Zurück zum Ratgeber
🥶
Hund – Gesundheit18.2.2026

Hund zittert – 10 häufige Ursachen und was du tun kannst

Warum zittert mein Hund?

Zittern beim Hund ist ein häufiges Symptom, das viele Hundebesitzer verunsichert. In den meisten Fällen stecken harmlose Ursachen dahinter, doch manchmal kann Zittern auch ein Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung sein. In diesem Ratgeber stellen wir dir die 10 häufigsten Gründe vor und erklären, wann du handeln musst.

1. Kälte

Die naheliegendste und häufigste Ursache: Deinem Hund ist kalt. Genau wie wir Menschen zittern Hunde, um durch Muskelkontraktionen Wärme zu erzeugen.

Besonders betroffen:

  • Kleine Rassen (Chihuahua, Yorkshire Terrier, Zwergpinscher)
  • Hunde mit wenig Unterfell oder dünnem Fell (Windhunde, Whippet)
  • Alte und kranke Hunde mit reduzierter Körpermasse
  • Welpen, die ihre Körpertemperatur noch nicht gut regulieren können

Was hilft:

  • Hundepullover oder -mantel bei kaltem Wetter
  • Warmer Schlafplatz, abseits von Zugluft
  • Decke anbieten
  • Spaziergänge bei Kälte kürzer halten

2. Aufregung und Freude

Viele Hunde zittern vor Aufregung – wenn du nach Hause kommst, wenn es Futter gibt oder wenn sie ins Auto steigen und wissen, dass ein Ausflug ansteht. Dieses „Freudezittern" ist völlig harmlos.

Erkennungsmerkmale:

  • Zittern tritt in aufregenden Situationen auf
  • Begleitet von wedelnder Rute, aufgerissenen Augen und aufgeregtem Verhalten
  • Hört auf, sobald sich der Hund beruhigt

3. Angst und Stress

Angst ist eine der häufigsten Ursachen für Zittern beim Hund. Der Körper schüttet Stresshormone aus, die Muskelverspannungen und Zittern auslösen.

Typische Auslöser:

  • Gewitter und Silvester
  • Tierarztbesuch
  • Laute Geräusche (Bauarbeiten, Staubsauger)
  • Fremde Menschen oder Hunde
  • Autofahrten
  • Trennungsangst

Was hilft:

  • Ruhig bleiben und Sicherheit ausstrahlen
  • Rückzugsort anbieten (Höhle, Decke, abgedunkelter Raum)
  • Bei Gewitterangst: Thundershirt (Körperbandage mit beruhigendem Druck)
  • Desensibilisierungstraining bei chronischer Angst
  • In schweren Fällen: tierärztliche Beratung

4. Schmerzen

Ein Hund, der Schmerzen hat, zittert häufig – besonders wenn er versucht, eine schmerzhafte Stelle zu schonen. Schmerzbedingtes Zittern tritt oft im Ruhezustand auf, wenn der Hund sich hinlegt.

Hinweise auf Schmerz:

  • Zittern in Kombination mit Winseln, Hecheln oder Unruhe
  • Hund vermeidet bestimmte Bewegungen
  • Berührungsempfindlichkeit
  • Verändertes Fressverhalten
  • Gekrümmte Körperhaltung

Mögliche Schmerzursachen:

  • Arthrose oder Gelenkprobleme
  • Bauchschmerzen (Magen-Darm-Probleme, Pankreatitis)
  • Rückenschmerzen (Bandscheibenvorfall)
  • Zahnschmerzen
  • Verletzungen

Was tun: Bei Verdacht auf Schmerzen immer zum Tierarzt! Gib niemals eigenmächtig Schmerzmittel – Ibuprofen und Paracetamol sind für Hunde giftig.

5. Fieber

Wenn dein Hund Fieber hat, zittert er – genau wie wir beim Schüttelfrost. Die Normaltemperatur beim Hund liegt bei 38–39 °C. Ab 39,5 °C spricht man von Fieber, ab 41 °C wird es gefährlich.

Begleitende Symptome:

  • Warme Ohren und trockene Nase (kein zuverlässiger Indikator allein!)
  • Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit und Schwäche
  • Vermehrtes Trinken

So misst du Fieber: Rektal mit einem digitalen Fieberthermometer. Spitze mit Vaseline einfetten, vorsichtig 2-3 cm einführen. Für den Hund unangenehm, aber die einzig zuverlässige Methode.

6. Vergiftung

Zittern ist eines der häufigsten Vergiftungssymptome beim Hund. Viele giftige Substanzen wirken auf das Nervensystem und lösen Muskelzittern bis hin zu Krämpfen aus.

Häufige Vergiftungsquellen:

  • Schokolade (Theobromin)
  • Xylit / Birkenzucker (in Kaugummi, Zahnpasta)
  • Rattengift / Schneckenkorn
  • Weintrauben und Rosinen
  • Zwiebeln und Knoblauch
  • Macadamia-Nüsse
  • Bestimmte Pflanzen (Oleander, Eibe, Goldregen)
  • Medikamente (z. B. Ibuprofen)

Warnsignale einer Vergiftung:

  • Plötzliches Zittern + Erbrechen / Durchfall
  • Speicheln, Taumeln
  • Pupillenveränderungen
  • Krampfanfälle
  • Bewusstseinsstörungen

Was tun: Bei Vergiftungsverdacht sofort zum Tierarzt oder in die Tierklinik! Bringe nach Möglichkeit die Verpackung oder eine Probe des aufgenommenen Stoffs mit.

7. Unterzuckerung (Hypoglykämie)

Besonders bei kleinen Rassen und Welpen kann der Blutzuckerspiegel schnell absinken. Zittern ist eines der ersten Anzeichen einer Unterzuckerung.

Besonders gefährdet:

  • Welpen kleiner Rassen
  • Hunde mit Diabetes
  • Hunde nach starker körperlicher Anstrengung
  • Hunde, die längere Zeit nichts gefressen haben

Erste Hilfe: Honig oder Traubenzucker auf das Zahnfleisch reiben und schnellstmöglich zum Tierarzt.

8. Muskelzittern nach Anstrengung

Nach intensiver Bewegung – einem langen Lauf, ausgiebigem Spielen oder Schwimmen – können die Muskeln deines Hundes zittern. Das ist ähnlich wie Muskelzittern beim Menschen nach dem Sport und in der Regel harmlos.

Was hilft:

  • Ausreichend Ruhe nach der Aktivität
  • Wasser anbieten
  • Langsames Abkühlen statt abruptes Stoppen

9. Altersbedinges Zittern

Viele ältere Hunde entwickeln ein leichtes Zittern, besonders in den Hinterbeinen. Das liegt am natürlichen Abbau von Muskelmasse und Nervenfunktion im Alter.

Typisch:

  • Leichtes Zittern der Hinterbeine im Stand
  • Kein Schmerz, kein Unbehagen
  • Verschlechtert sich nur langsam

Was hilft:

  • Regelmäßige, angepasste Bewegung
  • Orthopädisches Hundebett
  • Nahrungsergänzung (Omega-3, Glucosamin)
  • Rutschfeste Unterlagen auf glatten Böden

10. Neurologische Erkrankungen

In seltenen Fällen kann Zittern auf eine neurologische Erkrankung hindeuten:

  • Epilepsie: Krampfanfälle mit unkontrollierbarem Zittern, Bewusstlosigkeit, Speicheln
  • Vestibularsyndrom: Plötzlicher Gleichgewichtsverlust, Kopfschiefhaltung, Augenzittern (Nystagmus)
  • Staupe: Virusinfektion mit neurologischen Symptomen (bei ungeimpften Hunden)
  • Shaker-Syndrom (Generalized Tremor Syndrome): Ganzkörperzittern, besonders bei kleinen weißen Rassen (West Highland Terrier, Malteser, Bichon Frisé)

🚨 Wann sofort zum Tierarzt?

  • Zittern in Kombination mit Erbrechen, Durchfall oder Speicheln (Vergiftungsverdacht!)
  • Krampfanfälle – Hund verliert die Kontrolle über seinen Körper
  • Bewusstseinsstörungen – Hund reagiert kaum noch
  • Zittern mit aufgeblähtem Bauch (Magendrehung!)
  • Hund kann nicht aufstehen oder die Hinterbeine versagen
  • Plötzliches, starkes Zittern ohne erkennbare Ursache
  • Zittern mit Fieber (über 39,5 °C)
  • Welpe oder kleiner Hund zittert und wirkt schwach (Unterzuckerung!)

Zusammenfassung

In den meisten Fällen hat Zittern beim Hund eine harmlose Ursache: Kälte, Aufregung, leichter Stress oder Muskelerschöpfung. Beobachte deinen Hund genau – wenn das Zittern schnell aufhört und er sich normal verhält, besteht kein Grund zur Sorge. Bei zusätzlichen Symptomen wie Erbrechen, Apathie, Krampfanfällen oder Fieber solltest du aber nicht zögern und sofort einen Tierarzt aufsuchen.