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Katze – Gesundheit18.2.2026

Katzenleukose (FeLV) – Symptome, Impfung und Prognose

Was ist Katzenleukose (FeLV)?

Die Katzenleukose – verursacht durch das Feline Leukämievirus (FeLV) – ist eine der bedeutendsten Infektionskrankheiten bei Katzen weltweit. Das Virus greift das Immunsystem und die blutbildenden Zellen an und kann zu Immunschwäche, Blutarmut (Anämie) und Tumorerkrankungen (insbesondere Lymphomen) führen. FeLV war einst eine der häufigsten Todesursachen bei Katzen, doch dank wirksamer Impfstoffe und verbesserter Testmethoden ist die Verbreitung in vielen Ländern deutlich zurückgegangen. In diesem Ratgeber erfährst du alles Wichtige über FeLV – von der Übertragung über die Symptome bis hin zu Impfung und Prognose.

Wie wird FeLV übertragen?

Hauptübertragungswege

FeLV wird vor allem durch engen, längeren Kontakt zwischen Katzen übertragen:

  • Speichel: Der wichtigste Übertragungsweg! Gemeinsames Fressen aus einem Napf, gegenseitiges Putzen (Allogrooming) und Benutzung derselben Wasserschüssel.
  • Nasensekret: Niesen und gegenseitiges Beschnuppern.
  • Blut: Bisswunden bei Kämpfen.
  • Urin und Kot: In geringerem Maße.
  • Muttermilch und Plazenta: Infizierte Mutterkatzen übertragen das Virus auf ihre Kitten – entweder im Mutterleib, bei der Geburt oder über die Milch.

Wichtig zu wissen

  • FeLV wird nicht auf Menschen oder Hunde übertragen.
  • Das Virus ist außerhalb des Körpers instabil und wird durch Trocknung, Sonnenlicht und gängige Desinfektionsmittel schnell inaktiviert.
  • Kurzer, flüchtiger Kontakt (z. B. kurzes Beschnuppern im Garten) führt in der Regel nicht zur Infektion.

Was passiert nach der Infektion?

Nach der Aufnahme des Virus gibt es verschiedene mögliche Verläufe:

1. Abortive Infektion (etwa 20-30 Prozent)

Das Immunsystem der Katze bekämpft das Virus erfolgreich, bevor es sich im Knochenmark festsetzt. Die Katze wird immun und scheidet kein Virus aus.

2. Regressive Infektion (etwa 30-40 Prozent)

Das Virus dringt ins Knochenmark ein, wird aber vom Immunsystem unter Kontrolle gebracht. Die Katze ist im Antigentest negativ (kein Virus im Blut), kann aber das Virus in der DNA der Knochenmarkszellen tragen. Bei schwerer Immunschwäche kann die Infektion reaktiviert werden.

3. Progressive Infektion (etwa 30-40 Prozent)

Das Immunsystem schafft es nicht, das Virus zu kontrollieren. Die Katze bleibt dauerhaft virämisch (Virus zirkuliert im Blut) und ist ansteckend. Diese Katzen entwickeln die typischen FeLV-assoziierten Erkrankungen.

4. Atypische/fokale Infektion (selten)

Das Virus vermehrt sich nur in bestimmten Geweben (z. B. Milchdrüse, Blase). Im Blut ist kein Virus nachweisbar, aber die Katze kann lokal Virus ausscheiden.

Symptome der Katzenleukose

Die Symptome von FeLV sind vielfältig, da das Virus verschiedene Organsysteme betreffen kann. Manche Katzen bleiben monatelang oder jahrelang symptomfrei, bevor Erkrankungen auftreten.

Immunsuppression

Blutbildende Organe

  • Anämie (Blutarmut): Blasse Schleimhäute, Schwäche, Appetitlosigkeit, beschleunigte Atmung. Kann regenerativ oder nicht-regenerativ sein.
  • Leukopenie: Verringerte weiße Blutkörperchen – erhöhte Infektionsanfälligkeit.
  • Thrombozytopenie: Verringerte Blutplättchen – Blutungsneigung.

Tumorerkrankungen

  • Lymphome: Die häufigste FeLV-assoziierte Tumorerkrankung. Können überall im Körper auftreten – Darm, Nieren, Leber, Lymphknoten, Brustkorb.
  • Leukämie: Unkontrollierte Vermehrung weißer Blutkörperchen im Knochenmark.

Weitere Symptome

  • Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit
  • Fieber
  • Vergrößerte Lymphknoten
  • Fruchtbarkeitsstörungen (Aborte, Totgeburten)
  • Neurologische Symptome (Lähmungen, Inkontinenz, Verhaltensänderungen)

Diagnose

FeLV-Schnelltest (ELISA/SNAP)

Der gängigste Ersttest weist das p27-Antigen des Virus im Blut nach. Das Ergebnis liegt in wenigen Minuten vor. Ein positives Ergebnis zeigt eine aktive Virämie an, sollte aber nach 6 bis 8 Wochen erneut getestet werden, da manche Katzen das Virus noch eliminieren.

Bestätigungstest

  • IFA (Immunfluoreszenz-Antikörpertest): Nachweis des Virus in weißen Blutkörperchen. Ein positiver IFA deutet stark auf eine progressive, dauerhafte Infektion hin.
  • PCR: Nachweis des Virusgenoms. Besonders nützlich zum Nachweis regressiver Infektionen (proviral DNA).

Wann testen?

  • Jede neue Katze vor der Aufnahme in den Haushalt
  • Vor der ersten FeLV-Impfung (um den Immunstatus zu kennen)
  • Bei Symptomen, die auf FeLV hindeuten
  • Nach Kontakt mit einer FeLV-positiven Katze (frühestens 4 Wochen danach)
  • Regelmäßig bei Freigängern in Gebieten mit hoher Durchseuchung

Impfung gegen FeLV

Die FeLV-Impfung gehört zu den wichtigsten Impfungen bei Katzen und ist von der StIKo Vet (Ständige Impfkommission Veterinärmedizin) als Core-Impfung für alle Katzen mit Freigang oder Kontakt zu anderen Katzen empfohlen.

Impfschema

  • Grundimmunisierung: Zwei Impfungen im Abstand von 3 bis 4 Wochen, ab der 8. Lebenswoche.
  • Auffrischung: Ein Jahr nach Grundimmunisierung, danach alle 1 bis 3 Jahre (je nach Impfstoff und Risikobewertung).
  • FeLV-Test vor Impfung: Empfohlen, da die Impfung bei bereits infizierten Katzen wirkungslos ist.

Wirksamkeit

Die FeLV-Impfung bietet einen guten, aber keinen hundertprozentigen Schutz. Geimpfte Katzen mit Freigang haben ein deutlich geringeres Infektionsrisiko, können sich aber bei intensivem Kontakt mit hochvirämischen Katzen theoretisch noch infizieren.

Leben mit einer FeLV-positiven Katze

Haltungsempfehlungen

  • Wohnungshaltung: Zum Schutz anderer Katzen und der eigenen Gesundheit.
  • Trennung von FeLV-negativen Katzen: Idealerweise sollten FeLV-positive Katzen nur mit anderen FeLV-positiven Katzen zusammenleben.
  • Hochwertiges Futter: Unterstützt das Immunsystem. Kein rohes Fleisch.
  • Stressreduktion: Ruhige, stabile Umgebung.
  • Regelmäßige Tierarztbesuche: Alle 6 Monate mit Blutbild und klinischer Untersuchung.

Prognose

Die Prognose bei einer progressiven FeLV-Infektion ist leider nach wie vor ernst:

  • Etwa 80 Prozent der dauerhaft virämischen Katzen sterben innerhalb von 3 Jahren nach Diagnose.
  • Manche Katzen leben jedoch deutlich länger, insbesondere bei guter Haltung und frühzeitiger Behandlung von Sekundärerkrankungen.
  • Katzen mit regressiver Infektion (Antigen-negativ, Provirus-positiv) haben eine deutlich bessere Prognose.

Vorbeugung

  • Impfung: Besonders wichtig für Freigänger und Katzen in Mehrkatzenhaushalten.
  • Testen vor Vergesellschaftung: Jede neue Katze sollte getestet werden.
  • Kastration: Reduziert Streunerverhalten und Kontakte.
  • Freigang kontrollieren: Gesicherter Freigang (Balkon, eingezäunter Garten) schützt vor Kontakt mit infizierten Katzen.

Zusammenfassung

Katzenleukose (FeLV) ist eine schwere Viruserkrankung, die Immunschwäche, Blutarmut und Tumorerkrankungen verursachen kann. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch engen Kontakt (Speichel, gemeinsame Näpfe). Eine wirksame Impfung steht zur Verfügung und sollte bei allen Katzen mit Außenkontakt durchgeführt werden. FeLV-positive Katzen benötigen besondere Pflege und regelmäßige tierärztliche Überwachung. Durch verantwortungsvolles Testen und Impfen kannst du deine Katze und andere Katzen vor dieser Krankheit schützen.