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Hund – Gesundheit18.2.2026

Golden Retriever – Wesen, Haltung und Gesundheit

Der Golden Retriever – Sanftmut trifft Intelligenz

Der Golden Retriever gehört weltweit zu den beliebtesten Hunderassen und begeistert durch sein sonniges Gemüt, seine Eleganz und seine unerschütterliche Menschenfreundlichkeit. Ursprünglich in Schottland als Jagdhund für die Entenjagd gezüchtet, hat sich der Golden Retriever zu einem der vielseitigsten Begleithunde entwickelt. Er ist Familienhund, Therapiehund, Blindenführhund, Rettungshund und Spürhund – und in jeder dieser Rollen glänzt er.

In diesem umfassenden Ratgeber von Haustier-Guru erfährst du alles über das Wesen des Golden Retrievers, seine Haltungsanforderungen und die rassetypischen Gesundheitsprobleme, die du als Besitzer kennen solltest.

Steckbrief: Golden Retriever auf einen Blick

  • Herkunft: Schottland (Großbritannien)
  • FCI-Gruppe: Gruppe 8 – Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde
  • Größe: Rüden 56–61 cm, Hündinnen 51–56 cm
  • Gewicht: Rüden 30–34 kg, Hündinnen 25–32 kg
  • Lebenserwartung: 10–12 Jahre
  • Fellfarben: Alle Goldtöne von Hell-Creme bis Dunkelgold
  • Fellbeschaffenheit: Lang, glatt oder leicht gewellt, dichtes Unterfell
  • Wesen: Freundlich, intelligent, geduldig, zuverlässig, verspielt

Charakter und Wesen des Golden Retrievers

Ein Herz aus Gold

Der Name passt nicht nur zum Fell – der Golden Retriever hat ein Wesen, das seinem goldenen Äußeren in nichts nachsteht. Er ist freundlich, sanft, geduldig und unglaublich anhänglich. Golden Retriever sind echte Familienhunde, die eine tiefe Bindung zu ihren Menschen aufbauen und am liebsten überall dabei sind.

Sanftmut und Geduld

Die Geduld des Golden Retrievers ist legendär. Er erträgt Kinderhände, die an seinen Ohren ziehen, mit einer Gelassenheit, die kaum eine andere Rasse aufbringt. Diese Sanftmut macht ihn zu einem der besten Hunde für Familien mit kleinen Kindern – natürlich immer unter angemessener Aufsicht.

Intelligenz und Vielseitigkeit

Golden Retriever sind hochintelligent und lernfähig. Sie belegen regelmäßig Spitzenplätze in Intelligenztests für Hunde und zeichnen sich durch ihre schnelle Auffassungsgabe aus. Ihr „will to please" – der Wunsch, ihrem Menschen zu gefallen – macht das Training zu einer Freude.

Sensibles Gemüt

Hinter dem sonnigen Äußeren verbirgt sich ein sensibler Hund. Golden Retriever spüren Stimmungen ihrer Menschen intuitiv und reagieren empfindlich auf Stress, Streit oder harte Erziehungsmethoden. Positive Verstärkung und ein liebevoller Umgang sind bei dieser Rasse besonders wichtig.

Kontaktfreudigkeit

Wie der Labrador ist auch der Golden Retriever äußerst kontaktfreudig – sowohl gegenüber Menschen als auch anderen Hunden. Isolation und Einsamkeit verträgt er schlecht. Er braucht die Nähe seiner Familie und fühlt sich in einem belebten Haushalt wohler als allein im Zwinger.

Haltung und Beschäftigung

Bewegungsbedarf

Der Golden Retriever ist ein aktiver Hund, der täglich mindestens 1,5 bis 2 Stunden Bewegung braucht. Er liebt ausgedehnte Spaziergänge, Schwimmen, Apportieren und gemeinsame Unternehmungen. Ein unausgelasteter Golden Retriever kann zu Übergewicht neigen und unerwünschte Verhaltensweisen entwickeln.

Geeignete Beschäftigung

  • Dummyarbeit und Apportieren: Seine Paradedisziplin – der Golden liebt es, Gegenstände zu suchen und zu bringen.
  • Nasenarbeit und Mantrailing: Die feine Nase des Goldens macht ihn zum hervorragenden Suchhund.
  • Obedience: Perfekt für seine Lernfreude und seinen Wunsch zu gefallen.
  • Wasserarbeit: Golden Retriever sind begeisterte Schwimmer.
  • Therapie- und Besuchshundarbeit: Sein sanftes Wesen prädestiniert ihn für diese Aufgabe.
  • Agility: Möglich, aber auf gelenkschonende Ausführung achten.

Wohnsituation

Ein Golden Retriever kann sowohl in einem Haus als auch in einer größeren Wohnung gehalten werden, sofern er ausreichend Auslauf und Beschäftigung bekommt. Ein Garten ist wünschenswert, aber kein Muss. Wichtiger als die Quadratmeter ist die Zeit, die du täglich mit deinem Hund verbringst.

Der Golden Retriever und andere Haustiere

Golden Retriever vertragen sich in der Regel hervorragend mit anderen Hunden und Haustieren. Sie sind selten aggressiv und suchen den friedlichen Kontakt. Mit einer guten Sozialisierung klappt das Zusammenleben auch mit Katzen und Kleintieren meistens problemlos.

Fellpflege des Golden Retrievers

Langes Fell, hoher Pflegeaufwand

Das wunderschöne, goldene Fell des Golden Retrievers erfordert regelmäßige Pflege. Das lange Deckhaar und die dichte Unterwolle neigen zu Verfilzungen, besonders an den Ohren, hinter den Ellbogen und an der Hose (Beinbefederung).

Pflegetipps

  • Bürsten: Mindestens 3–4 Mal pro Woche, während des Fellwechsels täglich. Eine Drahtbürste oder ein Unterwollkamm sind ideal.
  • Verfilzungen lösen: Mit einem Entfilzungskamm vorsichtig bearbeiten – nicht einfach herausschneiden.
  • Baden: Nur bei Bedarf, alle 6–8 Wochen mit einem milden Hundeshampoo.
  • Trimmen: Die Haare zwischen den Ballen, an den Ohren und an der Rute können vorsichtig gekürzt werden.
  • Ohren: Wöchentliche Kontrolle und Reinigung der Hängeohren – Golden Retriever neigen zu Ohrenentzündungen.
  • Zähne: Regelmäßige Zahnpflege zur Vorbeugung von Zahnstein.

Wichtig: Das Fell eines Golden Retrievers sollte niemals geschoren werden! Die Unterwolle hat eine wichtige Schutzfunktion und reguliert die Körpertemperatur – sowohl im Winter als auch im Sommer.

Ernährung des Golden Retrievers

Neigung zu Übergewicht

Ähnlich wie der Labrador neigt auch der Golden Retriever zu Übergewicht. Sein gesunder Appetit und die Vorliebe für Leckerlis machen ein konsequentes Gewichtsmanagement unerlässlich. Übergewicht belastet die Gelenke, verkürzt die Lebenserwartung und erhöht das Risiko für viele Erkrankungen.

Fütterungsempfehlungen

  • Hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil und angepasstem Energiegehalt
  • Feste Fütterungszeiten und abgemessene Portionen
  • Leckerlis sparsam einsetzen und von der Tagesration abziehen
  • Regelmäßige Gewichtskontrolle – die Rippen sollten leicht tastbar sein
  • Lies auch unseren umfassenden Hundefutter-Ratgeber für weitere Tipps

Rassetypische Krankheiten beim Golden Retriever

Der Golden Retriever ist leider eine Rasse, die von mehreren erblichen Erkrankungen betroffen sein kann. Besonders das Krebsrisiko ist bei dieser Rasse überdurchschnittlich hoch.

Krebserkrankungen

Krebs ist die häufigste Todesursache beim Golden Retriever. Studien zeigen, dass bis zu 60 % aller Golden Retriever an einer Form von Krebs sterben. Besonders häufig sind:

  • Hämangiosarkom: Ein aggressiver Tumor der Blutgefäße, der häufig Milz, Herz oder Leber betrifft. Leider wird er oft erst spät entdeckt.
  • Lymphom: Krebs des Lymphsystems, der sich durch geschwollene Lymphknoten bemerkbar macht.
  • Mastzelltumor: Ein Hauttumor, der unterschiedlich aggressiv verlaufen kann.
  • Osteosarkom: Knochenkrebs, der vor allem die Gliedmaßen betrifft.

Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED)

Wie bei vielen großen Rassen treten auch beim Golden Retriever Hüftgelenksdysplasie und Ellbogendysplasie auf. Eine sorgfältige Zuchtauswahl mit HD- und ED-Röntgen der Elterntiere ist entscheidend.

Progressive Retinaatrophie (PRA)

Die erbliche Augenerkrankung führt zur fortschreitenden Erblindung. Ein Gentest (prcd-PRA) ermöglicht es Züchtern, betroffene Hunde von der Zucht auszuschließen.

Subvalvuläre Aortenstenose (SAS)

Eine angeborene Herzerkrankung, bei der eine Verengung unterhalb der Aortenklappe den Blutfluss behindert. SAS kann von mild bis schwer verlaufen und erfordert eine kardiologische Untersuchung.

Symptome:

  • Belastungsintoleranz
  • Schwächeanfälle oder Ohnmacht
  • Herzgeräusch (vom Tierarzt feststellbar)

Allergien und Hautprobleme

Golden Retriever gehören zu den allergieanfälligsten Rassen. Futtermittelallergien und Umweltallergien (Atopie) äußern sich durch:

  • Juckreiz und Hautrötungen
  • Ohrenprobleme
  • Übermäßiges Lecken der Pfoten
  • Hot Spots (nässende Hautentzündungen)

Epilepsie

Idiopathische Epilepsie kommt beim Golden Retriever häufiger vor als bei vielen anderen Rassen. Die ersten Anfälle treten meist zwischen dem 1. und 5. Lebensjahr auf. Detaillierte Informationen findest du in unserem Ratgeber zur Epilepsie beim Hund.

Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Golden Retriever neigen zu einer Unterfunktion der Schilddrüse. Symptome sind Gewichtszunahme, Lethargie, Fellprobleme und Kältempfindlichkeit. Die Erkrankung lässt sich durch eine tägliche Hormongabe gut behandeln.

Lebenserwartung und Gesundheitsvorsorge

Die Lebenserwartung des Golden Retrievers liegt bei 10–12 Jahren. In den letzten Jahrzehnten ist sie leider gesunken, was vor allem auf die hohe Krebsinzidenz zurückgeführt wird. Die Golden Retriever Lifetime Study, eine groß angelegte Langzeitstudie in den USA, erforscht die Ursachen, um die Gesundheit der Rasse langfristig zu verbessern.

So förderst du die Gesundheit deines Golden Retrievers

  • Regelmäßige Tierarztbesuche – mindestens einmal jährlich, ab 7 Jahren halbjährlich
  • Gewichtskontrolle – Übergewicht ist ein vermeidbarer Risikofaktor
  • Gelenkschonende Aufzucht – keine übermäßige Belastung der Welpen
  • Regelmäßige Krebsvorsorge – Abtasten auf Knoten, Blutbild-Kontrollen
  • Zahnpflege – Regelmäßiges Zähneputzen und Kontrolle
  • Impfungen und Parasitenprophylaxe gemäß tierärztlicher Empfehlung
  • Genetische Tests bei Zuchtplanung (HD, ED, PRA, ICT, prcd-PRA)

Erziehung des Golden Retrievers

Für Anfänger geeignet – mit Einschränkungen

Der Golden Retriever wird oft als idealer Anfängerhund beschrieben – und das stimmt weitgehend. Seine Lernfreude, sein sanftes Wesen und sein „will to please" machen die Erziehung vergleichsweise einfach. Dennoch solltest du einige Punkte beachten:

  • Konsequenz ohne Härte: Golden Retriever reagieren sensibel auf harte Erziehungsmethoden. Arbeite mit positiver Verstärkung.
  • Frühzeitige Sozialisierung: Je mehr positive Erfahrungen dein Welpe in den ersten Lebensmonaten sammelt, desto ausgeglichener wird er.
  • Apportieren kontrollieren: Der natürliche Trieb, alles ins Maul zu nehmen, kann zum Problem werden. Bringe deinem Golden früh bei, Gegenstände auf Kommando abzugeben.
  • Grundgehorsam: Sitz, Platz, Rückruf – die Basics sind bei der Lernfreude des Goldens schnell drin.

Den richtigen Züchter finden

Die Gesundheit deines Golden Retrievers beginnt bei der Zuchtauswahl. Angesichts der vielen rassetypischen Erkrankungen ist es besonders wichtig, einen verantwortungsvollen Züchter zu wählen.

Kriterien:

  • Mitglied im VDH oder einem FCI-anerkannten Zuchtverein (z. B. Golden Retriever Club Deutschland)
  • HD- und ED-Auswertung der Elterntiere
  • Augenuntersuchung und Herzuntersuchung
  • Gentests (PRA, ICT, prcd-PRA)
  • Offenheit über die Krebsvorgeschichte in der Zuchtlinie
  • Gute Sozialisierung der Welpen
  • Welpenabgabe frühestens mit 8 Wochen

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Golden Retriever und Labrador?

Beide Rassen sind sich in Wesen und Eignung ähnlich, unterscheiden sich aber optisch deutlich. Der Golden hat längeres Fell und ist ausschließlich in Goldtönen erhältlich, der Labrador hat kurzes Fell und kommt in Schwarz, Gelb und Braun vor. Golden Retriever gelten als etwas sensibler, Labradore als etwas robuster im Gemüt.

Wie viel kostet ein Golden Retriever?

Ein Welpe von einem seriösen Züchter kostet zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Günstigere Angebote sollten kritisch hinterfragt werden – oft stammen diese Welpen aus unkontrollierten Vermehrungen ohne Gesundheitskontrollen.

Haart der Golden Retriever viel?

Ja, der Golden Retriever haart das ganze Jahr über und besonders stark während des Fellwechsels. Regelmäßiges Bürsten reduziert die Haarmenge in der Wohnung.

Ist der Golden Retriever für Allergiker geeignet?

Nein, der Golden Retriever ist keine hypoallergene Rasse. Sein dichtes Fell und die Unterwolle verteilen Allergene.

Zusammenfassung

Der Golden Retriever ist ein wunderbarer Familienhund mit einem sanften, freundlichen und intelligenten Wesen. Seine größten gesundheitlichen Herausforderungen sind das überdurchschnittlich hohe Krebsrisiko, Gelenkerkrankungen und Allergien. Mit einer verantwortungsvollen Zuchtauswahl, konsequentem Gewichtsmanagement, ausreichend Bewegung und regelmäßiger Gesundheitsvorsorge kannst du dazu beitragen, dass dein Golden Retriever ein langes und glückliches Leben führt. Sei dir der besonderen Gesundheitsrisiken bewusst und achte auf Frühsymptome – denn rechtzeitige Erkennung kann lebensrettend sein.