Schonkost

  • Nach Erbrechen oder Durchfall
  • Bei empfindlichem Magen und Blähungen
  • Nach einer Magen-Darm-Infektion
  • Nach Narkose oder Operation
  • Bei Appetitlosigkeit oder Übelkeit
  • Als Übergang nach einer Fastenperiode
  • Bei Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) – hier besonders fettarm!

Die Grundregeln der Schonkost

  1. Leicht verdaulich: Keine schwer verdaulichen Zutaten, kein Fett, keine Gewürze
  2. Kleine Portionen: 4-6 kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt statt 1-2 große
  3. Lauwarm servieren: Nicht zu heiß und nicht direkt aus dem Kühlschrank
  4. Frisch zubereiten: Idealerweise täglich frisch kochen
  5. Langsam zurück zum Normalfutter: Nach 3-5 Tagen Schonkost das normale Futter schrittweise einmischen

Die besten Schonkost-Rezepte

1. Der Klassiker: Hühnchen mit Reis

Das bekannteste und bewährteste Schonkost-Rezept – einfach, schnell und von fast jedem Hund geliebt.

Zutaten:

  • 200 g Hühnerbrust (ohne Haut und Knochen)
  • 100 g weißer Reis (kein Vollkornreis!)

Zubereitung:

  1. Hühnerbrust in ungewürztem Wasser ca. 20 Minuten kochen, bis sie durchgegart ist
  2. Reis separat in Wasser kochen, bis er weich und leicht matschig ist
  3. Hühnchen abkühlen lassen und in kleine Stücke schneiden oder zerzupfen
  4. Reis und Hühnchen im Verhältnis 1:1 bis 2:1 (Reis:Hühnchen) mischen
  5. Lauwarm servieren

Tipp: Die Hühnerbrühe vom Kochen nicht wegschütten! Du kannst sie verdünnt als zusätzliche Flüssigkeitsquelle anbieten.

2. Morosche Karottensuppe – das Wunderrezept

Die Morosche Karottensuppe ist ein über 100 Jahre altes Rezept, das bei Durchfall wahre Wunder wirken kann. Das Geheimnis: Durch die lange Kochzeit entstehen Oligogalakturonsäuren – Zuckermoleküle, die verhindern, dass sich krankmachende Bakterien an die Darmwand heften.

Zutaten:

  • 500 g Karotten
  • 1 Liter Wasser
  • 1 Prise Salz (ca. 3 g)

Zubereitung:

  1. Karotten waschen, schälen und grob zerkleinern
  2. In 1 Liter Wasser aufsetzen und mindestens 90 Minuten kochen – das ist der entscheidende Punkt!
  3. Mit einem Stabmixer fein pürieren
  4. Mit Wasser wieder auf 1 Liter auffüllen
  5. Eine kleine Prise Salz hinzufügen
  6. Abkühlen lassen und lauwarm servieren

Dosierung: 2-3 Mal täglich einige Esslöffel, je nach Hundegröße. Kann pur oder über die Schonkost gegeben werden.

Wichtig: Die 90 Minuten Kochzeit sind entscheidend! Bei kürzerer Kochzeit entstehen die wirksamen Oligosaccharide nicht in ausreichender Menge.

3. Kartoffel-Hüttenkäse-Brei

Ein mildes, gut verträgliches Rezept, besonders bei empfindlichem Magen.

Zutaten:

  • 200 g Kartoffeln (mehligkochend)
  • 100 g Hüttenkäse (mager)

Zubereitung:

  1. Kartoffeln schälen und in Stücke schneiden
  2. In ungesalzenem Wasser weich kochen (ca. 20 Minuten)
  3. Kartoffeln zerstampfen (kein Milch oder Butter!)
  4. Abkühlen lassen und Hüttenkäse untermischen
  5. Lauwarm servieren

4. Fischbrei mit Reis

Leicht verdaulich und besonders gut geeignet bei Hunden, die kein Hühnchen vertragen.

Zutaten:

  • 200 g magerer weißer Fisch (Seelachs, Kabeljau – keine Gräten!)
  • 100 g weißer Reis

Zubereitung:

  1. Fisch in Wasser sanft garen (ca. 10-15 Minuten)
  2. Reis separat weich kochen
  3. Fisch zerkleinern und Gräten sorgfältig entfernen
  4. Mit Reis mischen und lauwarm servieren

5. Kürbis-Reis-Brei

Kürbis ist besonders magenfreundlich und enthält viele Ballaststoffe, die sowohl bei Durchfall als auch bei Verstopfung helfen.

Zutaten:

  • 200 g Hokkaido-Kürbis (mit Schale essbar) oder Butternut-Kürbis
  • 100 g weißer Reis

Zubereitung:

  1. Kürbis in Stücke schneiden (Kerne entfernen) und weich kochen
  2. Reis separat kochen
  3. Kürbis pürieren
  4. Mit Reis mischen und lauwarm servieren

Weitere geeignete Schonkost-Zutaten

Proteinquellen (mager und gekocht)

  • Hühnerbrust (ohne Haut)
  • Putenbrust
  • Mageres Rindfleisch (durchwachsenes Fleisch vermeiden)
  • Weißer Fisch (ohne Gräten)
  • Hüttenkäse oder Magerquark

Kohlenhydrate (gut gekocht)

  • Weißer Reis (Langkorn oder Rundkorn)
  • Kartoffeln (geschält)
  • Süßkartoffel
  • Nudeln (ohne Soße)
  • Haferflocken (als Brei gekocht)

Gemüse (gekocht und püriert)

  • Karotten
  • Kürbis (Hokkaido, Butternut)
  • Zucchini
  • Fenchel (verdauungsfördernd)
  • Pastinake

Das solltest du NICHT füttern

  • Fettiges Fleisch, Wurst oder Schinken
  • Milch (viele Hunde sind laktoseintolerant)
  • Rohes Fleisch oder rohe Eier
  • Gewürze, Salz (nur minimale Mengen), Zwiebeln, Knoblauch
  • Getreide in großen Mengen
  • Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen – blähen!)
  • Fettiges oder gebratenes Essen
  • Knochen

Ergänzende Hausmittel

Heilerde

  • Bindet Giftstoffe und überschüssige Magensäure
  • Einen gestrichenen Teelöffel unter die Schonkost mischen oder im Wasser auflösen
  • In Apotheken und Reformhäusern erhältlich

Flohsamenschalen

  • Binden überschüssiges Wasser im Darm und regulieren die Verdauung
  • Einen halben bis ganzen Teelöffel (je nach Hundegröße) unter die Schonkost mischen
  • Wichtig: Immer mit ausreichend Wasser geben!

Probiotika

  • Unterstützen den Aufbau der Darmflora
  • Spezielle Hundeprobiotika (z. B. mit Enterococcus faecium) oder naturbelassener Joghurt
  • Besonders sinnvoll nach Antibiotika-Behandlung oder schweren Durchfällen

Kamillentee

  • Beruhigt die Magenschleimhaut
  • Lauwarm anbieten – als Getränk oder über die Schonkost geben

So führst du die Schonkost richtig durch

Phase 1: Fastenperiode (optional)

  • Erwachsene Hunde: 12-24 Stunden kein Futter (Wasser immer bereitstellen!)
  • Welpen und kleine Rassen: Maximal 6-12 Stunden fasten
  • Achtung: Nicht fasten bei Hunden mit Diabetes, Unterzuckerungsneigung oder sehr alten, geschwächten Hunden

Phase 2: Schonkost (3-5 Tage)

  • 4-6 kleine Mahlzeiten pro Tag
  • Nur Schonkost, keine Leckerlis oder Extras
  • Frisches Wasser ständig bereitstellen
  • Beobachten: Wird der Stuhl fester? Erbricht der Hund noch?

Phase 3: Übergangsphase (5-7 Tage)

  • Langsam normales Futter einmischen:

- Tag 1-2: 75 % Schonkost + 25 % Normalfutter

- Tag 3-4: 50 % Schonkost + 50 % Normalfutter

- Tag 5-7: 25 % Schonkost + 75 % Normalfutter

- Ab Tag 8: 100 % Normalfutter

  • Wenn der Hund bei der Umstellung wieder Probleme bekommt, einen Schritt zurückgehen

🚨 Wann reicht Schonkost nicht aus?

Geh zum Tierarzt, wenn trotz Schonkost:

  • Durchfall oder Erbrechen nach 48 Stunden nicht besser werden
  • Blut im Stuhl oder Erbrochenen auftritt
  • Dein Hund kein Wasser bei sich behält
  • Der Hund apathisch wirkt
  • Fieber vorliegt
  • Es sich um einen Welpen handelt
  • Du eine Vergiftung oder einen Fremdkörper vermutest

Zusammenfassung

Schonkost ist das wichtigste Hausmittel bei Magen-Darm-Problemen beim Hund. Die Kombination aus gekochtem Hühnchen und Reis ist der bewährte Klassiker, ergänzt durch die Morosche Karottensuppe bei Durchfall. Achte auf kleine Portionen, frische Zubereitung und einen langsamen Übergang zurück zum Normalfutter. Wenn sich die Symptome nach 48 Stunden nicht bessern, ist ein Tierarztbesuch angesagt.