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Hund – Ernährung18.2.2026

Giftige Lebensmittel für Hunde – Vollständige Liste

Giftige Lebensmittel für Hunde – Was dein Hund auf keinen Fall fressen darf

Was für uns Menschen ein normaler Bestandteil der Ernährung ist, kann für deinen Hund lebensgefährlich sein. Viele alltägliche Lebensmittel enthalten Substanzen, die der Hundeorganismus nicht abbauen kann und die zu schweren Vergiftungen führen. In diesem umfassenden Ratgeber von Haustier-Guru findest du eine vollständige Übersicht aller Lebensmittel, die für deinen Hund giftig oder gefährlich sind – inklusive Symptomen und Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Hochgiftig – Lebensgefahr!

Schokolade und Kakao

Schokolade enthält Theobromin, eine Substanz, die der Hund nur sehr langsam abbauen kann. Je dunkler die Schokolade, desto höher der Theobromingehalt und desto gefährlicher.

Theobromingehalt nach Schokoladensorte:

  • Weiße Schokolade: ca. 0,1 mg/g (kaum Theobromin)
  • Milchschokolade: ca. 1,5–2 mg/g
  • Zartbitterschokolade: ca. 5–8 mg/g
  • Backschokolade: ca. 14–16 mg/g
  • Kakaopulver: ca. 20–28 mg/g

Giftige Dosis: Ab ca. 20 mg Theobromin pro kg Körpergewicht treten erste Symptome auf, ab 100 mg/kg wird es lebensbedrohlich.

Symptome: Erbrechen, Durchfall, Unruhe, Herzrasen, Muskelzittern, Krampfanfälle, Herzrhythmusstörungen. Mehr Details findest du in unserem Ratgeber Hund hat Schokolade gefressen.

Xylit (Birkenzucker / E 967)

Xylit ist extrem gefährlich für Hunde – weitaus giftiger als Schokolade! Bereits kleinste Mengen können eine lebensbedrohliche Unterzuckerung und Leberversagen auslösen.

Vorkommen: Zuckerfreie Kaugummis, zuckerfreie Bonbons, manche Zahnpasten, Backwaren, Erdnussbutter (einige Marken), Nahrungsergänzungsmittel.

Giftige Dosis: Bereits 0,1 g pro kg Körpergewicht kann gefährlich sein. Ein einzelner zuckerfreier Kaugummi kann für einen kleinen Hund tödlich sein!

Symptome: Erbrechen, Schwäche, Koordinationsprobleme, Krampfanfälle, Leberversagen. Symptome können innerhalb von 15–30 Minuten auftreten.

Weintrauben und Rosinen

Weintrauben und Rosinen können bei Hunden akutes Nierenversagen auslösen. Das tückische: Die giftige Dosis variiert stark von Hund zu Hund. Manche Hunde vertragen kleine Mengen, andere reagieren auf wenige Trauben mit schwersten Symptomen. Da die individuelle Empfindlichkeit nicht vorhersehbar ist, gelten Weintrauben und Rosinen als grundsätzlich giftig.

Giftige Dosis: Bereits 10–30 g Trauben pro kg Körpergewicht können toxisch sein. Rosinen sind noch gefährlicher, da die Giftstoffe konzentrierter sind.

Symptome: Erbrechen, Durchfall, Lethargie, Appetitlosigkeit, vermehrtes oder vermindertes Trinken, Nierenversagen.

Macadamianüsse

Macadamianüsse sind für Hunde giftig, wobei der genaue Wirkstoff noch nicht identifiziert ist.

Giftige Dosis: Ab ca. 2 g pro kg Körpergewicht.

Symptome: Schwäche, besonders der Hinterbeine, Erbrechen, Fieber, Muskelzittern, Steifheit. Die Symptome treten meist 6–12 Stunden nach der Aufnahme auf.

Zwiebeln, Knoblauch und Lauchgewächse

Alle Lauchgewächse (Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Schnittlauch, Bärlauch) enthalten Schwefelverbindungen, die die roten Blutkörperchen des Hundes zerstören (hämolytische Anämie).

Giftige Dosis: Ab ca. 5 g pro kg Körpergewicht bei Zwiebeln, Knoblauch ist etwa fünfmal so giftig. Auch gekochte, gebratene oder getrocknete Zwiebeln sind giftig!

Symptome: Erbrechen, Durchfall, blasse Schleimhäute, beschleunigte Atmung, brauner oder roter Urin, Schwäche, Appetitlosigkeit. Symptome können erst 2–5 Tage nach der Aufnahme auftreten!

Avocado

Avocados enthalten Persin, das für Hunde giftig ist. Besonders der Kern, die Schale und die Blätter sind problematisch, aber auch das Fruchtfleisch enthält Persin.

Symptome: Erbrechen, Durchfall, Atemnot, Herzmuskelschädigung. Zusätzliche Gefahr: Der große Kern kann verschluckt werden und einen Darmverschluss verursachen.

Gefährlich – sollte vermieden werden

Alkohol

Der Hundekörper kann Alkohol deutlich schlechter abbauen als der menschliche. Schon geringe Mengen können zu einer Alkoholvergiftung führen.

Symptome: Erbrechen, Durchfall, Koordinationsstörungen, Atemnot, Koma. Auch alkoholhaltiger Hefeteig ist gefährlich!

Koffein

Koffein wirkt auf Hunde ähnlich wie Theobromin in Schokolade. Kaffee, Tee, Cola, Energy Drinks und koffeinhaltige Medikamente sind gefährlich.

Symptome: Unruhe, Herzrasen, Muskelzittern, Krampfanfälle, erhöhte Körpertemperatur.

Rohes Schweinefleisch

Rohes Schweinefleisch kann das Aujeszky-Virus übertragen, das für Hunde immer tödlich ist. Die Erkrankung wird auch als „Pseudowut" bezeichnet. Schweinefleisch darf nur durchgegart gefüttert werden!

Gegarte Knochen

Gekochte, gebratene oder gegrillte Knochen splittern und können den Magen-Darm-Trakt verletzen, durchbohren oder verstopfen. Nur rohe Knochen sind für Hunde geeignet (und auch diese mit Bedacht).

Steinobstkerne

Kerne von Kirschen, Pflaumen, Pfirsichen und Aprikosen enthalten Blausäureglykoside und können zudem verschluckt werden und einen Darmverschluss verursachen.

Rohe Kartoffeln und grüne Tomaten

Rohe Kartoffeln, grüne Kartoffeln und grüne Tomaten enthalten Solanin, das zu Magen-Darm-Beschwerden und neurologischen Symptomen führen kann. Gekochte Kartoffeln und reife Tomaten sind unbedenklich.

Rohe Hülsenfrüchte

Rohe Bohnen, Erbsen und Linsen enthalten Phasin, das die roten Blutkörperchen verklumpen lässt. Gekochte Hülsenfrüchte in kleinen Mengen sind unbedenklich.

Muskatnuss

Muskatnuss enthält Myristicin, das halluzinogene und toxische Wirkung hat. Schon kleine Mengen können Symptome auslösen.

Symptome: Erbrechen, Durchfall, Desorientierung, Krampfanfälle, erhöhte Herzfrequenz.

Salz in großen Mengen

Übermäßiger Salzkonsum kann zu einer Natriumvergiftung führen.

Symptome: Erbrechen, Durchfall, übermäßiges Trinken, Zittern, Krampfanfälle, Koma.

Süßstoff (neben Xylit)

Auch andere Süßstoffe können den Magen-Darm-Trakt des Hundes reizen, auch wenn sie nicht so gefährlich wie Xylit sind.

Mäßig gefährlich – mit Vorsicht

Milchprodukte

Viele Hunde sind laktoseintolerant und vertragen Milch, Sahne und Käse nur schlecht. Kleine Mengen sind meist unbedenklich, große Mengen führen zu Durchfall und Blähungen.

Rohe Eier (Eiklar)

Rohes Eiklar enthält Avidin, das die Aufnahme von Biotin hemmt. Gelegentlich ein rohes Ei ist kein Problem, regelmäßig große Mengen können zu Biotinmangel führen. Gekochte Eier sind unbedenklich und sogar gesund.

Fettreiche Speisen

Sehr fettreiche Lebensmittel können eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) auslösen, besonders bei Hunden, die nicht an fettreiche Kost gewöhnt sind.

Gewürze

Die meisten Gewürze sind für Hunde ungeeignet. Besonders Chili, Pfeffer und Paprika reizen den Magen-Darm-Trakt.

Was tun bei Vergiftung? – Erste Hilfe

Wenn du vermutest, dass dein Hund etwas Giftiges gefressen hat, handle schnell:

  1. Ruhe bewahren – Panik hilft niemandem
  2. Tierarzt oder Giftzentrale anrufen – beschreibe genau, was dein Hund gefressen hat, wie viel und wann
  3. Keine Hausmittel! Kein Erbrechen auslösen, kein Milch geben, keine Kohletabletten ohne tierärztliche Anweisung
  4. Verpackung/Reste sichern – bring sie zum Tierarzt mit
  5. Sofort in die Tierklinik – bei schweren Vergiftungen zählt jede Minute

Einen ausführlichen Ratgeber findest du unter Vergiftung beim Hund.

Sichere Lebensmittel – was dein Hund essen darf

Nicht alles ist gefährlich! Diese Lebensmittel sind für Hunde unbedenklich und sogar gesund:

Gemüse (püriert oder leicht gedünstet):

  • Karotten, Zucchini, Gurke, Kürbis, Brokkoli (in Maßen), Fenchel, Spinat (in Maßen), Sellerie

Obst (in Maßen):

  • Äpfel (ohne Kerne), Birnen, Banane, Blaubeeren, Erdbeeren, Wassermelone (ohne Kerne)

Proteine:

  • Gekochtes Huhn, Pute, Rind, Fisch (ohne Gräten), gekochte Eier

Kohlenhydrate:

  • Gekochte Kartoffeln, Reis, Nudeln, Haferflocken

Häufig gestellte Fragen

Mein Hund hat etwas Giftiges gefressen, soll ich Erbrechen auslösen?

Nein! Löse niemals selbst Erbrechen aus, es sei denn, ein Tierarzt hat dich ausdrücklich dazu angewiesen. Bei ätzenden Substanzen oder spitzen Gegenständen kann Erbrechen die Situation verschlimmern.

Ab welcher Menge wird Schokolade für meinen Hund gefährlich?

Das hängt von der Schokoladensorte und dem Gewicht deines Hundes ab. Nutze einen Theobromin-Rechner oder ruf sofort deinen Tierarzt an. Mehr Details findest du in unserem Ratgeber Hund hat Schokolade gefressen.

Dürfen Hunde Käse essen?

In kleinen Mengen ja, sofern dein Hund keine Laktoseintoleranz hat. Besonders Hart- und Schnittkäse werden oft gut vertragen. Vermeide Schimmelkäse.

Dürfen Hunde Nüsse essen?

Manche Nüsse sind unbedenklich (Cashews, Erdnüsse ohne Salz), andere gefährlich (Macadamia, Walnüsse – Schimmelpilzrisiko). Generell sind Nüsse sehr fettreich und sollten nur als gelegentlicher Snack gegeben werden.

Zusammenfassung

Die Liste der für Hunde giftigen Lebensmittel ist lang, und die Gefahr lauert oft dort, wo man sie nicht vermutet. Besonders gefährlich sind Schokolade, Xylit, Weintrauben/Rosinen, Zwiebeln und Macadamianüsse. Halte diese Lebensmittel konsequent von deinem Hund fern, informiere auch Familienmitglieder und Besucher und bewahre Lebensmittel hundesicher auf. Im Zweifelsfall gilt: Was du nicht sicher als unbedenklich einordnen kannst, gibst du deinem Hund nicht. Und bei Verdacht auf eine Vergiftung: Sofort zum Tierarzt – lieber einmal zu oft als einmal zu spät.