Welche Katzenstreu ist die richtige?
Die Wahl der richtigen Katzenstreu ist eine Entscheidung, die sowohl deine Katze als auch dein Zusammenleben beeinflusst. Die Streu muss der Katze gefallen, Gerüche zuverlässig binden, einfach in der Handhabung sein und idealerweise auch noch umweltfreundlich sein. Bei der riesigen Auswahl an Sorten und Materialien kann man leicht den Überblick verlieren. In diesem Ratgeber vergleichen wir alle gängigen Katzenstreuarten und helfen dir, die perfekte Streu für deine Situation zu finden.
Die wichtigsten Katzenstreuarten im Überblick
1. Klumpstreu aus Bentonit (Mineralstreu)
Bentonit-Klumpstreu ist die beliebteste Katzenstreuart in Deutschland. Bentonit ist ein quellfähiges Tonmineral, das bei Kontakt mit Flüssigkeit feste Klumpen bildet.
Vorteile:
- Hervorragende Klumpenbildung: Urin wird sofort zu festen Klumpen gebunden, die sich leicht entfernen lassen
- Sehr gute Geruchsbindung: Bentonit absorbiert Gerüche effektiv
- Hohe Akzeptanz bei Katzen: Die feinkörnige, sandige Textur entspricht dem natürlichen Instinkt der Katze
- Einfache Pflege: Klumpen und Kot täglich entfernen, Streu nur bei Bedarf komplett wechseln
- Ergiebig: Durch das Entfernen der Klumpen bleibt die restliche Streu sauber
Nachteile:
- Schwer: Bentonit ist ein Mineral und entsprechend gewichtig (eine Packung kann 10-20 kg wiegen)
- Staubentwicklung: Manche Sorten stauben stark – kann die Atemwege von Katze und Mensch reizen
- Nicht biologisch abbaubar: Gehört in den Restmüll, nicht in die Biotonne oder Toilette
- Umweltbelastung durch Abbau: Bentonit wird im Tagebau gewonnen
- Tracking: Feine Körner bleiben an den Pfoten haften und werden durch die Wohnung getragen
Tipp: Achte auf Sorten mit dem Hinweis „staubarm" oder „staubfrei" – besonders wenn deine Katze Atemwegsprobleme hat oder häufig niest.
2. Silikatstreu (Crystalstreu)
Silikatstreu besteht aus Silikagel – kleinen, durchsichtigen oder weißen Kristallen mit einer riesigen inneren Oberfläche, die Flüssigkeit und Gerüche aufnimmt.
Vorteile:
- Hervorragende Geruchsbindung: Die beste Geruchskontrolle aller Streuarten
- Extrem leicht: Deutlich leichter als Bentonit – angenehmer beim Transport
- Sehr ergiebig: Eine Füllung hält ca. 3-4 Wochen für eine Katze
- Staubarm: Die meisten Silikatstreu-Sorten stauben kaum
- Feuchtigkeitsabsorption: Urin wird aufgesogen und die Oberfläche bleibt trocken
Nachteile:
- Keine Klumpenbildung: Urin wird zwar aufgesogen, aber es bilden sich keine entfernbaren Klumpen
- Raschelnde Geräusche: Die Kristalle machen Geräusche beim Scharren – manche Katzen mögen das nicht
- Unnatürliche Textur: Die harten Kristalle sind anders als Sand – nicht jede Katze akzeptiert sie
- Teurer in der Anschaffung (aber ergiebiger)
- Nicht biologisch abbaubar: Restmüll
- Kann bröckeln: Manche Sorten zerfallen nach einiger Zeit zu Pulver
3. Pflanzliche Klumpstreu (Holz, Mais, Weizen)
Pflanzliche Katzenstreusorten werden aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und sind die umweltfreundlichste Option.
Holzstreu (Pellets oder feinkörnig):
- Gepresste Holzspäne oder Sägemehl (oft aus Kiefer oder Fichte)
- Pellets zerfallen bei Feuchtigkeit zu feinem Sägemehl
- Feinkörnige Varianten klumpen teils gut
- Natürlicher Holzduft
Maisstreu:
- Aus Maisschrot oder Maisgranulat
- Gute Klumpenbildung
- Sehr leicht und staubarm
- Biologisch abbaubar
Weizenstreu:
- Ähnlich wie Maisstreu
- Gute Saugfähigkeit
- Manche Sorten klumpen hervorragend
Vorteile aller pflanzlichen Streu:
- Umweltfreundlich: Nachwachsende Rohstoffe, biologisch abbaubar
- Oft kompostierbar oder über die Biotonne entsorgbar (lokale Regelungen beachten!)
- Leichter als Bentonit
- Weniger Staub als viele Mineralstreu-Sorten
- Manche Sorten können in die Toilette (kleine Mengen, nicht bei allen Kläranlagen erlaubt!)
Nachteile:
- Klumpenbildung variiert stark je nach Produkt
- Geruchsbindung oft schwächer als bei Bentonit oder Silikat
- Manche Katzen akzeptieren die andere Textur nicht
- Insektenbefall: Pflanzliche Streu kann bei falscher Lagerung Insekten anziehen
- Schimmelgefahr bei zu viel Feuchtigkeit
4. Nicht-klumpende Mineralstreu
Einfache Mineralstreu ohne Klumpenbildung – die klassische, günstigste Variante.
Vorteile:
- Günstig: Die preiswerteste Streuart
- Gute Saugfähigkeit
Nachteile:
- Keine Klumpenbildung: Urin verteilt sich in der Streu – die gesamte Füllung muss regelmäßig komplett gewechselt werden
- Hygienisch suboptimal: Der Urin bleibt in der Streu und wird nicht entfernt
- Stärkere Geruchsentwicklung als klumpende Sorten
Der große Vergleich
| Kriterium | Bentonit-Klumpstreu | Silikatstreu | Pflanzliche Streu | Mineral (nicht klumpend) |
|---|---|---|---|---|
| Klumpenbildung | Sehr gut | Keine | Gut bis befriedigend | Keine |
| Geruchsbindung | Sehr gut | Ausgezeichnet | Gut | Befriedigend |
| Gewicht | Schwer | Leicht | Leicht bis mittel | Schwer |
| Staubentwicklung | Mittel bis hoch | Gering | Gering bis mittel | Mittel |
| Ergiebigkeit | Gut | Sehr gut | Gut | Gering |
| Umweltfreundlichkeit | Gering | Gering | Hoch | Gering |
| Preis | Mittel | Höher | Mittel bis höher | Günstig |
| Katzenakzeptanz | Sehr hoch | Variabel | Variabel | Hoch |
| Entsorgung | Restmüll | Restmüll | Teils Bio/Kompost | Restmüll |
Was bevorzugen Katzen?
Studien zeigen, dass die meisten Katzen feinkörnige, sandige Streu bevorzugen – das kommt ihrem natürlichen Instinkt am nächsten. Bentonit-Klumpstreu hat daher die höchste Akzeptanzrate. Aber: Jede Katze ist individuell! Manche Katzen haben keine Probleme mit Silikatstreu oder pflanzlicher Streu.
Zeichen, dass deine Katze die Streu nicht mag:
- Sie meidet das Katzenklo und verrichtet ihr Geschäft daneben
- Sie scharrt wenig oder gar nicht
- Sie verlässt das Klo auffällig schnell
- Sie „balanciert" auf dem Rand statt in der Streu zu stehen
Das Katzenklo richtig einrichten
Die beste Streu nützt nichts, wenn das Katzenklo nicht stimmt:
- Anzahl: Faustregel: Anzahl der Katzen + 1 (bei 2 Katzen also 3 Klos)
- Größe: Mindestens 1,5 Mal die Körperlänge der Katze
- Füllhöhe: 5-7 cm Streu
- Standort: Ruhig, zugänglich, nicht neben dem Futterplatz
- Haubentoilette vs. offene Schale: Manche Katzen bevorzugen offene Klos (mehr Fluchtwege, bessere Belüftung)
- Tägliche Reinigung: Klumpen und Kot mindestens 1 Mal täglich entfernen
- Komplettwechsel: Alle 2-4 Wochen (bei Klumpstreu), alle 1-2 Wochen (bei nicht-klumpender Streu)
Katzenstreu wechseln – so klappt die Umstellung
Katzen sind Gewohnheitstiere. Wenn du die Streusorte wechseln möchtest, gehe schrittweise vor:
- Woche 1: 75 % alte Streu + 25 % neue Streu mischen
- Woche 2: 50 % / 50 %
- Woche 3: 25 % alte Streu + 75 % neue Streu
- Woche 4: 100 % neue Streu
Alternativ: Stelle ein zweites Katzenklo mit der neuen Streu neben das bestehende und beobachte, welches deine Katze bevorzugt.
Entsorgung – was ist erlaubt?
- Bentonit und Silikatstreu: Immer in den Restmüll (nicht in die Toilette!)
- Pflanzliche Streu: Je nach lokaler Regelung teils in die Biotonne (ohne Kot!) oder auf den Kompost – informiere dich bei deiner Gemeinde
- Klumpen mit Kot: Immer in den Restmüll – auch bei pflanzlicher Streu, wegen Parasiten
- Nicht in die Toilette: Auch wenn manche Hersteller das angeben – Klumpen können die Kanalisation verstopfen
Zusammenfassung
Die beste Katzenstreu ist die, die deine Katze akzeptiert und die zu deinem Alltag passt. Bentonit-Klumpstreu bietet die höchste Katzenakzeptanz und hervorragende Klumpenbildung. Silikatstreu punktet mit bester Geruchsbindung und geringem Gewicht. Pflanzliche Streusorten sind die umweltfreundlichste Wahl. Probiere im Zweifelsfall verschiedene Sorten aus – deine Katze wird dir deutlich zeigen, was sie bevorzugt. Vergiss nicht: Tägliche Reinigung des Katzenklos ist wichtiger als die Wahl der Streu!