Der Yorkshire Terrier im Überblick
Der Yorkshire Terrier – liebevoll Yorkie genannt – ist mit seinem seidigen, blau-goldenen Fell und seinem großen Selbstbewusstsein einer der beliebtesten Kleinhunde weltweit. Ursprünglich in den Arbeiterhaushalten Nordenglands als Rattenfänger gezüchtet, hat er sich längst zum eleganten Begleithund gemausert.
Steckbrief
- Herkunft: England (Yorkshire)
- Größe: 18–23 cm
- Gewicht: Bis 3,2 kg (Rassestandard)
- Lebenserwartung: 12–16 Jahre
- Fell: Lang, seidig, stahlblau und goldbraun
- FCI-Gruppe: Gruppe 3 – Terrier
Charakter und Wesen
Der Yorkie steckt voller Widersprüche: winzig klein, aber mit dem Selbstbewusstsein eines Wolfes. Typische Eigenschaften:
- Mutig bis übermütig: Yorkies kennen keine Angst und stellen sich auch deutlich größeren Hunden. Das kann gefährlich werden – achte auf kontrollierte Hundebegegnungen
- Intelligent: Schnelle Auffassungsgabe und hohe Lernbereitschaft
- Anhänglich: Sie wollen überall dabei sein und reagieren empfindlich auf Trennung
- Temperamentvoll: Unter dem Seidenfell steckt ein echter Terrier mit Jagdtrieb und Tatendrang
- Wachsam: Yorkies melden jeden Besucher – manchmal auch jedes Blatt, das am Fenster vorbeifliegt
Für wen eignet sich ein Yorkshire Terrier?
Der Yorkie passt zu aktiven Menschen, die einen kleinen, aber charakterstarken Hund suchen. Für Familien mit sehr kleinen Kindern ist er wegen seiner zierlichen Statur weniger geeignet. Senioren, die einen lebhaften, aber gut tragbaren Begleiter suchen, finden im Yorkie einen treuen Partner.
Fellpflege
Das seidige Yorkiefell ähnelt menschlichem Haar und wächst kontinuierlich. Es braucht regelmäßige Pflege, um gesund und schön zu bleiben.
Tägliche Routine
Kämme das Fell täglich mit einem feinen Metallkamm. Beginne an den Pfoten und arbeite dich nach oben. Sprühe vorher ein Entfilzungsspray auf – niemals trockenes Fell bürsten, da es sonst bricht.
Frisuren
- Showfell: Bodenlanges Fell mit Scheitel auf dem Rücken – aufwendig und nur für Shows praktikabel
- Welpenschnitt: Fell auf 3–5 cm gekürzt – die alltagstaugliche Variante
- Mittellang: Kompromiss zwischen Optik und Pflege
Alle 6–8 Wochen zum Hundefriseur, unabhängig von der Frisur.
Besonderheiten
Das Yorkie-Fell hat keine Unterwolle. Das bedeutet: wenig Haaren, aber auch wenig Kälteschutz. Im Winter braucht dein Yorkie einen Hundepullover bei niedrigen Temperaturen.
Ernährung
Bei unter 3,2 kg Körpergewicht ist die Futtermenge winzig – jedes Leckerli zählt.
- Hochwertig füttern: Kleinen Hunden fehlt die Reserve bei Fehlernährung. Wähle ein Premiumfutter mit hohem Fleischanteil
- Portionen: 3–4 kleine Mahlzeiten am Tag, besonders im Welpenalter. Erwachsene Yorkies kommen mit 2–3 Mahlzeiten aus
- Unterzuckerung vermeiden: Kleine Rassen können bei zu langen Futterpausen eine Hypoglykämie entwickeln. Besonders bei Welpen gefährlich
- Kauartikel: Kleine, weiche Kausnacks. Große Knochen sind nichts für Yorkies
- Gewichtskontrolle: Regelmäßig wiegen. Schon 200 g Übergewicht sind bei einem 3-kg-Hund problematisch
Rassetypische Krankheiten
Patellaluxation
Die häufigste orthopädische Erkrankung beim Yorkie. Die Kniescheibe springt aus der Führung – dein Hund humpelt kurz und läuft dann wieder normal. Bei Grad 3–4 ist eine Operation nötig.
Trachealkollaps
Die Luftröhre kann bei kleinen Rassen instabil werden. Typisch ist ein gänseartiges Husten, besonders bei Aufregung oder Leinenruck. Verwende immer ein Brustgeschirr statt eines Halsbands.
Portosystemischer Shunt
Eine angeborene Fehlbildung der Lebergefäße. Blut wird an der Leber vorbeigeleitet und nicht entgiftet. Symptome: verlangsamtes Wachstum, Desorientiertheit, Krämpfe. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend.
Legg-Calvé-Perthes-Krankheit
Der Oberschenkelkopf wird nicht ausreichend durchblutet und stirbt ab. Tritt meist im ersten Lebensjahr auf und äußert sich durch zunehmende Lahmheit im Hinterbein. Die Behandlung ist chirurgisch.
Zahnprobleme
Yorkies haben winzige Kiefer, in denen die Zähne oft keinen Platz finden. Doppelte Zahnreihen (persistierende Milchzähne) und früher Zahnstein sind häufig. Regelmäßige Zahnpflege ist bei dieser Rasse besonders wichtig.
Hypoglykämie
Besonders Yorkie-Welpen und sehr kleine Exemplare können bei Stress, Kälte oder zu langen Futterpausen einen gefährlichen Blutzuckerabfall erleiden. Symptome: Zittern, Schwäche, Taumeln. Sofortmaßnahme: Zuckerlösung auf das Zahnfleisch tupfen und zum Tierarzt.
Augenkrankheiten
- Progressive Retinaatrophie (PRA): Fortschreitende Erblindung
- Trockenes Auge: Unzureichende Tränenproduktion
- Katarakt: Grauer Star, besonders im Alter
Erziehung
Yorkies sind klug und lernen schnell – wenn sie wollen. Der Terriercharakter bringt eine gewisse Sturheit mit sich.
Wichtige Erziehungstipps
- Nicht vermenschlichen: Ein Yorkie ist ein Hund, kein Accessoire. Er braucht klare Regeln wie jeder andere Hund
- Konsequenz: Kleine Hunde bekommen oft Dinge durchgelassen, die man einem großen Hund nicht erlauben würde. Das führt zu Verhaltensproblemen
- Frühe Sozialisierung: Damit dein Yorkie nicht zum kläffenden Nervenbündel wird
- Bellverhalten: Yorkies bellen gern und viel. Frühzeitiges Training gegen übermäßiges Bellen spart Nerven
- Leinenführigkeit: Auch kleine Hunde sollten ordentlich an der Leine gehen
Bewegung
Trotz seiner Größe braucht der Yorkie 45–60 Minuten Bewegung am Tag. Kurze Spaziergänge, Spielzeit im Garten und Indoor-Beschäftigung halten ihn fit.
- Spaziergänge: 2–3 kürzere Runden sind besser als ein langer Marsch
- Suchspiele: Nutze den Terrier-Instinkt mit Nasenarbeit
- Agility: In der Mini-Variante ein tolles Hobby
- Vorsicht bei Nässe und Kälte: Ohne Unterwolle friert der Yorkie schnell
Häufige Fragen
Wie alt werden Yorkshire Terrier?
12–16 Jahre, manche sogar älter. Regelmäßige Vorsorge und gute Pflege tragen zu einem langen Leben bei.
Haaren Yorkies?
Yorkies haaren minimal, da ihr Fell wie menschliches Haar wächst. Allerdings muss es regelmäßig geschnitten werden.
Sind Yorkies für Allergiker geeignet?
Sie gelten als allergikerfreundlich, da sie wenig haaren. Eine Garantie gibt es aber nicht – teste deine Reaktion vor der Anschaffung.
Wie viel kostet ein Yorkshire Terrier?
Bei einem seriösen Züchter mit VDH-Papieren zwischen 1.200 und 2.000 Euro. Finger weg von Billigangeboten aus dem Internet – dahinter steckt oft Qualzucht oder illegaler Welpenhandel.
